Unser Umzug in die Scipiostraße
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Unser Umzug in die Scipiostraße

Letzen Monat habe ich von unseren ersten Schritten als Versandapotheke berichtet. Heute möchte ich ein wenig auf unsere weitere Entwicklung eingehen. Auf dem Weg dahin, eine der 10 größten Versandapotheken Deutschlands zu werden, hatten wir viele Hürden zu überwinden. Die Höchste davon war unser Umzug im Jahr 2014.

Der Kampf mit der Kapazitätsgrenze

Aufgrund unseres starken Wachstums war absehbar, dass wir in absehbarer Zeit an unsere Kapazitätsgrenzen stoßen würden. Unsere Räumlichkeiten in der Bremer Überseestadt waren nicht auf ein Unternehmen mit richtig großer Logistik ausgelegt. Auf 700 m² Fläche konnten wir zwar bis zu 10.000 Pakete pro Woche verschicken, doch ein weiteres Wachstum war so nur schwer möglich.

Schon Mitte 2012 haben wir daher mit den Planungen für einen neuen Standort begonnen. Es reichte uns hierbei nicht, einfach nur auf mehr Fläche den gleichen, noch auf viel Handarbeit gestützten Versandprozess durchzuführen. Gemeinsam mit einem auf Logistik spezialisierten Ingenieurbüro haben wir unseren Prozess genau unter die Lupe genommen und eine Hochrechnung der nächsten Jahre vorgenommen. Basierend auf diesen Daten wurde ein völlig neuer Prozess für unsere Logistik entworfen.

Alles sollte noch eine Stufe professioneller werden, also weniger Handarbeit und mehr Automatisierung. Der neue Prozess sah diverse Maschinen und Regalkonzepte vor, wie z.B. Förderbänder, Kartonaufrichter, Kartonschließer, Palettenregalanlage, Fachbodenregalanlage und Sorter. Das klingt alles sehr technisch, dient aber einzig und allein dem Zweck, unseren Mitarbeitern die Bearbeitung der Bestellungen zu erleichtern und so eine kürzere Versanddauer für unsere Kunden zu erreichen.

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Der „Glücksfall“ Scipiostraße

Selbstverständlich konnten wir unseren Prozess nicht von heute auf morgen umstellen, denn jede Änderung führt dazu, dass sich die Mitarbeiter anpassen und neue Arbeitsschritte lernen müssen. Wir haben uns für einen Fünf-Stufen-Plan entschieden, um die einzelnen Bestandteile Schritt für Schritt zu integrieren. Bei der Auswahl des neuen Standorts wollten wir diese Entwicklung aber unbedingt schon mit berücksichtigen, damit wir nicht nach kurzer Zeit schon wieder Probleme mit dem Platz bekommen würden.

Das Ingenieursbüro berechnete eine benötigte Logistikfläche von insgesamt 4.500 bis 5.000 m². Zu unserem Glück stand im November 2012 eine Immobilie zum Verkauf, die genau die richtige Größe hatte. Mit 4.700 m² Logistikfläche, 1.300 m² Bürofläche und einer guten Lage in einem Gewerbegebiet in Bremen-Habenhausen entsprach das Gebäude in der Scipiostraße unseren Vorstellungen. Nach langen und zähen Verhandlungen haben wir die Immobilie schließlich im August 2013 gekauft.

Die eigentliche Arbeit begann nun jedoch erst. Vor dem Umzug mussten wir das Gebäude unseren Anforderungen anpassen und umbauen. Es mussten Anträge beim Bauamt eingereicht werden, ein neues Brandschutzkonzept musste her und vieles mehr musste geplant, verändert und angepasst werden, damit wir im Frühjahr 2014 endlich an den neuen Standort umziehen konnten.

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Unser Umzug, ein Drama in vier (Kraft-)Akten

Am Freitag, den 7. März 2014 war es endlich so weit: Der Tag des Umzugs war gekommen. Unser oberstes Ziel war, dass unsere Kunden so wenig wie möglich davon betroffen sein sollten. Um schnell wieder mit dem Versand weitermachen zu können, haben wir uns in zwei Teams aufgeteilt: Das erste Team hat ab 14 Uhr die Ware, Möbel, Regale und alles was man sonst noch so braucht, um Arzneimittel zu verschicken, gepackt und mit einem Umzugsunternehmen zum neuen Standort transportiert (1. Akt). Team Nummer 2 hat dann alles in den neuen Räumlichkeiten entgegengenommen und mit der Einrichtung angefangen (2. Akt). Nebenbei wurde die EDV-Infrastruktur komplett neu aufgebaut (3. Akt).

Nach 46 Stunden harter Arbeit war unser neues Lager komplett eingerichtet. Nun mussten wir noch eine Inventur durchführen, um zu überprüfen, ob unsere Ware auch vollständig am neuen Standort angekommen war, was einen weiteren Tag dauerte (4. Akt). Am Montag um 12 Uhr waren wir dann endlich fertig und konnten damit beginnen, neue Ware zu beschaffen und die Kundenaufträge zu bearbeiten.

Ganz besonders stolz war ich auf meine Mitarbeiter, die den Umzug mit großem Einsatz und großer Leidenschaft möglich gemacht haben. Am Ende waren wir sehr erschöpft und froh, alles hinter uns gebracht zu haben. Und trotzdem war da auch ein Gefühl der Euphorie zu spüren, eine richtige Aufbruchsstimmung.

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Motivierte Mitarbeiter und ein „toller Chef“

Dass die von uns allen erbrachte Leistung keineswegs selbstverständlich war, wurde mir im Gespräch mit einem Mitarbeiter der Umzugsfirma noch einmal so richtig klar. Er und seine Kollegen waren einstimmig der Meinung gewesen, dass wir es nicht schaffen würden, bis zum Montag mit dem gesamten Umzug fertig zu werden, geschweige denn am neuen Standort alles eingerichtet zu haben.

Als ich ihm mitteilte, dass wir ab Mittag die ersten Pakete verschicken würden, war er umso erstaunter und sagte nur, dass die Mitarbeiter wohl sehr motiviert sein müssen. Als ich das bejahte fügte er noch hinzu, dass sie auch einen tollen Chef haben müssten und fragte, wo der eigentlich sei. Als ich schmunzelnd auf mich selbst zeigte, war es dem guten Mann zwar ein wenig unangenehm, dass er nicht wusste, wer ich bin, aber dann musste auch er lachen – und ich habe eine schöne Anekdote für diesen Blogartikel.

Im Rückblick ist der Umzug eine tolle Sache für unser Unternehmen gewesen, weil er uns vor Augen geführt hat, was wir zusammen alles erreichen können und wie weit wir schon gekommen sind. So bald muss ich den Stress eines weiteren Umzugs allerdings nicht haben – unsere Mitarbeiter werden das sicherlich ähnlich sehen. Daher sind wir sehr froh, dass wir an unserem Standort noch viele Jahre wachsen und gedeihen können.

Eurapon Inhaber Kubilay Talu
Kubilay Talu ist Apotheker und seit 2008 Inhaber der Versandapotheke Eurapon.  Als Mitarbeiter der Euro Apotheke in Bremen hat er bereits seit 2001 die Entwicklung des Unternehmens begleitet und entscheidend mitbestimmt.
Hier im Blog schreibt er in der Kategorie „Chefvisite“ einmal pro Monat über seine Erfahrungen und Ansichten aus dem Apothekenbereich.

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