Schwangerschaftsratgeber Teil 3: Die Geburt
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Unser Schwangerschaftsratgeber Teil 3: Die Geburt

Wenn der Schwangerschaftskalender fortgeschritten ist und die ersten Übungswehen einsetzen, dauert es nicht mehr lange bis zum großen Tag: Die Geburt des Kindes steht unmittelbar bevor. Höchste Zeit, sich Gedanken rund um dieses große Ereignis und die ersten Tage nach Verlassen des Krankenhauses zu machen. Im dritten Teil unseres Schwangerschaftsratgebers möchten wir verschiedene Themen rund um die Geburt aufzeigen und praktische Tipps geben. Von der richtigen Namenswahl bis zum Packen Ihres Klinikkoffers, inklusive praktischer Checkliste zum Ausrucken, erhalten Sie durch eurapon nützliche Anregungen, damit Sie dem Geburtstermin noch etwas entspannter entgegenfiebern können.

Den richtigen Babynamen auswählen

Namensliste - Schwangerschaftsratgeber Teil 3: Die GeburtAlle werdenden Eltern dürften sich im Laufe der Schwangerschaft Gedanken um den Namen Ihres Sprösslings machen. Die Auswahl ist riesig und durchläuft immer wieder neue Trends. Kreative Namen mit ausländischem Einfluss sind momentan genauso beliebt wie die Rückbesinnung auf Jungen- und Mädchennamen aus der guten alten Zeit. Beispielsweise wird der Vorname von Großvater oder -mutter gerne als Zweit- oder Erstname des Kindes vergeben. Auf der Beliebtheitsskala stehen folgende Namen aktuell besonders hoch.

Für Jungen:

– Max(imilian)
– Leon
– Alexander
– Paul
– Luka(s)

Für Mädchen:

– Sophie
– Lea
– Anna
– Mia
– Maria

Natürlich können Sie auch bewusst gegen den Trend gehen und sich einen außergewöhnlichen Namen für Ihr Kind aussuchen. Denken Sie jedoch immer daran: Der Name wird zu einem lebenslangen Begleiter und sollte Ihrem Nachwuchs nicht zu einer Last werden. Übertreiben Sie es also nicht mit der Kreativität! Ein Blick ins Internet auf Namens- und Babyportale hilft mit Sicherheit dabei, zahllose Anregungen zu erhalten und aus Hunderten schöner Vornamen den richtigen auszuwählen.

Klinikkoffer: Was sollte enthalten sein?

Checkliste für den Klinikkoffer - Schwangerschaftsratgeber Teil 3: Die GeburtManchmal geht alles ganz schnell. In einer Minute stand die werdende Mutter noch im gewohnten Alltag und freut sich auf den Geburtstermin in wenigen Tagen – plötzlich platzt die Fruchtblase. Nicht nur aus diesem abrupten Grund ist es sinnvoll, wenige Tage oder Wochen vor dem angesetzten Termin eine Kliniktasche zu packen. In dieser sollte präventiv alles eingepackt werden, was die Mutter vor und nach der Geburt während ihres Aufenthaltes im Krankenhaus benötigt. Haben die Geburtswehen richtig eingesetzt, wird keine Hochschwangere mehr Zeit und Geduld für das Packen ihrer Krankenhaustasche aufbringen.

Folgende Inhalte sollten auf keinen Fall in Ihrem Klinikkoffer fehlen

  • ein bis zwei bequeme Garderoben (Oberbekleidung)
  • mehrere Paare wärmende Socken
  • Hausschuhe
  • Bademantel (für den Gang zur Toilette/Dusche)
  • altes Shirt oder Nachthemd (als Bekleidung im Kreißsaal)
  • Haarband/Spangen (für langhaarige Schwangere)
  • erste Still-BHs/Still-Einlagen

Für die Körperpflege sollten Sie Ihren Kulturbeutel mit Inhalten wie bei einem Kurzurlaub füllen, zusätzlich gehören ins Klinikgepäck:

  • Fettcreme/Lippenbalsam
  • Massagecreme/-öl (als optionale Hilfe bei den Wehen)
  • eigene Handtücher/Waschlappen
  • Utensilien zur Handwäsche von Kleidung

Abschließend sollten Sie einige persönliche Objekte einpacken, die Ihnen die Zeit vor und nach der Geburt vertreiben. Hierzu gehören beispielsweise:

  • Zeitschriften/Bücher
  • Musik (z. B. MP3-Player)
  • Smartphone (Ladekabel nicht vergessen!)
  • geliebte Objekte, z. B. Talisman, Familienfoto
  • Gesellschaftsspiele (z. B. Kartenspiel, Reisespiel)

Auch wenn die werdende Mutter im Mittelpunkt steht – der Ehemann oder Partner sollte ebenfalls auf einem gepackten Koffer für die Begleitung ins Krankenhaus sitzen. Hierbei lohnt sich das Zusammenstellen von Gepäck wie bei einer Kurzreise, ergänzt um kleine zusätzliche Extras wie:

  • sehr bequeme und leichte Kleidung
  • Snacks und Getränke (für sich und evtl. die werdende Mutter)
  • Digitalkamera/Videokamera etc. (optional)

Zu guter Letzt sind einige offizielle Dokumente mit ins Krankenhaus zu nehmen, die entweder ins Gepäck der werdenden Mutter oder ihrer Begleitung gehören. Zu diesen Formalitäten gehören:

  • Krankenkassenkarte der Mutter
  • evtl. Versichertenkarte für Krankenzusatzversicherung
  • Mutterpass & Geburtsplan
  • Einweisungsschein
  • Anmeldedokumente (in vielen Krankenhäusern erhältlich/ausfüllbar)

Die genannte Ausstattung gilt für alle schwangeren Frauen und stellt ein absolutes Muss für die Zeit in der Klinik dar. Machen Sie sich ergänzend Gedanken, auf was Sie während der spannenden Tage rund um die Geburt nicht verzichten möchten. Trägerinnen von Kontaktlinsen sollten an den Behälter und Reinigungsflüssigkeit denken, bei einer Kassenpatientin können Ohrstopfen bei der Ablenkung vom Zimmerumfeld helfen. Spielen Sie einfach in Gedanken durch, was Sie in den Geburtstagen erwartet und wie Sie sich diese Zeit angenehmer gestalten können. Wer einmal Mutter geworden ist, weiß: Jede noch so kleine Annehmlichkeit ist in der Phase der Wehen und unmittelbar nach der Geburt willkommen.

Unverzichtbar: Die erste Babyausstattung

Die erste Babyausstattung - Schwangerschaftsratgeber Teil 3 von euraponBei der obigen Zusammenstellung von Artikeln für den Klinikkoffer wurde alleine an die werdende Mutter und eine eventuelle Begleitperson gedacht. Dabei spielt direkt nach der Geburt eine andere Person die Hauptrolle und möchte von den frisch gewordenen Eltern so gut es geht versorgt werden. Hier lohnt es, einen kleinen Zusatzkoffer zu packen und die erste Babyausstattung mit in die Klinik zu nehmen. Gemeint ist nicht die Ausstattung des Kindeszimmers, die Sie ohnehin schon Wochen oder Monate vor der Entbindung ausgewählt haben dürften. Stattdessen geht es um kleine und große Besonderheiten, die Sie für Ihren Nachwuchs in den ersten Stunden und Tagen des Lebens bereithalten möchten. Zu den unverzichtbaren Begleitern für die Krankenhauszeit gehören:

  • zwei bis drei vollständige Babygarderoben
  • wärmende Kleidung für die Heimfahrt
  • Socken/Schuhe
  • Mütze (für Geburt in den Wintermonaten)
  • Windeln

Falls möglich, sprechen Sie im Vorfeld die Ausstattung der jeweiligen Klinik bzw. des Krankenhauses ab. Viele Einrichtungen stellen den Müttern nach der Geburt eine erste Babykleidung zur Verfügung und halten auch die Windeln bis zum Verlassen des Krankenhauses bereit. Hier kommt es eher auf Ihre Vorlieben für eine individuelle Einkleidung an, um Ihren Nachwuchs direkt in eine persönliche Garderobe einzuhüllen. Neben Kleidung und zugehöriger Ausstattung sollten Sie außerdem auf folgende Accessoires und Hilfsmittel nicht verzichten:

  • Babysitz für Ihr Auto (je nach Krankenhaus wird kontrolliert!)
  • erste Flaschennahrung (falls die Mutter nicht stillen sollte)
  • zusätzliche Decken und Tücher
  • erstes Plüschtier
  • Kamera/Smartphone (für interessierte Verwandte und Freunde)

Für Kind und Mutter gilt übrigens gleichermaßen: Wählen Sie die Garderobe für den Aufenthalt im Krankenhaus so aus, dass Sie auf einen eventuellen Besuch der Familie eingestellt sind. Aus verständlichen Gründen möchten sich viele Mütter nicht kurz nach der Geburt fotografieren lassen, wenn sie schweißgebadet in der Jogginghose ihren Nachwuchs im Arm halten. Gleiches gilt, wenn nach ein oder zwei Tagen die Großeltern oder andere Verwandte zu Besuch kommen. Überlegen Sie also, wie wahrscheinlich ein solcher Besuch ist und wie Sie mit Ihrem Nachwuchs angetroffen werden möchten.

Wo sollte entbunden werden?

Das Thema Entbindung beschäftigt jede Frau im Laufe der Schwangerschaft. Viele entwickeln eine klare Präferenz, wo sie ihr Kind zur Welt bringen möchten. Grundsätzlich kann zwischen drei verschiedenen Varianten unterschieden werden: Die Geburt in einer Klinik, die Entbindung in speziellen Geburtshäusern sowie eine ambulante Geburt, die z. B. im Zuhause der Mutter stattfindet. Alle Varianten haben ihre Vorteile und werden von verschiedenen Schwangeren bevorzugt, die Vorlieben unterliegen nicht zuletzt aus rechtlichen Gründen einem stetigen Wandel.

Aus rein medizinischer Sicht ist die Klinikgeburt zu empfehlen. Jede Geburtsklinik ist für eine Entbindung optimal ausgestattet und kann auf eventuelle Komplikationen während der Geburt eingehen. Die Ärzte und Hebammen können beispielsweise spontan einen Kaiserschnitt durchführen, falls es bei der ursprünglich geplanten, natürlichen Geburt zu Schwierigkeiten kommt. Die Mutter kann also auf beste Versorgung und Sicherheit für ihr Kind vertrauen, als Nachteil findet die Geburt in einer ungewohnten, unpersönlichen Umgebung statt.

Das Geburtshaus ist ein guter Mittelweg zwischen persönlicher Atmosphäre und medizinischer Sicherheit. Die Einrichtungen mit ihren Hebammen gehen freundlich und vertrauensvoll auf die Mütter ein, die Entbindung mit einer bereits vertrauten Hebamme stellt kein Problem dar. Im Gegenzug sind Geburtshäuser gut für den Notfalls ausgestattet und können adäquat auf Komplikationen während der Geburt reagieren. Aus medizinischer Sicht vertretbar ist diese Art der Entbindung, wenn die Schwangerschaft ohne Komplikationen abgelaufen ist.

Die Hausgeburt ist durch die vertraute Umgebung besonders stressfrei, jedoch medizinisch am riskantesten. Sollte es zu Schwierigkeiten beim Geburtsprozess kommen, kann die Hebamme hierauf unter Umständen nicht reagieren und das Leben des Säuglings ist gefährdet. Grundsätzlich wird nur zu einer Hausgeburt geraten, wenn Mutter und Kind kerngesund sind und es keinerlei Komplikationen während der Schwangerschaft gab. Letzteres ist keine Garantie dafür, dass auch die Geburt reibungslos abläuft. Durch die aktuelle rechtliche Lage in Deutschland schrecken immer mehr Hebammen aus schadensrechtlichen Gründen von einer Hausgeburt zurück, die schlimmstenfalls bald der Vergangenheit angehören könnte.

Kaiserschnitt oder natürliche Geburt?

Die Geburt wird bei vielen Frauen zu einem anstrengenden und schmerzhaften Prozess. Viele Hochschwangere fürchten sich vor diesen Schmerzen sowie dauerhafte Auswirkungen auf ihren Unterleib und das Erleben von Sexualität nach der Geburt. Der Kaiserschnitt erscheint immer mehr Frauen als sinnvolle Alternative, die vor diesen Schmerzen und gefürchteten Folgen bewahrt. Außerdem wird durch den Schnitt eine präzise Planung des Geburtstermins möglich, was den Eltern genauso wie dem Krankenhaus gelegen kommen kann.

Termin für Kaiserschnitt - Schwangerschaftsratgeber Teil 3 von euraponUngefähr jeder dritte Säugling in Deutschland wird aktuell per Kaiserschnitt zur Welt gebracht. Nach Daten des Statistischen Bundesamtes hat sich der Anteil seit Ende der 1990er Jahren fast verdoppelt. Geht es nach den Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO, sollte bei der Hälfte aller Geburten mit Kaiserschnitt in Deutschland auf diesen Eingriff verzichtet werden. Nach der weltweit anerkannten Organisation ist der Kaiserschnitt ausschließlich durchzuführen, wenn die vaginale Geburt aus medizinischen Gründen zu riskant wäre. Für die WHO sind die aktuellen Entwicklungen deshalb ein beunruhigender Trend.

Unter Müttern gibt es für beide Arten der Geburt Für- und Gegensprecher. Manche Frauen berichten von großen Schmerzen während des Geburtsvorgangs und bedauern dauerhafte Veränderungen ihrer Vagina mit Auswirkungen auf Sexualität und Lustempfinden. Andere berichten von der vaginalen Geburt als einzigartiges und natürliches Erlebnis, das sie so bei einem Kaiserschnitt nicht erfahren hätten. Rein objektiv ist festzuhalten:

  • Der weibliche Körper ist evolutionär auf eine natürliche, vaginale Geburt mit hormoneller Unterstützung des Organismus vorbereitet. Die Geburtsart sollte deshalb als Standard angesehen werden. Erscheint die vaginale Geburt aus medizinischen Gründen als zu riskant, steigert der Kaiserschnitt die Aussicht auf die Geburt eines gesunden Kindes.
  • Die vaginale Geburt kann Verletzungen im Dammbereich herbeiführen. Diese benötigen einige Wochen bis zum Verheilen, sind in Relation zur Schnittwunde eines Kaiserschnitts jedoch geringfügiger.
  • Veränderungen des Beckenbodens und der Vagina sind bei der natürlichen Geburt möglich. In wenigen Fällen sind diese eine Folge des Geburtsprozesses, häufig sind sie schon in der Endphase der Schwangerschaft entstanden (z. B. durch das Gewicht des Säuglings).
  • Der Kaiserschnitt ist eine große Bauchoperation, die mit ihrem Verheilen einige Wochen bis wenige Monate in Anspruch nimmt. Die erste Zeit mit dem Säugling wird hierdurch bei vielen Frauen beeinflusst.
  • Bei einem Kaiserschnitt verzichtet die Frau freiwillig auf das Geburtserlebnis, erleidet hierdurch jedoch auch nicht die begleitenden Schmerzen. Es bleibt eine individuelle Entscheidung, welchem dieser beiden Aspekte ein höherer Stellenwert zugerechnet wird.

Jenseits aller Fakten und Vorlieben sollten Sie sich individuell beraten lassen. Hebammen und Frauenärzte werden Ihnen gerne die Vorteile der beiden Varianten aufzeigen und auf persönliche Risiken hinweisen. Gerade wenn die Schwangerschaft bereits von Komplikationen geprägt war, sollte sich die werdende Mutter auf einen Kaiserschnitt einstellen. Sprechen Sie außerdem beratend mit anderen Müttern, um sich die Argumente beider Seiten anzuhören und auf fundierter Basis zu entscheiden.

Maßnahmen zur Schmerzlinderung im Überblick

Begleitende Schmerzen zu den Wehen werden sich bis zum Moment der Geburt nicht verhindern lassen. Im Kreißsaal angekommen, werden die meisten Ärzte zu Schmerzmittel bis hin zur Epiduralanästhesie greifen. Hierneben gibt es noch viele einfache und natürliche Hilfsmittel, die Sie zur Schmerzlinderung nutzen können und so unnötiges Leiden bis zur Geburt verhindern können:

  • Wärme: Neben Schmerzen durch die Kontraktionsbewegungen kennen viele Frauen ein Leiden im unteren Rückenbereich. In dieser Region ist Wärme das Beste, um die stützende Muskulatur im Rücken zu entspannen und die Schmerzen zu lindern. Klassiker wie die Wärmflasche oder das Kirschkernkissen haben nichts von ihrem Charme verloren und sind ein beliebter Begleiter auf dem Weg ins Krankenhaus. Für die Hausgeburt sind Tücher mit warmem, sehr starkem Kaffee als Dammstütze beliebt.
  • Bewegung: Die Erfahrung zeigt, dass fortwährendes Liegen der Hochschwangeren die Wehen herauszögert. Sofern es die Kraft zulässt, sollten Sie selbst bei stärker werdenden Wehen in Bewegung bleiben. Die Arbeit mit einem Gymnastikball oder der Reitersitz helfen dabei, das Becken zu bewegen und hierdurch Verkrampfungen und Schmerzen zu lösen.
  • Atmung: Ein entspanntes Ausatmen sollte jede Schwangere für die Geburtsphase erlernen. Hierbei wird die Konzentration auf die Atembewegung und den Luftfluss gelegt, was von den Schmerzen und dem Druck des Babys im Unterleib ablenken soll. Der Erwerb dieser besonderen Atemtechnik empfiehlt sich einige Wochen vor dem Geburtstermin, viele Kurse zur Geburtsvorbereitung setzen einen Schwerpunkt auf diese wichtige Hilfe zur Schmerzlinderung.

 

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