Spina Bafida - offener Rücken
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Was ist Spina bifida?

Bei Spina bifida handelt es sich um eine angeborene Fehlbildung, von der Rückenmark und Wirbelsäule mit unterschiedlich starker Ausprägung betroffen sind. Spina bifida wird auch als offener Rücken bezeichnet. Er entsteht, wenn sich ganz zu Beginn der Schwangerschaft das sogenannte Neuralrohr nicht richtig verschließt. Aus dem Neuralrohr entwickeln sich später Wirbelsäule und Rückenmark. Durch den offenen Rücken kommt es zu weiteren leichten bis schwereren Schädigungen. In einfachen Fällen leidet der Patient später unter Störungen beim Gehen. Schwerwiegende Verläufe kennzeichnen sich u. a. durch Inkontinenz und Hydrocephalus (Wasserkopf). Entsprechend hat die Spina bifida einen erheblichen Einfluss auf die Lebensqualität und letztendlich auch auf die mögliche Lebenserwartung. Eine lebenslange medizinische Betreuung mit angepasster Intensität ist erforderlich.

Ursachen der Spina bifida

Es gibt mehrere mögliche Ursachen für die Entstehung einer Spina bifida. Dazu gehören Medikamente zur Behandlung von Epilepsie. Bei werdenden Müttern mit schlecht eingestelltem oder unbehandeltem Diabetes mellitus besteht ebenfalls ein erhöhtes Risiko. Es hat sich außerdem gezeigt, dass Folsäuremangel als Grund eine erhebliche Rolle spielt. Folsäure gehört zu den B-Vitaminen. Gerade in den ersten Monaten der Schwangerschaft ist der Bedarf an Folsäure doppelt so hoch wie sonst. Folsäure ist zwar in vielen Nahrungsmitteln enthalten, wie Möhren, Radieschen und Spinat, sie ist jedoch ausgesprochen hitzeempfindlich. Das bedeutet, dass es selbst bei guter Auswahl gesunder Nahrungsmittel zu einer Unterversorgung kommen kann, die bei einer Schwangerschaft fatale Folgen hat. Daher genügt eine gesunde und ausgewogene Ernährung möglicherweise nicht, um das Risiko abzuwenden. Gynäkologen raten an dieser Stelle zu Folsäure in Tablettenform.

Diagnose der Spina bifida

Spina bifida wird für gewöhnlich bei der Vorsorgeuntersuchung entdeckt. Das kann im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung geschehen. Außerdem dient der Triple-Test in der 15. bis 20. Schwangerschaftswoche der Früherkennung. Bei diesem Test wird das Blut der Schwangeren auf drei Hormone untersucht. Der Test dient zur Klärung des genauen Schwangerschaftsalters und der Kalkulation des Risikos für Spina bifida und Trisomie 21. Das Ergebnis allein genügt aber nicht für eine Diagnose. Es zeigt lediglich, ob bei der Schwangeren ein erhöhtes Risiko für ein Kind mit schwerer gesundheitlicher Einschränkung besteht. Bei auffälligen Werten wird der Arzt eine Fruchtwasseruntersuchung empfehlen. Die Teilnahme ist nicht ohne Risiko für das Kind. Sie ist freiwillig und trägt dazu bei, eine mögliche schwere Behinderung schon vor der Geburt zu erkennen.

Kritischer Umgang mit Test und Diagnose

Der Triple-Test  und die Fruchtwasseruntersuchung werden kontrovers diskutiert. Eine schon in der Schwangerschaft diagnostizierte schwere Behinderung kann zu einem Schwangerschaftsabbruch berechtigen. Frauen, für die ein Abbruch nicht infrage kommt, werden durch eine solche Untersuchung allerdings eher verunsichert, offenbar auch dann, wenn eine  Fruchtwasseruntersuchung zeigt, dass es keine Hinweise auf eine Schädigung gibt. Gerade weil durch die Fruchtwasseruntersuchung ein Risiko für das Kind besteht, sollte sie nur empfohlen werden, wenn die werdende Mutter ihre Entscheidung über die Fortführung der Schwangerschaft von dem Ergebnis abhängig machen würde.

Folsäure in der Schwangerschaft

Folsäure ist maßgeblich an der Zellneubildung und der Zellteilung beteiligt. Fehlt Folsäure, können Missbildungen beim ungeborenen Kind die Folge sein. Dazu gehört auch die Spina bifida. Aus diesem Grund raten Frauenärzte Schwangeren zur Einnahme von Folsäure. Da die Schädigung schon in den ersten Schwangerschaftswochen auftritt, müssen die Frauen die Folsäure schon früh einnehmen. Hier besteht die Gefahr, dass sie erst Kenntnis von der Schwangerschaft erlangen, wenn die Stufe der entscheidenden Entwicklung bereits abgeschlossen ist. Diesem Risiko können Frauen begegnen, indem Sie mit der Einnahme schon ab Planung einer Schwangerschaft beginnen. Setzt die Einnahme von Folsäure mindestens vier Wochen vor Beginn der Schwangerschaft ein, können mangelbedinge Fehlbildungen vermieden werden. Risiken dieser Art lassen sich gut vermeiden, wenn Frauen den Gynäkologen vor der Schwangerschaft aufsuchen und sich gründlich beraten lassen.

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