Warum sollte man stillen?
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Warum sollte man stillen?

Ein Thema, welches bereits in Geburtsvorbereitungskursen provoziert und polarisiert: Soll ich mein Kind stillen? Dass die Antwort auf diese Frage ein „Ja“ ist, wissen auch Stillgegnerinnen. Auch die WHO empfiehlt in den ersten 6 Lebensmonaten ausschließliches Stillen. Aber was ist mit jenen Müttern, die nicht stillen können und mit blutigen Brustwarzen kurz vor dem Burnout stehen? Ist man etwa keine gute Mutter, wenn man nicht stillt? Wir thematisieren heute die Vorteile des Stillens, ganz ohne Dogma und wertungsfrei. Dabei wird auch nicht vergessen, dass es Gründe sowohl von Seiten der Mutter als auch des Kindes gibt, die das Stillen nicht ermöglichen.

Welche Vorteile bietet das Stillen für das Kind?

Stillen stärkt das Immunsystem: Das Babys, die ausschließlich gestillt wurden, resistenter gegen Allergien sind, wurde schon öfters in den Medien erwähnt. Doch wussten Sie, dass dies auch für Asthma, Morbus Crohn, Ekzeme, Infektionen der Atemwege und Diabetes gilt?

Außerdem fungiert die stillende Mutter wie eine „mobile Apotheke“ für das Baby. Hat dieses sich nämlich doch einmal einen Krankheitskeim eingefangen, gibt es diesen während dem Stillen an die Mutter, diese entwickelt Antikörper dagegen, welche an das Baby wieder zurückgegeben werden.

Stillen unterstützt die Gehirnentwicklung: Studien zeigen, dass gestillte Babys zu höheren IQs tendieren, als die mit Ersatznahrung aufgezogenen Altersgenossen.

Gestillte Babys entwickeln seltener Übergewicht, da die Muttermilch ein Protein enthält, welches dem Körper hilft, Fette abzubauen.

Emotionale Bindung: Die Geborgenheit beim Stillen ist wichtig für Neugeborene. Beim Stillen wird das Hormon Oxytocin ausgeschüttet, welches man auch das „Vertrauenshormon“ nennt. Es ist wichtig für eine gute mütterliche Bindung zum Kind.

Welche Vorteile bietet das Stillen für die Mutter?

After Baby-Body: Stillende Frauen verlieren leichter an Gewicht. Die Produktion von Muttermilch verbrennt in etwa so viele Kalorien wie ein 5 km-Lauf!

Die Rückbildung der Gebärmutter wird durch das Stillen begünstigt.

Muttermilch steht ständig frisch und in der richtigen Temperatur zur Verfügung, und dazu auch noch gratis!

Verringertes Krebsrisiko durch Stillen: Studien belegen, dass sich das Risiko, an Eierstock-, Gebärmutter- oder Brustkrebs zu erkranken, für stillende Mütter verringert.

Warum ausschließliches Stillen?

An der Brust zu saugen, ist für das Baby anstrengender, als die Flasche zu nehmen. Hat das Baby einmal die „Erleichterung“ verspürt, mittels Schnuller oder Saughütchen zu saugen, könnte es sein, dass es anschließend die Brust verweigert. Bei einer „Saugverwirrung“ kann es schwierig werden, das Baby wieder an die Brust zu gewöhnen.

Wenn ab ca. dem 6. Lebensmonat andere Beikost dazu gefüttert wird, wird dennoch empfohlen, noch weiter zu stillen, da dies die Verträglichkeit der „neuen“ Lebensmittel steigert.

Medizinische Gründe, die ein Stillen verhindern können:

  • Ausgeprägte Blutarmut inklusive Eisenmangelanämie,
  • starke Mangel-/Fehlernährung der Mutter,
  • Schilddrüsenprobleme (oft zu wenig Milchbildung),
  • aktuelle oder durchgemachte Brustkrebserkrankung,
  • schlecht eingestellte Diabetes-Erkrankung,
  • Einnahme unterschiedlicher Medikamente (Rücksprache mit dem Arzt bringt Klarheit),

Keinesfalls darf gestillt werden bei:

  • Drogen-/Alkohol-/Medikamentensucht der Mutter
  • schwerwiegenden Infektionskrankheiten wie HIV, Ebola oder Herpes an derBrust
  • laufender Chemotherapie

Warum das Stillen manchmal Probleme bereitet:

Verschiedene Vorgänge rund um die Krankenhausroutine erschweren oft den Stillvorgang. Wurden beispielsweise während der Geburt starke Schmerzmittel verabreicht, wirken diese auch beim Baby. Es ist schläfrig und benommen, und hat nicht viel Lust auf aktives Saugen, was dann auch die Milchbildung beeinflusst. Durch ein gutes Stillmanagement kann dies aber leicht behoben werden.

Auch eine Geburt per Kaiserschnitt bringt verschiedene körperliche Prozesse durcheinander. Der Milcheinschuss ist verzögert, das Baby hat oftmals Schwierigkeiten, sich der Umgebung anzupassen. Hier hilft nur häufiges Anlegen und viel Geduld.

Auch eine Trennung von Mutter und Kind im Krankenhaus nach der Geburt verursacht Stillschwierigkeiten. Wenn Babys im Säuglingszimmer liegen, können sie nicht bei den ersten Anzeichen von Hunger gestillt werden. Während der Stillpause in der Nacht bildet sich auch nicht genügend Milch bei der Mutter.

Beim Stillen braucht es eine Menge Geduld und Einfühlungsvermögen. Wird das Baby unsanft zum Trinken bewegt, verursacht das möglicherweise einen Reflex, bei dem das Saugen unmöglich gemacht wird.

Von der Benutzung von Schnullern wird inzwischen in den ersten 4 Lebenswochen abgeraten, damit das Baby seine Saugbedürfnisse an der Brust ausleben „muss“.

Das Stillen soll nach Bedarf erfolgen, nicht nach der Uhr.

Zugefüttert werden sollte möglichst nur, wenn es dafür einen medizinischen Grund gibt, und dann auch möglichst nur vorübergehend.

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