Kommentare 0

Wadenwickel – Das altbewährte unter den Hausmitteln

Sie gilt als eines der ältesten Hausmittel und wird zur Verbesserung verschiedenster Leiden angewandt: Die Wadenwickel. Bereits unsere Großeltern haben sich mit den feuchten Tüchern Abhilfe bei Fieber oder Schmerzen geschaffen. Aber wann ist die Verwendung einer Wadenwickel überhaupt sinnvoll? Und was ist bei der Anwendung für Kleinkinder und Babys zu beachten? Die Antworten finden Sie hier in der eurapon Apotheke der Hausmittel.

Anleitung zur richtigen Anwendung von Wadenwickeln

Wie es sich für ein vernünftiges Hausmittel gehört, benötigt man zur Vorbereitung und Anwendung von Wadenwickeln nicht viel. Sie brauchen:

  • Zwei Leinentücher (beispielsweise Geschirrhandtücher)
  • Ein Handtuch, als aufsaugende Unterlage
  • Eventuell ein Zwischentuch aus Wolle oder Frottee, um Wasserverlust des Innentuchs (Leinentuchs) zu verhindern
  • Kühles bis lauwarmes Wasser

Tauchen Sie die Leinentücher in lauwarmes Wasser, wringen Sie sie gut aus und wickeln sie anschließend straff um die Unterschenkel des Patienten. Achtung: Die Wickel sollten zwar faltenfrei sitzen, aber auch keinen Fall das Blut abschnüren. Darüber können Sie nun ggf. die Zwischentücher aus Wolle oder Frottee wickeln. Anschließend betten sie die Beine auf eine saugfähige Unterlage, beispielsweise ein großen Badetuch. Wenn nötig, kann der Betroffene leicht zugedeckt werden.

Wadenwickel bei Entzündungen

Zur Bekämpfung von Entzündungsschmerzen oder auch bei Überlastung der Beine, zum Beispiel durch langes Stehen oder Laufen, empfiehlt sich die Anwendung von kalten Wadenwickeln. Sind die Wickel kälter als die Körpertemperatur, aktivieren sie das vegetative Nervensystem. Und zwar zuerst den Sympathikus (Leistungsnerv), der den Stoffwechseln anregt, den Blutdruck erhöht und unsere Atmung vertieft.

Haben sich die Wickel nach circa 10 bis 20 Minuten der Körpertemperatur angepasst, wird der Parasympathikus (Erholungsnerv) angeregt. Er sorgt für eine Weitung der Blutgefäße und bewirkt, wie der Name bereits andeutet, eine Entspannung des Körpers. Auf diese Art werden Venenanspannungen gemindert und das Wohlbefinden gesteigert.

eurapon-Hinweis: Auch wenn sie im Volksmund oft kalte Wadenwickel genannt werden, sollten die Tücher niemals in eiskaltes Wasser getaucht werden. Nehmen Sie lieber lauwarmes Wasser, das nur einige Grad kälter als Ihre Körpertemperatur ist.

Wadenwickel bei Fieber

Besonders bekannt sind Wadenwickel für ihre fiebersenkende Wirkung. Auch hier sollten allerdings keine eiskalten Tücher verwendet werden. Für die optimale Wirkung reicht es schon aus, wenn Sie kühles Leitungswasser verwenden. Die Venen ziehen sich durch die Kühlung anfänglich zusammen und weiten sich anschließend, sobald die Wickel wärmer werden. Dadurch haben sie eine wärmeentziehende Wirkung auf den Körper und kühlen ihn ab.

Sobald die Tücher warm sind (nach circa 20 Minuten), sollten sie gewechselt werden. Auf diese Art und Weise kann das Fieber innerhalb einer Zeitspanne von bis zu 60 Minuten normalerweise um 1 bis 1,5 Grad gesenkt werden. Eine drastischere oder schnellere Abkühlung des Körpers würde den Kreislauf zu sehr belasten. Nach dreimaligem Wechseln der Wickel sollte also in jedem Fall eine Pause eingelegt werden.

eurapon-Hinweis: Wenden Sie Wadenwickel in jedem Fall nur dann an, wenn die Waden, Hände und Füße des Kränkelnden auch wirklich warm/heiß sind. In manchen Fällen bewirkt Fieber, dass die Extremitäten zur besseren Versorgung der inneren Organe weniger gut durchblutet und dementsprechend kalt werden. In dem Fall wären kühle Wickel kontraproduktiv. Auch bei beginnendem oder steigendem Fieber und bei Schüttelfrost ist von Wadenwickeln abzuraten. Im Zweifel sollten Sie immer einen Arzt befragen.

Anwendung von Wadenwickeln bei Kleinkindern und Babys

Kinder sind um einiges empfindlicher als Erwachsene. Das sollte auch bei Wadenwickeln beachtet werden. Verwenden Sie also auf keinen Fall zu kalte Tücher. Die Richtlinie ist auch hier: Handwarm. Bei Kindern unter sechs Monaten sollte man von Wadenwickeln ganz absehen. Sie könnten durch die plötzliche Kühlung einen Kreislaufzusammenbruch erleiden.

Bei etwas älteren Kindern kann man die Wickel wie gewohnt anlegen. Allerdings ist es wichtig, während der Anwendung die Körpertemperatur des Kindes öfter nachzumessen, da das Fieber bei ihnen schneller sinkt als bei Erwachsenen. Ist die Temperatur um bis zu 1 Grad gesunken, sollte man die Behandlung unterbrechen, da es sonst schnell zu einer Auskühlung kommen kann.

Wichtig: Bei sehr hohem (bei Kindern spricht man ab 39 Grad von hohem Fieber) oder anhaltendem Fieber, suchen Sie umgehend einen Arzt auf! Gerade bei kleinen Kindern, die nicht klar artikulieren können, was Ihnen fehlt, ist schnelle Hilfe wichtig.

Weitere nützliche Informationen rund um die Wadenwickel

Ähnliche Artikel auf dem Gesundheitsblog

Schreibe eine Antwort