Winterdepression
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Winterdepression? Tipps für einen strahlenden Winter

Die Tage sind trüb, kalt und bringen eine bestimmte Melancholie mit sich. Die weiße Jahreszeit hat die Menschen und ihre Emotionen schon seit uralten Zeiten geprägt. Die stille, erstarrte Natur. Die Kälte, die uns in unsere Unterkünfte zwingt. Die unendlichen weißen Weiten. All dies lässt den Menschen öfters in sich zurückziehen und sich mit seinen Gedanken und seinem Sinn im Leben auseinandersetzen.

Die Beziehung zum Winter bleibt ein wenig ambivalent. Zum einen scheint die ruhende Natur idyllisch und schön, drinnen ist es warm und kuschelig, man kann öfters abschalten und ohne Schuldgefühle Netflix gucken. Zum anderen, ist es eine graue, dunkle und quälend kalte Zeit, die besonders in älteren Zeiten für Gefühle der Bedrohung und Hilflosigkeit in den Menschen sorgte. Heute wird in manchen Fällen von Winterdepression oder „saisonal-affektiver Störung“ gesprochen. Davon zu unterscheiden ist die leichtere Form der depressiven Verstimmung, die fast jeder von uns schon einmal in den kälteren Monaten des Jahres kennen lernen musste.

Was ist nun genau eine „echte“ Winterdepression und wie unterscheidet sie sich vom Stimmungstief in kalten Wintertagen? Wie entstehen und äußern sich jahreszeitlich abhängende Stimmungsstörungen? Und vor allem – was sollte man tun, um auch den furchtbarsten Winter strahlend zu bezwingen? Diese Fragen wollen wir im heutigen Artikel beantworten.

Wie entstehen Stimmungsstörungen im Winter?

Eine der am weitesten verbreiteten Theorien über die Entstehung eines Stimmungstiefs in den kalten Jahreszeiten Herbst und Winter, ist ein sich ändernder biologischer Tagesrhythmus. Dieser entsteht durch mangelnde Lichteinstrahlung auf unserem Körper. Die Werte des Hormons Melatonin, das unseren Tag-Nacht-Rhythmus steuert, bleiben infolgedessen hoch. Dies kann Müdigkeit und Schlafstörungen bewirken. Andererseits vermindert sich die Produktion von Glückshormonen wie Serotonin, was eine zusätzliche negative Auswirkung auf die Stimmung herbeiführt. Die Anzahl der Fälle von Winterdepression steigt interessanterweise in Gebieten, die vom Äquator weiter entfernt sind und wo die Winternächte deutlich länger anhalten.

Neben der Klimazone stellt auch das Vorkommen von Depressionen in der Familienvorgeschichte einen potenzielle Risikofaktor dar. Frauen scheinen außerdem von der Winterdepression viel öfter betroffen zu sein als Männer. Genaue Gründe hierfür sind aber bisher nicht bekannt.

Winterdepression oder depressive Verstimmung?

Bin ich einfach nur wegen des unfreundlichen Wetters niedergeschlagen oder leide ich an einer echten Winterdepression? Eine Depression wird oft mit folgenden Symptomen in Verbindung gebracht:

  • Verminderung von Konzentration, Antrieb und Selbstwertgefühl
  • Schuldgefühle
  • Verlust von Interesse / Freude
  • Erhöhte Ermüdbarkeit
  • Pessimistische Zukunftsperspektiven
  • Schlafstörungen

Bei fast jedem Menschen tritt jedoch im Laufe seines Lebens zeitweise eines oder mehrere der oben genannten Symptome auf. Die Mehrheit dieser Empfindungen kommt aber auch bei einer depressiven Verstimmung vor. Jedoch greifen die negativen Gefühle bei einer richtigen Depression viel tiefer. Eine klinische Depression zeigt in der Regel folgende Symptome auf:

  • Die depressiven Stimmungen halten in der Regel mindestens zwei Wochen an und bewirken tiefe Traurigkeit, Gefühle der Reue und Wertlosigkeit.
  • Betroffene haben durchweg eine schlechte Stimmung, wobei diese nur kurz durch äußere Anlässe gebessert werden kann.
  • Die Leistungsfähigkeit ist deutlich herabgesetzt, es bedarf erheblicher Anstrengung den Alltag zu bewältigen.
  • Es entstehen anhaltende Gefühle der Sinnlosigkeit und Hoffnungslosigkeit.
  • Die normalen, alltäglichen Pflichten werden im hohen Grad vernachlässigt, was bedeutende Auseinandersetzungen mit dem sozialen Umfeld zur Folge hat.
  • Selbstmordgedanken treten häufig auf.

Die Winterdepression ist zudem eine spezifische, sich wiederholende Depression mit einem „saisonalen Verlaufsmuster“. Das heißt, sie tritt jedes Jahr wieder im Winter auf. Mit dem Ende der kritischen Jahreszeit verlieren die Symptome an Intensität. Es ist dennoch wichtig, sich professionelle Hilfe zu suchen, wenn die Mehrheit der erwähnten Symptome auf einen zutrifft.

Tipps zur Behandlung depressiver Verstimmungen

Die Winterdepression ist eine echte Störung und sollte auch als solche betrachtet und behandelt werden. Der Leidende erfährt eine starke negative Veränderung seiner Stimmung, die sich nur mit dem Ende der kalten, dunklen Tage wieder langsam und nachhaltig verbessert. Doch auch wenn die Merkmale einer Depression nicht erfüllt sind, kann ein winterliches Stimmungstief die Lebensqualität bedeutend einschränken.

Man muss sich aber nicht einfach hängen lassen, denn es gibt viele Möglichkeiten sich von einer depressiven Verstimmung abzulenken:

Aktivität

Eine depressive Verstimmung macht den Menschen müde, weniger enthusiastisch und unmotiviert und bewirkt dadurch eine Isolation von anderen Menschen und die gerne so genannte „Aufschieberitis“. Infolgedessen entstehen wiederum Gefühle der Einsamkeit und Schuld, welche die depressiven Gefühle noch verstärken.

Dagegen hilft: Aktiv bleiben! Auch einfache Aktivitäten, die zur Vollendung gebracht werden, geben einem das Gefühl einer kleinen Errungenschaft. Endlich mal Ordnung in den Kleiderschrank bringen, ein Buch zu Ende lesen, ein neues Hobby anfangen, die eigenen Gefühle in Zeichnungen ausdrücken. Sport ist nur eine der vielen motivierenden Aktivitäten, die uns die moderne Welt bietet. Auch wenn man mal keine Lust hat – einfach Kleider anziehen und eine kleine Shoppingtour machen bewirkt manchmal Wunder.

Diät

Obwohl eine Diät nicht oft als Behandlung depressiver Verstimmungen eingesetzt wird, ist es dennoch wichtig darauf zu achten, was und wie viel man zu sich nimmt. Es kommt oft vor, dass depressive Verstimmungen uns dazu verleiten mehr Kohlenhydrate (besonders Zucker) zu uns zu nehmen und an Gewicht zuzulegen, was uns wiederum langfristig energieloser und unmotiviert macht. Eine Diät kann uns nicht nur fit halten, sondern auch Energie und positive Stimmung verleihen.

  • Auf den Verzehr von Nahrungsmitteln, die einfache Kohlenhydrate enthalten – so wie Süßigkeiten, Cola oder Chips – sollte so weit wie möglich verzichtet werden. Obwohl uns diese Leckereien einen schnellen Energieschub geben, vergeht der Effekt sehr schnell und dies verleitet uns dazu ständig „nachtanken“ zu wollen.
  • Komplexe Kohlenhydrate dagegen, die sich zum Beispiel in Vollkorn, Gemüse, Bohnen und Früchten befinden, werden vom Körper langsamer verbrannt und liefern längerfristig Energie.
  • Heißer grüner Tee enthält wertvolle Antioxidantien und fördert den Stoffwechsel.
  • Lebensmittel, wie Nüsse und Oliven, die einfach gesättigte Fettsäuren enthalten, reduzieren die negativen Effekte von Cholesterin, wenn sie in Maßen verzehrt werden.
  • Langsam essen: Studien haben gezeigt, dass es bis zu 20 Minuten dauern kann, bis das Gehirn das Signal des „satt seins“ empfängt. Leider essen viele Leute sehr schnell und bemerken das Sättigungsgefühl somit verspätet. Sich Zeit beim Essen zu lassen bringt große Vorteile.
  • Eine ideal funktionierende Diät sollte immer der Person angepasst werden. Sich hier den Rat eines Ernährungsberaters zu holen ist immer empfehlenswert.

Lichttherapie

  • Diese Therapie wurde speziell dafür entwickelt, um Winterdepression zu behandeln.
  • Der Patient wird täglich ca. 30 Minuten lang einem intensiven hellen Licht (~ 10.000 Lux, entsprechend einem hellen Tag draußen) ausgesetzt und es ist sicherzustellen, dass das Licht auf die Netzhaut der Augen fällt.
  • Die Intensität und Zeitspanne der Lichttherapie hängt von der Person ab und sollte am besten mit einem Spezialisten besprochen werden.

Sollte man dennoch merken, dass die depressive Verstimmung zunimmt und erheblich in die Alltagstauglichkeit eingreift, so sollte man sich umgehend von einem Arzt beraten lassen. Folgende Möglichkeiten könnten beispielsweise mit entsprechenden Spezialisten besprochen werden:

Verhaltenstherapie

In einer Verhaltenstherapie wird dem Menschen beigebracht, mit der Depression aktiv umzugehen und Verhaltensweisen zu meiden, die depressive Empfindungen verstärken. Einstellungen zum Winter und dunklen, kalten Tagen können mithilfe eines Therapeuten zum Positiven verändert werden. Irrationale Gedanken und Überzeugungen können so langfristig korrigiert werden, und zu gesunden Verhaltensweisen führen. Eine Verhaltenstherapie hat gegenüber einer Lichttherapie den Vorteil, langfristig von depressiven Störungen zu befreien. Kombiniert erwiesen sich die zwei Methoden als besonders erfolgreich.

Medikamentöse Behandlung

Es gibt auch rezeptfreie Produkte, die uns bei depressiven Verstimmungen behilflich sein können. Beispiele sind Neurexan (gegen Nervosität und Schlaflosigkeit), oder Frohnatur Mood Tonic (für eine Verbesserung der Grundstimmung auf natürliche Weise). Es muss allerdings darauf geachtet werden, dass auch eine Einnahme von rezeptfreien Produkten grundsätzlich immer vorher mit dem Hausarzt besprochen werden sollte.

Auch ein potenzieller Vitamin D Mangel im Winter, kann zu depressiven Verstimmungen und Müdigkeit führen. Den Vitamin D Status kann und sollte man vom Arzt überprüfen lassen, bevor man zu Vitamin D reichen Nahrungsergänzungsmitteln greift.

 

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