Nach der Geburt - Schwangerschaftsratgeber von eurapon
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Unser Schwangerschaftsratgeber Teil 4: Nach der Geburt

Mit der Geburt endet die spannende Phase der neunmonatigen Schwangerschaft und das Familienleben beginnt. In den ersten Wochen und Monaten nach der Entbindung hält das Leben viele Herausforderungen für Kind und Mutter bereit, die gerade nach der ersten Schwangerschaft ungewohnt und aufregend sind. Im vierten und letzten Teil unseres Schwangerschaftsratgebers möchte Sie eurapon mit diesen Besonderheiten vertraut machen. Wir zeigen Ihnen, was auf die junge Mutter in den Monaten nach der Schwangerschaft zukommt und welche Entwicklungsschritte und Untersuchungen des Kindes üblich sind. Mit unseren praktischen Tipps der eurapon Online-Apotheke sind Sie auch auf diesen Lebensabschnitt bestens vorbereitet.

Die gesamte Übersicht mit der Entwicklung nach Monaten, Untersuchungsterminen und empfohlenen Impfungen für das Kind im ersten Jahr nach Geburt stellen wir Ihnen hier zur Verfügung.

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Alles Wichtige zum Jahr nach der Geburt

Die Wochen und Monate nach der Entbindung sind für die Mutter und den Partner fast immer ein Wechselbad der Gefühle. Zum einen herrscht große Freude, dass die Schwangerschaft erfolgreich überstanden wurde und der Säugling für grenzenloses Glück und eine Bereicherung des Familienlebens sorgt. Jeder Tag wird zu einem besonderen Erlebnis, und dies über Monate und Jahre hinweg.

Baby im Kinderwagen - Schwangerschaftsratgeber Teil 4 von euraponDoch hat die Phase nach der Geburt auch ihre Schattenseiten: Der Hormonhaushalt reguliert sich neu und der weibliche Körper entwickelt sich zurück, wobei viele Frauen den Verlust ihrer früheren Ästhetik fürchten. Das Baby hält mit seinen kurzen Schlafintervallen und dem häufigen Hunger die Familie auf Trab, an einen geregelten Tagesablauf ist vorerst nicht zu denken. Stress und Überanstrengung sind nicht zu leugnen, gerade wenn Mütter zum ersten Mal ein Kind in die Welt gesetzt haben und auf keinerlei Routine und Erfahrung zurückgreifen können. Auch psychisch müssen sich viele junge Mütter an die neue Situation gewöhnen, postnatale Depressionen oder andere Stimmungsschwankungen sind keine Seltenheit.

Was auch immer Sie in den Wochen und Monaten nach der Geburt erfahren – nehmen Sie diese Entwicklungen an und sprechen Sie hierüber. Vom Frauenarzt über die Hebamme bis zu Kursangeboten für Mütter junger Säuglinge stehen Ihnen viele Personen und Einrichtungen mit Rat und Tat zur Seite. Dies sollte natürlich auch für den Partner gelten, der genauso wie die Mutter seine Ruhephasen benötigen wird. Nutzen Sie all diese Unterstützung, um Freud und Leid zu teilen und erleben Sie hierdurch eine echte Erleichterung in dieser Lebensphase.

Was erwartet die Mutter nach der Geburt?

Viele Frauen haben die Vorstellung, bereits wenige Tage oder Wochen nach der Entbindung wieder voll im Leben stehen zu können. Dies gelingt nur in den wenigsten Fällen. Gerade bei der ersten Schwangerschaft wird unterschätzt, welche Auswirkungen die Entwicklung und das Gebären eines gesunden Kindes haben. Die körperlichen und psychischen Anstrengungen sind immens und fallen mit der Zeit des sogenannten Wochenbetts als Last von den Schultern der Mutter. Oft werden sie verspätet wahrgenommen, weil die überstandene Geburt und die Freude über ein eigenes Baby die Produktion von Glückshormonen ordentlich ankurbelt.

Neugeborenes zu Hause - Schwangerschaftsratgeber Teil 4 von euraponDer wichtigste Ratschlag für Frauen ist, die ersten Wochen nach der Entbindung bewusst ruhig anzugehen. Die Zeit darf und sollte genutzt werden, um sich mit dem Säugling vertraut zu machen und dem eigenen Körper die benötigte Entspannung und Erholung zu gönnen. Termine für die ersten Nachuntersuchungen von Mutter und Kind sollten genauso wahrgenommen werden wie Beratungsgespräche für den richtigen Umgang mit den Säugling. Unabhängig hiervon sollten Sie jedoch jeden unnötigen Stress vermeiden und ihr Leben langsam an die neuen Umstände mit Familienzuwachs anpassen.

Veränderungen des Körper

Der weibliche Körper wird nach einer Geburt nicht mehr derselbe wie vorher sein. Während sich der Hormonhaushalt über die Wochen nach der Entbindung langsam wieder aufs gewohnte Maß reguliert, hinterlassen 15 Kilo Gewichtszunahme und ein eventueller Kaiserschnitt seine Spuren. Auch die Rückbildung der Gebärmutter und eventuelle Komplikationen während der Entbindung hinterlassen ihre Spuren und verlaufen nicht immer, wie von der Mutter gewünscht. Im Folgenden ein Blick auf die wichtigsten Symptome und Beschwerden, die körperliche Veränderungen mit sich bringen.

Wochenfluss

Die Plazenta sorgte während der Schwangerschaftsmonate für die Nährstoffversorgung des Säuglings. Nach der Geburt wird sie nicht mehr benötigt und löst sich langsam von der Schleimhaut der Gebärmutter ab. Sie hinterlässt eine Wunde, die für den sogenannten Wochenfluss als sogenannte Nachblutungen sorgen. Diese ebben im Regelfall nach vier bis sechs Wochen ab.

In dieser Phase ist Körperhygiene besonders wichtig, außerdem sollte durch die Hebamme eine regelmäßige Überprüfung des Abflusses stattfinden. Bei der Rückbildung der Gebärmutter kann es auch zu einem Stau der Blutungen kommen, der Schmerzen und Infektionen begünstigt. Verantwortungsvolle Hebammen überprüfen täglich nach der Geburt, ob Rückbildung und Wochenfluss in einem gesunden Maße stattfinden.

Nachwehen

Die Rückbildung der Gebärmutter löst in der Woche nach der Geburt gelegentlich weitere Kontraktionen aus, die sogenannten Nachwehen. Je nach Empfindlichkeit empfinden viele Frauen diese als sehr schmerzhaft, vor allem wenn die Geburtswehen in sehr unangenehmer Erinnerung sind. Wird das Baby nicht gestillt oder handelt es sich um den ersten Nachwuchs der Frau, fallen die Schmerzen nur gering aus oder treten gar nicht auf. Sollten die Schmerzen gerade beim Stillen zu stark werden, wird der behandelnde Arzt oder die Hebamme ein natürliches Schmerzmittel anraten.

Beckenboden-Schwäche

Der Beckenboden ist durch die Strapazen der Geburt sehr geschwächt. Selbst wenn im Vorfeld gezielt Geburtsgymnastik betrieben wurde, wird sich diese Schwächung nicht vermeiden lassen. Tatsächlich merken die meisten Mütter eine körperliche Überanstrengung in den ersten Wochen nach der Geburt zuerst in diesem Bereich. Jeder Gynäkologe wird der frischen Mutter Ruhe und Entspannung vorschreiben, damit sich der Beckenboden vollends erholen kann.

So sehr sich Mütter auch schonen und viele Stunden des Tages im Bett oder auf der Wohnzimmercouch verbringen – die Beckenboden-Schwäche zeigt sich in den unerwartetsten Momenten. Der Klassiker sind kleine und unbedachte Hubbewegungen, beispielsweise wenn eine Tasche oder der Kindersitz aufgehoben wird. Mütter sollten sich hierfür sensibilisieren und ihren Partner diese Arbeiten in den ersten Wochen nach der Geburt ausführen lassen.

Verletzungen durch die Geburt

Risse in der Scheide oder am Damm sind keine Seltenheit und ein häufiger Begleiter der natürlichen Geburt. Haben Sie sich bei der Entbindung für einen Kaiserschnitt entschieden, wird die Naht am Bauch einige Wochen zum Abheilen benötigen. Ein Trost für alle Frauen: Immer seltener sorgen die Geburtsverletzungen für starke Schmerzen, gerade der gefürchtete Dammriss oder -bruch ist heutzutage deutlich unproblematischer als noch vor einigen Jahrzehnten.

Trotzdem fühlt sich das Hinsetzen für viele Mütter in den ersten Wochen unangenehm an. Sitzbäder mit Salzwasser sind ein beliebtes Hausmittel zur Linderung, ansonsten wird das Sitzen auf eher harten Untergründen wie Holzstühlen empfohlen. Viele Frauen empfinden außerdem Kälte als angenehm und schmerzlindernd, legen Sie also immer wieder Kältekompressen auf die betroffenen Stellen.

Sport nach der Geburt – wann und welche Sportarten?

Rückbildungssport - Schwangerschaftsratgeber Teil 4 von euraponViele Frauen haben vor ihrer Schwangerschaft aktiv Sport betrieben und nehmen sich in diesen Monaten nur ungern zurück. Ist die Entbindung erfolgt, möchten viele schnellstmöglich wieder Sport treiben. Andere entwickeln erst nach der Schwangerschaft den Wunsch, fitter zu werden und den Körper wieder in Form zu bringen. Die Monate haben körperlich ihre Spuren hinterlassen, die sich zwar nicht gänzlich beseitigen lassen, aber mit dem richtigen Training minimiert werden können. Doch wann ist es in Ordnung, wieder sportlich aktiv zu werden?

Zunächst gilt: Auch während der Schwangerschaft muss nicht vollends auf Sport verzichtet werden. Klassische Ausdauersportarten wie Schwimmen, Rad fahren oder Jogging sind allen Schwangeren in Maßen zu empfehlen. Für die Strapazen der Geburt ist eine gute Kondition der Mutter empfehlenswert, die sich durch regelmäßigen Sport fördern lässt. Gegen Ende der Schwangerschaft setzen die meisten Frauen mit dem Training aus, da bereits alltägliche Bewegungen durch das steigende Körpergewicht anstrengend genug sind.

Den optimalen Sport-Einstieg nach der Geburt finden

Ob Tage, Wochen oder Monate – zuallererst entscheidet das persönliche Körpergefühl über den besten Zeitpunkt, wieder mit dem Sport anzufangen. Es spricht nichts dagegen, bereits wenige Tage nach der Entbindung wieder mit leichtem Sport zu beginnen, sofern es das eigene Körpergefühl und die Nachwehen der Entbindung zulassen. Vor allem Dehnübungen sind zu empfehlen, genauso wie ein dezentes Laufen oder gymnastische Übungen.

Unabhängig von der körperlichen Fitness ist jeder jungen Mutter anzuraten, ein Beckenbodentraining zu absolvieren und eventuell eine Rückenschule zu besuchen. Diese beiden Körperpartien werden gerade in der Endphase einer Schwangerschaft stark in Mitleidenschaft gezogen. Durch ein gezieltes Training lässt sich die Muskulatur lockern und ihr zu einer neuen Stärke verhelfen. In vielen Fällen übernimmt die Krankenkasse die Kosten für solche Angebote ganz oder teilweise.

Wann ist Sport nach der Geburt zu unterlassen?

Ihr Körper ist der beste Indikator, wenn es um den Sportverzicht geht. Beispielsweise können die Schmerzen im Rücken zu groß sein, außerdem ist Inkontinenz je nach gymnastischer Übung keine Seltenheit. Schauen Sie selbst, mit welchen Übungen oder Sportarten Sie sich wohlfühlen und steigern Sie die Intensität nur langsam. Falls die Entbindung über einen Kaiserschnitt stattgefunden hat, sollten Sie für größere Anstrengungen auf jeden Fall bis zum Verheilen der Schnittwunden warten.

Die richtige Ernährung nach der Geburt

Nach der Entbindung gilt es für die Mutter, langsam wieder zu Kräften zu kommen. Die richtige Ernährung und eine ausreichende Kalorienzahl sind gleichermaßen zu beachten. Ein ausgewogener Speiseplan nach der Geburt kann sich an den allgemeinen Empfehlungen für eine gesunde Ernährung orientieren, jedoch an einzelnen Stellen speziell für junge Mütter modifiziert sein.

Die Wochen nach der Geburt sind von Widersprüchen geprägt. Zum einen möchte jede junge Mutter ihr zugelegtes Gewicht wieder verlieren, zum anderen ist sie auf viele Kalorien und Energie angewiesen. So wichtig das Abnehmen auch sein mag – zum Gewicht wie vor der Geburt kehren nur die wenigsten Frauen zurück. Der Schwerpunkt sollte deshalb zunächst auf  ausreichender Nährstoffversorgung liegen. Hierzu gehören:

– fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag
– ausreichend Ballaststoffe (wie Hülsenfrüchte) zur Förderung der Verdauung
– eiweißreiche Nahrungsmittel (für die Rückgewinnung von Muskelkraft)
– wenig Zucker und Süßigkeiten

Das Thema Süßwaren ist nicht nur wegen des erhofften Gewichtsverlusts in den Wochen und Monaten nach der Geburt wichtig. Über die letzten Jahre deuten immer mehr Untersuchungen darauf hin, dass eine zuckerfreie Ernährung nach einer Schwangerschaft das Risiko einer Schwangerschaftsdiabetes bei der nächsten Schwangerschaft erhöht. Komplett auf Süßes müssen Sie deshalb nicht verzichten, essen Sie diese jedoch in Maßen und achten Sie auf versteckten Zucker in vielen Lebensmitteln.

Stillen und Ernährung

Baby stillen - Schwangerschaftsratgeber Teil 4 von euraponMuttermilch ist vergleichsweise fetthaltig und wird zu einem wichtigen Energieträger für den Säugling in den ersten Monaten. Stillende Mütter müssen deshalb aber nicht auf eine fettreiche Ernährung umstellen, wenn sie dies nicht möchten. Im Gegenteil: Bei einem gesunden Organismus der Mutter wird der Körper an die natürlichen Fettreserven herangehen, um hierdurch die Milch für den Säugling anzureichern. Dies wird zu einer aktiven Hilfe beim Abnehmen, so dass auch ohne strenge Diät oder viel Sport eine Gewichtsabnahme in den Folgemonaten möglich wird. Hören Sie auch hier auf Ihren Körper und erkennen Sie, wann unabhängig vom Ergebnis Ihrer Waage zusätzliche Energie für ein gesundes Stillen eingefordert wird.

Ihr Kind: Die Entwicklung des Säuglings nach Monaten

Die neun Monate im Leib der Mutter sind von immensen Entwicklungen geprägt, die im Idealfall zu einem kerngesunden Baby führen. Doch auch nach der Entbindung hören diese Entwicklungen nicht auf. In den ersten zwölf Monaten werden viele neue Fähigkeiten erworben, wobei sich eine regelmäßige Kontrolle durch den Kinderarzt empfiehlt. Im Folgenden erhalten Sie einen kompakten Überblick über die wichtigsten Entwicklungsschritte im ersten Lebensjahr. Achtung: Sämtliche Zeitangaben sind als grobe Richtwerte zu verstehen, die individuelle Entwicklung eines gesundes Kindes kann in einzelnen Bereichen nach oben oder unten abweichen.

Die komplette Darstellung, was Ihr Kind in welchem Monat kann und an welche Untersuchungen Sie denken sollten, finden Sie zum Downloaden und zum Ausdrucken hier:

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Das kann das Baby

Das kann das Baby im 01. - 03. Monat - Schwangerschaftsratgeber Teil 4: Nach der Geburt

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1. Monat: In den ersten Wochen nach der Geburt hat das Baby eine Fülle an äußeren Reizen zu verarbeiten. Es reagiert auf viele dieser Reize oft reflexhaft. Hierzu gehört vor allem der Saugreflex für die Aufnahme der Muttermilch, auch die Suche nach der Mutterbrust oder das Greifen eines Fingers finden reflexartig statt. Ansonsten reagiert der Säugling auf seine Umgebung und verfolgt diese mit Interesse. Um alle äußeren Reize verarbeiten zu können, muss es den größten Teil des Tages schlafen, im Durchschnitt zwischen 19 und 20 Stunden.

2. Monat: Ab dem zweiten Lebensmonat wird der Säugling äußere Reize nicht einfach nur wahrnehmen. Viele Töne, Bilder und sonstige Reize lösen eine direkte Reaktion des Kindes aus. Auch elementare motorische Bewegungen wie das Strampeln oder Ausstrecken der Finger und Hände finden statt, ohne eine konkrete Person zu erkennen oder ein bestimmtes Objekt greifen zu wollen. Kleineres Spielzeug wie ein Greifring oder Stofftiere bieten sich für diese Entwicklungsphase hervorragend an. Gegen Ende des zweiten Monats wird der Säugling außerdem zum ersten Mal ein Lächeln zeigen.

3. Monat: Farben und Formen werden ab dem dritten Monat immer interessanter, gleiches gilt für einzelne Objekte. Das Interesse an Bewegung ist mittlerweile stark ausgeprägt, häufig wird durch dieses Interesse auch eine Reaktion ausgelöst. Spielen und Interagieren mit dem Säugling wird in dieser Phase besonders spannend, da ein oder mehrere Spielzeuge oder sonstige Gegenstände mit einbezogen werden können.

Das kann das Baby im 04. - 06. Monat - Schwangerschaftsratgeber Teil 4: Nach der Geburt

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4. Monat: Aus den zu Beginn noch unkoordinierten Bewegungen werden im vierten Monat feste Bewegungsmuster. Das Kind entwickelt einen wachen Blick auf sein Umfeld und wird sich auf dem Bauch liegend versuchen, abzustützen und nach oben zu schauen. Der Mund wird zum wichtigsten Körperteil, wenn es um das Erleben von neuen Gegenständen oder Spielwaren geht. Begleitet wird diese Entwicklung von einem kräftigeren und besseren Griff, so dass das eigenständige Halten und Bewegen von Gegenständen gelingt.

5. Monat: Im fünften Monat macht die Bewegung des Säuglings deutliche Fortschritte. Gegen Ende des Monats kann sich das Kind mühelos vom Bauch auf den Rücken drehen, oft auch andersherum. Das Kind wird mobiler und beginnt parallel hierzu, sich immer stärker für seine Umwelt zu interessieren. Wird ein bestimmter Gegenstand gefunden, kann sich das Baby immer länger hiermit alleine beschäftigen. Außerdem steigt das Interesse an anderen Menschen außer den Eltern, wobei zwischen vertrauten und fremden Gesichtern unterschieden werden kann.

6. Monat: Hat das Kind ein halbes Lebensjahr erreicht, ist es Zeit für die ersten Gesprächslaute. Gerne werden einzelne Silben der Eltern aufgeschnappt und wiederholt. Auch das Verständnis erster Worte der Muttersprache findet in dieser Entwicklungsphase statt. Außerdem steigt das Interesse an mehr Körperbewegung, damit der Säugling mehr von seiner Umgebung erkunden kann. Eltern sollten hier auf Zeichen und Laute achten, um den Entwicklungsdrang des Kindes zu fördern.

Das kann das Baby im 07. - 09. Monat - Schwangerschaftsratgeber Teil 4: Nach der Geburt

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7. Monat: In diesem Monat sind die ersten Krabbelversuche üblich, viele Säuglinge testen außerdem das eigenständige Hinsetzen an. Spätestens jetzt sollten sich Eltern aller Gefahren bewusst machen, die für den eigenen Nachwuchs in Haus oder Wohnung warten. Das Greifen von Gegenständen erfolgt in dieser Entwicklungsphase ein- statt zweihändig. Auch die eigenständige und koordinierte Bewegung von Objekten wie einem Greifring oder einer Rassel sind problemlos möglich.

8. Monat: Das Sitzen wird bei den meisten Kindern im achten Monat hervorragend klappen, viele weitere Bewegungen gelingen immer besser und sind ausgefeilter. Spätestens in diesem Monat wird das Kind erste Emotionen zeigen, die sich von den Regungen als Säugling in den ersten Lebenswochen unterscheiden. Freude und Angst, Trauer und Wut werden Eltern schnell voneinander zu unterscheiden lernen. In dieser Lebensphase ist außerdem die Nähe zu den wichtigsten Bezugspersonen essenziell, Ablehnung und Angst vor Fremden steigen.

9. Monat: Ob langsames Voranrobben oder koordiniertes Krabbeln – im neunten Monat entwickeln Babys eine ausgereifte Art der Fortbewegen auf allen Vieren. Bei einer guten Entwicklung wird sich das Kind nach einem Dreivierteljahr sogar an einem Möbelstück in den Stand hochziehen können. In der Feinmotorik wird der Pinzetten-Griff erlernt, der ein gezieltes Greifen kleinerer Gegenstände ermöglicht. Außerdem wird das Baby aktiv auf die Suche nach seinen Eltern oder versteckten Objekten gehen, das Auffinden sorgt für große Freude.

Das kann das Baby im 10. - 12. Monat - Schwangerschaftsratgeber Teil 4: Nach der Geburt

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10. Monat: Gerade sitzen und den Körper im Gleichgewicht halten, wird von den meisten Babys in diesem Monat erlernt. Die Auswirkungen der Schwerkraft werden auch gerne an kleinen Gegenständen getestet, die der Säugling fallen lässt und wieder aufhebt. Das Baby kann gezielter greifen und auch kleinere Objekte sicher aufnehmen, wodurch das Risiko eines Verschluckens dieser Gegenstände steigt. Das Fremdeln früherer Monate wurde mittlerweile abgelegt, stattdessen verfolgt das Kind mit großem Interesse die Gesichter sowie Gestik und Mimik anderer.

11. Monat: Spätestens in diesem Monat beherrschen Babys ein sicheres Krabbeln auf allen Vieren. Manche schaffen es sogar, ihre ersten Schritte an der Hand sicher zu laufen. Auch das Greifen und die Interaktion mit Gegenständen wird immer präziser. Das Kind wird dauerhaft sitzen können und hat hierdurch beide Hände frei, um beispielsweise zwei verschiedene Spielzeuge zu halten. Auch die Sprachentwicklung schreitet voran: Verschiedene Objekte des Alltags oder in einem Bilderbuch werden erkannt und mit eigenen Worten beschrieben. Häufig besteht das gewählte Wort aus zwei- oder dreimal der gleichen Silbe.

12. Monat: Ist das volle Lebensjahr erreicht, ist ein geschickter Einsatz der Hände möglich. Gerne werden in diesem Lebensalter Formen und Farben sprichwörtlich „begriffen“ und in passgenaue Löcher gesteckt. Hierdurch wird die Feinmotorik grundlegend gefördert. Das Verstehen des Kindes von Sprache macht ebenfalls deutliche Fortschritte. Die meisten Kinder sprechen zum Ende ihres ersten Lebensjahres bereits einzelne Worte. Schlief das Kind nach der Geburt bis zu 20 Stunden in vielen Etappen, entsteht nun langsam ein fester Schlafrhythmus mit einer Kernzeit von sieben Stunden.

Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen & Co. – wichtige Termine

Untersuchungen im ersten Jahr nach Geburt - Schwangerschaftsratgeber Teil 4: Nach der Geburt

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Auch wenn die genannten Entwicklungsschritte verspätet eintreten – ihr Kind kann weiterhin kerngesund sein. Dies zu klären und rechtzeitig Gefahren für das gesunde Heranwachsen zu erkennen, sollte durch Vorsorgeuntersuchungen und verschiedene Neugeborenenimpfungen gewährleistet werden. Die wichtigsten Termine dieser Art finden Sie im Folgenden.

Die wichtigsten Grunduntersuchungen sind die sogenannten U1 bis U3. Die U1 findet direkt nach der Geburt statt und reicht vom Apgar-Test bis zum Screening des Neugeborenen. Als U2 wird die erste grundlegende Untersuchung durch den Kinderarzt bezeichnet. Spätestens in der fünften Lebenswoche sollte die U3 stattfinden, bei dieser werden auch elementare Informationen zu den anstehenden Impfungen vermittelt.

Bis zum Erreichen des ersten Lebensjahres finden drei weitere Grunduntersuchungen statt, die U4 bis U6. Bei ihnen werden von der Körperbeherrschung des Kindes bis zum Zustand der Organe alle wichtigen Fähigkeiten überprüft und dokumentiert. Während zu Beginn elementare Fähigkeiten wie Trinken, Essen und ein ruhiger Schlaf im Vordergrund stehen, ist bei der U6 das Interesse an der Sprachentwicklung und der koordinierten Bewegung größer.

Was die Impfungen anbelangt, ist eine individuelle Beratung durch den Kinderarzt empfehlenswert. Viele Eltern sind sich unsicher, ob sie ihr Kind impfen lassen möchten und welche Impfungen sinnvoll sind. Nach den offiziellen Richtlinien des Robert-Koch-Instituts sollte jeweils eine Impfung zum Abschluss des zweiten, dritten und vierten Monats als Schutz vor diesen Krankheiten durchgeführt werden:

– Diphterie
– Tetanus
– Keuchhusten
– Kinderlähmung
– Haemophilus inf. B
– Pneumokokken
– Hepatitis B

Neben einer Auffrischung der oben genannten Schutzimpfungen sollte ab dem zwölften Monat zusätzlich gegen folgende Risiken geimpft werden:

– Röteln
– Mumps
– Masern
– Windpocken
– Meningokokken C

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