Zeckensaison
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Zeckensaison – Gefahren

Damit Zecken aus ihrer Winterstarre erwachen, reichen ein paar aufeinander folgende Tage mit mehr als +7 °C. Leider sind die Spinnentiere zäher als Sie vielleicht denken: Wenn es nicht über längere Zeit rund -20 °C hat, haben sie zwar nicht ihre Wohlfühltemperatur, überleben aber ganz prima. Bedeckt von Laub und Nadeln genießen die Zecken die für sie angenehme hohe Luftfeuchtigkeit und den Schutz davor, selbst gefressen zu werden. Ab und an findet sich auch ein Fuchs oder ein Maulwurf für einen Blutimbiss. Entgegen eines weit verbreiteten Mythos fallen Zecken nämlich nicht von den Bäumen, sondern sitzen auf Grashalmen, Zweigen und im Unterholz.

Wenn es schneit, ist es den lästigen Zecken sogar noch lieber, denn unter der Schneedecke hat es nur Temperaturen um den Gefrierpunkt, während es an der Oberfläche klirrend kalt ist.

Warum sind Zecken gefährlich?

In Europa übertragen manche Zecken die Viruserkrankung FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis), sowie die bakteriell verursachte Borreliose.

Weitere Erkrankungen, die durch Zecken übertragen werden, sind die Babesiose, auch als Hundemalaria bekannt (betrifft häufiger Tiere als Menschen), die im Mittelmeerraum vorkommt, ebenso wie das Fleckfieber oder Rickettsiose. In Afrika und Asien kennt man auch das Krim-Kongo-Fieber, welches schwere innere Blutungen bei Menschen und Tieren auslösen kann (wird meist von der Zecke bzw. erkranktem Schaf, Ziege, Kamel etc. auf den Menschen übertragen). Insgesamt sind weltweit derzeit über 50 Krankheiten bekannt, die von Zecken übertragen werden können.

Die FSME (Frühsommermeningoenzephalitis)

Die Infektion des Menschen erfolgt hauptsächlich über den Speichel der Zecken. Die Wahrscheinlichkeit, nach einem Zeckenstich in einem Risikogebiet an FSME zu erkranken, liegt Berechnungen zufolge bei 1:150. Man nimmt an, dass rund 2 % der Zecken infiziert sind. Zu den Risikogebieten Deutschlands zählen laut dem Robert Koch-Institut vor allem Bayern, Baden-Württemberg und Südhessen. Vereinzelte FSME-Fälle gab es dennoch in fast allen Bundesländern. Genauer können Sie sich über Deutschlands Risikogebiete auf dieser Landkarte informieren. Das Institut für Umwelt und natürliche Ressourcen bietet eine App mit vielen weiteren Informationen zu Zecken. Diese können Sie HIER herunterladen.

Nicht jede FSME-Infektion führt automatisch zu einem schweren Verlauf, außerdem spielen Alter und Geschlecht eine Rolle. Je älter die infizierte Person ist, desto schwerwiegender verläuft die Krankheit, außerdem sind Männer deutlich häufiger und schwerer betroffen als Frauen.

Typisch für die FSME sind 2 Stadien der Erkrankung: Anfänglich leidet man an grippeähnlichen Symptomen. Viele Menschen bringen dieses Stadium nicht mit einem Zeckenstich in Verbindung, was für eine Diagnosestellung von enormer Wichtigkeit ist. Deshalb: Sollten Sie nach einem kürzlich erfolgtem Zeckenstich Fieber, Abgeschlagenheit und Gliederschmerzen verspüren, suchen Sie unbedingt den Hausarzt auf und berichten Sie davon!

Im zweiten Stadium der Erkrankung befällt das Virus nämlich das zentrale Nervensystem, was bei 10 bis 20 % der Erkrankungsfälle schwere oder bleibende neurologische Schäden nach sich zieht. Möglich sind in diesem Stadium eine Hirnhautentzündung (Meningitis), für welche hohes Fieber und ein steifer Nacken typisch sind, oder eine Hirn- und Rückenmarksentzündung. Dann gesellen sich noch Symptome wie Bewusstseins- oder Sprachstörungen, sowie partielle Lähmungen dazu.

Besonders unangenehm ist, dass es keine herkömmliche Behandlung für das FSME-Virus gibt, sondern die Behandlung sich auf die Symptombekämpfung bzw. -linderung beschränkt. Deshalb sollte es bestenfalls zu keiner FSME-Infektion kommen, weshalb in Zecken-Risikogebieten eine Schutzimpfung empfohlen wird.

Die Borreliose

Laut momentanem Stand der Wissenschaft ist ein Zeckenstich die einzige Möglichkeit, an Borreliose zu erkranken. Das Bakterium „Borrelia burgdorferi“ lebt im Darm der Zecken, und wird erst nach mehreren Stunden des Blutsaugens am Wirt übertragen. Schnelles Entfernen einer Zecke kann also einer Infektion wesentlich vorbeugen. Gegen Borreliose existiert bis dato auch keine Schutzimpfung, obwohl sie wesentlich häufiger vorkommt als die FSME. Je nach Risikogebiet sind die Zecken von 5 bis 35 %-iger Wahrscheinlichkeit von Borrelien befallen. Die Wahrscheinlichkeit, tatsächlich zu erkranken, beträgt 1,5 bis 6 %.

Haben Sie eine Zecke an Ihrem Körper entfernt, sollten Sie in den nächsten Tagen die Einstichstelle, aber auch die restliche Haut gut beobachten. Ist nämlich eine kreisförmige Rötung zu sehen, ist es dringend notwendig, den Hausarzt zu konsultieren, welcher höchstwahrscheinlich eine Antibiotikatherapie einleiten wird. Zu diesem Zeitpunkt ist die Borreliose gut behandelbar.

Wenn man dieses Stadium übergangen, bzw. übersehen hat, wird die Diagnosestellung deutlich schwieriger, denn der dazugehörige Zeckenstich liegt unter Umständen bereits Jahre zurück, bzw. wurde nie bemerkt. Gesichtslähmungen oder Gelenksbeschwerden treten häufig auf. Auch hier wird intensiv mit Antibiotika therapiert.

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