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Vegane Medikamente – Welche Alternativen haben Veganer?

Die Entscheidung vegan zu leben fällen viele Menschen, weil sie einen Beitrag zur Verringerung von Tierleiden leisten wollen. Aus diesem Grund ist es für die meisten Veganer nicht damit getan, tierische Produkte vom Speisenplan zu streichen. Sie vermeiden unter anderem auch tierische Erzeugnisse bei der Kleidung (Leder, Pelze…) und achten darauf, dass Kosmetik tierversuchsfrei produziert wurde.

An die Grenzen veganer Lebensweise stoßen jedoch die meisten Menschen wenn sie krank werden,  oder sogar im Krankenhaus behandelt werden müssen. So gut wie alle Medikamente, Therapien, Operationsmethoden etc. wurden im Tierversuch getestet. Als Tierversuchsgegner stünde einem nur der Verzicht auf jegliche schulmedizinische Behandlung und einen erheblichen Teil der naturheilkundlichen Behandlung zur Auswahl.

Sind Tierversuche wirklich notwendig?

Tierversuche sind nach wie vor ein äußerst umstrittenes Thema. Von Tierschützern verdammt- von Forschern verteidigt. Zumindest in der Kosmetikindustrie hat ein Umdenken stattgefunden, es besteht ein Verkaufsverbot von im Tierversuch getesteten Pflegemittel seit 2013 innerhalb der EU. Bei Medikamentenzulassungen und Tests von Gebrauchsgütern auf ihre Unbedenklichkeit sind jedoch immer noch Tierversuche gesetzlich vorgeschrieben. Forscher verteidigen dies unter anderem damit, dass bestimmte Medikamente auf ihre Wirkung auf den Gesamtorganismus getestet werden müssen (z.B. bei Diabetes), und dazu kann man nicht auf Versuche mit z.B. Zellen ausweichen.

2015 wurde von der EU-Kommission ein generelles Tierversuchsverbot abgelehnt. Eine Trendwende ist jedoch bereits erkennbar, seit 2013 ist die Zahl der Tierversuche in Deutschland konstant rückläufig. Einige alternative Forschungsmethoden lassen Tierschützer hoffnungsvoll in die Zukunft blicken: An der Freien Universität Berlin wurde eine künstliche Haut entwickelt, die sogar allergisch reagieren kann. Außerdem testen sie verschiedene Behandlungsmethoden auch an Organteilen aus, die bei Operationen übrig geblieben sind, z.B. Lunge. Die TU Berlin versucht sogar, einen „menschlichen Mikroorganismus aus Stammzellen“ auf einen Zell-Chip in der Größe eines Smartphones unterzubringen.

Gibt es Alternativen in der Medizin für Veganer?

Hier kommt es definitiv auf die Art der Erkrankung an. Wenn es unumgänglich ist und vom Arzt angeraten wurde, obwohl Sie ihm Ihre Bedenken mitgeteilt haben, sollten Sie in die vorgeschlagene Behandlungsmethode einwilligen. Sie können keinem Tier rückwirkend damit helfen, indem Sie eine notwendige Behandlung verweigern.

Wenn es jedoch möglich ist, die Erkrankung mit Homöopathie oder Akupunktur zu behandeln, spricht nichts dagegen, diesen Methoden den Vorzug zu geben.

Einige Hersteller stellen heute vegane Alternativen her (z.B. Gelatine freie Kapseln auf Cellulose Basis).  Achten Sie aber am besten vorbeugend auf eine gesunde Ernährung und einen bewussten Lebensstil (auf das Gewicht achten, Bewegung, nicht rauchen, wenig Alkohol, Stress reduzieren…), dann haben Sie bereits einen großen Beitrag dazu geleistet, Wohlstandskrankheiten von Herz und Kreislauf, Stoffwechsel etc. vorzubeugen. Und somit sind Sie (hoffentlich) auch auf weniger medizinische Behandlung angewiesen!

Kleine vegane Hausapotheke

Um gegen alltägliche Beschwerden gerüstet zu sein, können Sie folgende vegane Alternativen in Ihre Hausapotheke mit aufnehmen: Bei Erkältungen helfen Meerwassersprays und Tees, welche genau, können Sie unserem Artikel zum Thema Heilpflanzentees entnehmen.

Bei Muskelzerrungen, aber auch Kopfschmerzen hilft die Applikation von Tigerbalsam. Der Name „Tiger“ geht auf den Hersteller zurück, nicht auf Inhaltsstoffe von oder mit Tigern.

Bei Einschlafstörungen und Nervosität kann man auf Baldriantee oder vegane Beruhigungstropfen aus der Apotheke zurückgreifen. Auch Bachblütentropfen zeigen gute Wirksamkeit.

Gegen Durchfallerkrankungen sollten Sie Kohletabletten parat haben, bei Verstopfung hilft oftmals ein Glas Rote Bete- oder Sauerkrautsaft.

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