Valentinstag - alles über den Tag der Liebe
Kommentare 0

Valentinstag – alles über den Tag der Liebe

So leicht kann man ihn heute nicht mehr vergessen. Die vielen Herzchen hier und da, die schön aufbereiteten Schokoladenspezialitäten in den Supermärkten, zum Geschenkekaufen inspirierende Werbung so weit das Auge reicht und Blumen überall. Ja – am Dienstag ist Valentinstag! Ein ganz besonderer Tag um die Liebe zu feiern und sich von der Romantik verführen zu lassen. Oder etwa nicht?

Wer oder was steckt hinter dem Valentinstag? Und was hat das Ganze mit Liebe zu tun? Heute wollen wir einen Blick hinter die rosaroten Kulissen des 14. Februars werfen und spannende Fakten über Romantik und Liebe erfahren.

Der Heilige Valentin – Geschichte und Mythos

Lange vor der Verbreitung des Christentums, wurde im antiken Rom, der 15. Januar als ein besonderes Fest – Lupercalia gefeiert. Das Fest war dem römischen Gott des Ackerbaus, Faunus gewidmet, sowie den beiden Gründern Roms – Romulus und Remus. Es wurde getanzt, gesungen  und die Zugvögel wurden mit Freunden wieder willkommen geheißen. Der Februar lag damals, nach dem römischen Kalender, im Frühling. Diese Zeit inspirierte Menschen dazu, zusammen mit der auferstehenden Natur, neu anzufangen und neue Familien zu gründen. Ein alter Brauch war damals, Zettel mit Namen von jungen Frauen in eine Urne zu werfen. Männer durften dann die Zettel ziehen, und mit der vom Schicksal Auserwählten für ein Jahr zusammen sein. Manche dieser Paare heirateten schließlich und gründeten Familien.

Später wurden die Bräuche um Mitte Februar von der christlichen Kirche mit dem Heiligen Valentin (oder im Latein – Valentinus) in Verbindung gebracht. An dieser Stelle jedoch, verstricken sich Fakten und Mythen. Es gibt verschiedene Geschichten über den Heiligen Valentin, die auch meistens von verschiedenen Personen und Taten berichten.

In einer ganz bekannten Legende, war der Heilige Valentin ein Priester aus Rom. Er soll Paaren die verliebt waren, geholfen haben, insgeheim zu heiraten. Im 3. Jahrhundert soll der Kaiser
Claudius II jungen Männern verboten haben zu heiraten. Er glaubte, dass Männer ohne Frauen und Familien, bessere Soldaten seien und sich bereitwilliger in den Krieg stürzen würden. Der Heilige Valentin wollte aber verhindern, dass Paare sich dazu gezwungen fühlen „in Sünde“ leben zu müssen, und gewährte Liebenden die Möglichkeit sich insgeheim zu vermählen. Seine Taten wurden aber von Claudius entdeckt und Valentin wurde zum Tode verurteilt.

In einer anderen Überlieferung, wurde der Heilige Valentin ins Gefängnis geworfen, weil er seinen christlichen Glauben nicht aufgeben wollte und versuchte anderen Christen dabei zu helfen aus römischen Gefängnissen zu fliehen. Die Geschichte besagt, dass sich Valentin in die Tochter eines Wärters verliebt hatte, und ihr den ersten Valentins-Brief geschrieben hatte, signiert „von deinem Valentin“. Diese Signatur sollte noch viele Valentinskarten, besonders im englischsprachigen Raum, schmücken.

Wie Romantik den Valentinstag eroberte

Die Geschichte behielt den Heiligen Valentin als einen barmherzigen, romantischen Märtyrer in Erinnerung. Der 14. Februar, bekannt als der Tag seiner Hinrichtung, wurde als Festtag geehrt. Bereits im Mittelalter war Valentin einer der beliebtesten Heiligen in England und Frankreich, und man feierte den 14. Februar, indem man kleine Geschenke austauschte.

Der Valentinstag hatte bis ins Mittelalter, als Tag der Hinrichtung eines Heiligen, nicht viel mit Leidenschaft und Romantik zu tun. Dies sollte sich jedoch mit einem Gedicht des Englischen Dichters Geoffrey Chaucer ändern. Um 1380 widmete Chaucer sein berühmtes Werk, „Parlement of Foules“, dem 14. Februar – dem Valentinstag. Das Gedicht spiegelt die damalige englische Gesellschaft wieder, und es wird intensiv über die romantische Liebe diskutiert. Dabei wird der Valentinstag als Tag bezeichnet, wo alle zusammenkommen, um einen Partner zu finden. Das Gedicht gewann schnell an Beliebtheit, und der Valentinstag wurde immer mehr ein Fest der Liebenden und der Romantik. Unzählige Valentinsgedichte wurden in den kommenden Jahrhunderten geschrieben, Valentinskarten wurden verschickt und Blumen verschenkt.

Mit den Auswanderern gelangte der Brauch nach Amerika, und später dann, nach dem Zweiten Weltkrieg nach Deutschland. Im Jahre 1950 wurde der 1. Valentinsball in Nürnberg veranstaltet. Floristen und Vertreter der Süßwarenindustrie etablierten durch intensive Werbung den Valentinstag inzwischen auch hier zu einem festen Feiertag.

Liebe ist…

…schwer zu beschreiben. Besonders die romantische Liebe, die unzählige Gedichte, Geschichten, Fernsehserien und Apps inspiriert – sie prägt unsere Gesellschaft und beeinflusst uns auf unvorhersehbaren Arten. Obwohl der Valentinstag lange als quasi-offizieller Feiertag der Liebe und Romantik galt, wird er aktuell immer weniger repräsentativ für diese Gefühle. Besonders mit der Kommerzialisierung des Valentinstags, entwickelte sich bei vielen eine Abneigung gegen die künstlich gefeierte Liebe. Andererseits nutzt man den Valentinstag inzwischen auch, um Freunden und Familie Valentinskarten zu schicken, oder einfach nur mit Freunden zu feiern.

Doch was genau ist echte Liebe? Die Liebe, die man am liebsten jeden Tag feiern würde, weil jeder Augenblick mit der geliebten Person außergewöhnlich und einzigartig scheint? Die Liebe die uns verändert und Schmetterlinge im Bauch tanzen lässt? Sie verändert uns tatsächlich. Auch wenn sich die emotionellen Aspekte des Verliebt-Seins schwer greifen lassen, so wissen wir heute umso mehr über das biochemische Chaos in unserem Körper, welches die Liebe mit sich bringt. Viele verschiedene Hormone spielen dabei wichtige Rollen. Zum Beispiel Oxytocin, auch „Kuschelhormon“ genannt, wird vermehrt freigelassen während wir Streicheleinheiten austauschen und kuscheln. Es ist auch verantwortlich für die Muskelkontraktion während einer Geburt und der Milchproduktion, und schafft gleichzeitig ein Gefühl der bedingungslosen Liebe in der Mutter zum Kind. Vasopressin ist ferner ein wichtiges Hormon in der Paarbildung. Es spielt eine wesentliche Rolle im Herzkreislaufsystem und in der Erhaltung des Blutdrucks. Während Oxytocin eine größere Rolle bei Frauen spielt, wird bei Männern eher Vasopressin mit der Entwicklung von Zuneigung in Zusammenhang gebracht.

Beide Hormone regen die Produktion von Dopamin, oft auch als Glückshormon bezeichnet, an. Die erhöhte Freilassung von Dopamin wird als bedeutende Belohnung von unserem Gehirn interpretiert und die Motivation zur Wiederholung der wohltuenden Aktivität wird aktiviert. In der Anfangsphase der romantischen Liebe, wurden auch sinkende Serotoninwerte beobachtet. Dies wird besonders mit dem fast zwanghaften Verhalten des Verliebten am Anfang in Zusammenhang gebracht. Im Laufe der Beziehung normalisieren sich die Serotoninwerte wieder.

Die gesamte „Chemie der Liebe“ ist jedoch viel komplexer und bleibt noch weitgehend unverstanden. Der Hormon-Cocktail wirkt in jedem Fall auf eine ganz besondere Weise, so wie auch die Erfahrung mit der Liebe für jeden einzigartig und besonders ist.

Ob ihr den Valentinstag feiert oder nicht, bleibt glücklich und gesund!

Schreibe eine Antwort