Verlauf der Schwangerschaft - Schwangerschaftsratgeber von eurapon
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Unser Schwangerschaftsratgeber Teil 2: Verlauf der Schwangerschaft

Bevor es zum Wunder der Geburt kommt, erwartet jede Schwangere neun faszinierende und außergewöhnliche Monate. Allen Frauen ist bewusst, dass sich aus einer befruchteten Eizelle über den Embryo und Fötus der gebärfähige Säugling entwickelt, einen Überblick über die einzelnen Entwicklungsschritte über die Wochen und Monate hinweg haben die wenigsten. In unserem zweiten Teil rund um das Thema Schwangerschaft befassen wir uns mit dem konkreten Verlauf und zeigen Ihnen, welche Entwicklungsstufen vom ersten bis zum letzten Tag durchlaufen werden. Am Ende des zweiten Teils möchten wir Ihnen typische Schwangerschaftsbeschwerden der einzelnen Phasen und den richtigen Umgang mit diesen Beschwerden aufzeigen.

Der detaillierte Verlauf der Schwangerschaft

Verlauf der Schwangerschaft

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Traditionell wird die Schwangerschaft in drei Phasen von jeweils drei Monaten unterteilt. Bezeichnet werden diese Abschnitte als Trimester oder Trimenons. Alle Phasen zeichnen sich durch markante Entwicklungsschritte des Kindes und der Mutter aus, wobei das heranwachsende Kind immer neue Fähigkeiten erwirbt. In jedem der drei Trimenons stehen wichtige Termine an, die alle werdenden Mütter wahrnehmen sollte. Hierzu gehören vorrangig Untersuchungstermine, bei denen der Verlauf der Schwangerschaft überprüft und über den Mutterpass dokumentiert wird – im Idealfall ohne jegliche Komplikationen.

Wir haben für Sie die Entwicklung des Kindes, die Veränderung der Mutter sowie die wichtigsten Termine im Überblick zusammen gestellt. Hier finden Sie die Darstellung:

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1. Trimenon: Erste bis achte Woche – die Entwicklung des Embryos

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Die ersten acht Wochen der Schwangerschaft stehen im Zeichen großer körperlicher und seelischer Veränderungen der Mutter. Sprichwörtlich kommt sie in dieser Lebensphase in „andere Umstände“, der gesamte Organismus bereitet sich auf die anstehenden Monate der Schwangerschaft vor. Die erste Phase der Schwangerschaft beginnt im Moment der Befruchtung der Eizelle mit anschließender Einnistung in der Gebärmutter. Nach acht Wochen sind im Regelfall alle inneren Organe des heranwachsenden Embryos ausgebildet, hiernach wird von einem Fötus gesprochen. Während sich äußerlich nur wenig von der Schwangerschaft erkennen lässt, arbeitet der Körper auf Hochtouren und stellt den Organismus der schwangeren Frau vor viele Herausforderungen.

Was passiert bei der Mutter?

Die körperlichen Veränderungen in den ersten acht Wochen

Nach Einnistung der sogenannten Zygote in die Gebärmutter drei bis vier Tage nach der Befruchtung gilt es für den weiblichen Körper, Nährstoffe in ausreichendem Umfang für die Bildung des Mutterkuchens (Plazenta) bereitzustellen. Dies erfolgt über die Anreicherung des Blutes, der Stoffwechsel selbst wird um 20 bis 25 Prozent gegenüber dem gewohnten Zustand angekurbelt. Außerdem wird deutlich mehr Blutflüssigkeit produziert, was sich bei vielen Schwangeren durch eine kräftigere Einfärbung der Adern unter der Haut zeigt.

Auch die Gebärmutter bereitet sich auf die kommenden Monate vor, ihr gesamtes Gewebe bis hinauf zum Gebärmutterhals wird geschmeidiger. Die Scheide sowie die Brüste der Frau werden stärker durchblutet, die meisten Frauen empfinden diese Körperzonen in den ersten acht Wochen als deutlich empfindlicher bis hin zu schmerzhaften Impulsen.

Die sich ausbildende Plazenta, deren Ausbildung bereits 24 Stunden nach der Befruchtung eingeleitet wird, nimmt einen wesentlichen Einfluss auf hormonelle Veränderungen der Frau. Zusammen mit den Eierstöcken werden eine Vielzahl spezieller Schwangerschaftshormone gebildet, ab dem zweiten Trimenon wird diese Hormonproduktion alleine von der Plazenta übernommen. Für all diese Entwicklungsprozesse ist eine umfassende Nährstoffversorgung des Körpers notwendig, vor allem Folsäure und Eisen müssen als Zusatzpräparate neben einer gesunden Ernährung zugeführt werden.

Umstellung des Hormonhaushalts und psychische Folgen

Die Wahrheit der Formulierung „in anderen Umständen“ wird für schwangere Frauen und ihre Partner gerade bei der ersten Schwangerschaft in der Anfangsphase deutlich spürbar. Durch die Vielzahl körperlicher Veränderungen, gerade auf hormoneller Ebene, lassen sich Auswirkungen auf die weibliche Psyche nicht vermeiden. Zum einen ändert sich das Bewusstsein für den eigenen Körper und das zukünftige Leben, das durch die Schwangerschaft ein einschneidendes Erlebnis erfährt. Zum anderen sorgen die radikalen Veränderungen des Hormonhaushaltes für Stimmungsschwankungen, die häufig die Betroffene selbst überfordern.

Grund für die Schwankungen ist das ungewohnte Miteinander der Eierstöcke und der Plazenta, so dass der Ausstoß der Schwangerschaftshormone in den ersten Wochen nicht optimal abgestimmt ist. Ganz plötzlich kann es deshalb zu einem radikalen Stimmungsumschwung ins Positive oder Negative kommen, was für die Frau und ihr Umfeld gleichermaßen anstrengend werden kann. Vielleicht tröstet die Erkenntnis, dass es fast jeder Schwangeren so geht und sich dieses Auf und Ab nach einigen Wochen legt. Übrigens: Wenn die Schwangerschaft in den ersten Wochen nicht sofort bemerkt wird, werden diese Stimmungsschwankungen für viele Frauen zum wichtigen Indiz, das sich „etwas verändert“.

Wie weit ist das Kind entwickelt und was kann es?

Embryo Anfang - Schwangerschaftsratgeber von euraponIn den ersten acht Wochen nimmt die Entwicklung einen rasend schnellen Verlauf, aus einer befruchteten und sich nach wenigen Tagen erstmals teilenden Zelle findet zunächst die Ausbildung des Embryos statt. Innerhalb der ersten 14 Tage von der Befruchtung bis zur vollständigen Einnistung in die Gebärmutter ist noch eine Entstehung von Zwillingen oder anderen Mehrlingen möglich. Hiernach kommt es zur Entwicklung der ersten inneren Organe und der Nabelschnur, die für die Nährstoffversorgung zwischen dem Embryo und der Plazenta verantwortlich ist.

In der 5. Woche bildet sich die Wirbelsäule aus, in deren Folge der Rückenmarkskanal und die Verbindung zum entstehenden Gehirn geschaffen werden. In der 6. Woche bildet sich das Herz des Embryos aus und beginnt zu schlagen, zur achten oder neunten Woche hin kann dies über einen Ultraschall nachgewiesen werden. Der Herzschlag liegt in dieser Phase bei bis zu 150 Schlägen pro Minute. Erst in der 7. Woche die Entstehung des Kopfes sichtbar. Gegen Ende der 8. Wochen ist der Embryo wenige Zentimeter groß und hat alle wichtigen inneren Organe ausgebildet. Fortan wird von einem Fötus gesprochen, dessen Gliedmaßen noch nicht ausgebildet und als kleine Knospen zu erkennen sind.

1. Trimenon: Neunte bis zwölfte Woche – die Ausbildung des Fötus

1. Trimenon 9.-12. SSW - Schwangerschaftsratgeber von eurapon

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Im 3. Monat der Schwangerschaft findet eine stärkere Ausdifferenzierung des Fötus statt, der zum Ende dieser Phase bis zu sechs Zentimeter Größe erreicht. In dieser Phase findet die Ausbildung von Armen, Beinen, Händen und Füßen statt, die nach zwölf Wochen über das Ultraschall gut auszumachen sind. Angepasst auf diese Veränderungen und Weiterentwicklungen durchläuft auch der Körper der Frau neue Prozesse, die andere Herausforderungen als die ersten acht Schwangerschaftswochen bereithalten.

Was passiert bei der Mutter?

Die 9. bis 12. Woche zeichnet sich durch vermehrte Wassereinlagerung im Körper der Schwangeren aus. Hierdurch will der Organismus gewährleisten, dass zu jedem Zeitpunkt ausreichend Flüssigkeit für das Fruchtwasser bereitsteht. Auch die Gebärmutter wird stärker durchblutet und regt den Stoffwechsel stärker an. Der weibliche Körper läuft sprichwörtlich auf Hochtouren, Organe wie die Nieren haben in dieser Phase besonders viel zu leisten. Diese Phase wird von den meisten Frauen als die anstrengendste der Schwangerschaft empfunden, Kreislaufschwäche oder eine Überforderung bereits bei kleinsten Aktivitäten sind keine Seltenheit.

Zum Wohle von Mutter und Kind ist es wichtig, sich in dieser Phase genügend Ruhephasen zu gönnen. Zwar wird sich der alltägliche Stress am Arbeitsplatz nicht komplett vermeiden lassen, allerdings sollte bewusst Raum für Ruhe und Entspannung geschaffen werden. Die Stimmungsschwankungen der ersten Wochen sind meistens noch vorhanden, ebben jedoch ab und werden nicht mehr als plötzlich überwältigend empfunden.

Gegen Ende des ersten Trimenons lassen sich erste Anzeichen des Babybauchs erkennen. Durch die alltägliche Kleidung hindurch werden Außenstehende ihn noch nicht sehen, die Schwangere selbst wird den Unterschied jedoch bald bemerken. Neben der größeren Spannung der Haut im Bauchbereich wird die Haut als glatter und weicher empfunden. Dies hat vorrangig von der vermehrten Einlagerung von Wasser und dessen Verfügbarkeit zu tun. Nach den anstrengenden Wochen zuvor schätzen viele Frauen diese Entwicklung, die ihnen etwas von ihrer natürlichen Attraktivität zurückgibt.

Wie weit ist das Kind entwickelt und was kann es?

Für das Baby ist die Entwicklungsphase als Embryo die kritischste. Als Fötus wächst er schnell weiter und nimmt bis zum Ende des ersten Trimenons noch große Entwicklungsschritte. Zum Ende der 12. Woche ist das Gesicht mit Auge, Nase, Mund und angedeuteten Ohrmuscheln bereits gut erkennbar. Sein Herzschlag liegt gegen Ende der Phase bei 120 bis 130 Schlägen pro Minute. Die Ernährung des Fötus erfolgt über das gelegentliche Trinken des Fruchtwassers, weshalb dieses stets in ausreichender Menge bereitsteht und regelmäßig vom Organismus der Schwangeren ausgetauscht wird. Dies erfolgt im Regelfall alle drei Stunden.

Die über die letzten Woche gebildeten Organe beginnen gegen Ende des ersten Trimenons, ihre Aufgaben grundlegend auszuführen. So kommt es zur Bildung erster Blutzellen durch die Leber des Fötus, während die Nieren vom aufgenommenen Fruchtwasser durchspült werden und mit der Blutreinigung des winzigen Körpers beginnen. Auch der Magen nimmt seine Funktion als Verdauungsorgan auf. Zum Ende dieser Phase ist der Fötus auf acht bis neun Zentimeter angewachsen und wiegt durchschnittlich 60 Gramm.

Wichtige Termine

Die ärztliche Betreuung ist in der ersten Phase der Schwangerschaft besonders wichtig. Die körperlichen und seelischen Veränderungen bringen viele Fragen mit sich. Fast jede Schwangere ist sich unsicher, welche Entwicklungen ihres Körpers von Übelkeit bis zu Schwächeanfällen normal sind oder zu einer Gefahr für Embryo oder Fötus werden können. Eine regelmäßige Überprüfung der Entwicklungsfortschritte, beispielsweise über ein Ultraschall oder das Blutbild der Schwangeren, sind entscheidend. Alleine hierdurch lassen sich außerdem Mangelerscheinungen, beispielsweise an Folsäure oder Eisen, aufdecken.

Beratung- Schwangerschaftsratgeber von euraponLeider wird eine eingeleitete Schwangerschaft von vielen Frauen nicht sofort erkannt. Gerade wenn kein Kinderwunsch besteht und der Zyklus unregelmäßig ist, bleiben die ersten Wochen der Schwangerschaft vielfach unbemerkt. Dies muss nicht automatisch ein größeres Risiko für die Entwicklung des Kindes bedeuten, ist allerdings eine unglückliche Entwicklung. Für Frauen heißt es deshalb, genau in den Körper hineinzuhören und erste Anzeichen einer möglichen Schwangerschaft richtig zu deuten. Bleibt die Regel für wenige Tage aus und wurde wenige Wochen zuvor mit einem Mann geschlafen, kann der Schwangerschaftstest aus der Apotheke für eine erste Aufklärung sorgen.

Wird der Frauenarzt aufgesucht und hat dieser die Schwangerschaft bestätigt, werden verschiedene Schritte für den weiteren Verlauf eingeleitet. Hierzu gehören:

  • Terminierung und Durchführung der Erstuntersuchung
  • Erstellung und Aushändigung des Mutterpasses
  • Umfassende Beratung zum Schwangerschaftsverlauf
  • Durchführung der ersten Ultraschall-Untersuchung

Mutterpass - Schwangerschaftsratgeber von euraponDer Mutterpass ist vom Gesetzgeber zwar nicht vorgeschrieben, wird aber obligatorisch von allen Schwangeren zum Wohle des Kindes geführt. In ihm werden sämtliche Entwicklungen über Wochen und Monate hinweg festgehalten, beispielsweise um in einem Notfall individuell angemessen reagieren zu können. Unabhängig von den reinen Zahlen zeigt jeder gute Frauenarzt einen Zeitplan für die kommenden Monate auf, der nicht nur die ärztlichen Termine umfassen sollte. Außerdem kann er auf Wunsch Beratungsstellen oder Kurse vermitteln, um sich als Schwangere mit anderen auszutauschen.

Die Erstuntersuchung ist der wichtigste Termin der beginnenden Schwangerschaft, auf seiner Basis kommen die ersten Einträge im Mutterpass zustande. Zu den wichtigsten Informationen, die während dieser Untersuchung erfasst und dokumentiert werden, gehören:

– grundlegende Anamnese (Familie, Schwangerschaft, soziales Umfeld)
– gynäkologische Grunduntersuchung
– Gewicht, Blutdruck und Urinwerte der Schwangeren
– Hämoglobingehalt des Blutes
– Ermittlung der Blutgruppe und des Rhesusfaktors

Die erste Ultraschalluntersuchung ist zwischen der 9. und 12. Schwangerschaftswoche datiert. Erst in dieser Phase ist es möglich, einen detaillierten Blick auf den Fötus zu werfen und die gesunde Ausbildung von Körperteilen wie Armen, Beinen und Gesicht zu erkennen. Vor dem ersten Ultraschall wird durch den Frauenarzt über die „informierte Entscheidung“ aufgeklärt, die von der Patientin zu treffen ist. Hierbei geht es um mögliche Erkenntnisse des Arztes durch den Ultraschall und deren Mitteilung an die Patientin. Hierbei geht es vorrangig um Fehlbildungen des Fötus, die auf eine körperliche oder geistige Behinderung nach der Geburt hindeuten könnten. Das Austragen des Kindes stellt unter diesen Umständen eine Gewissensfrage dar, weshalb sich viele Frauen bewusst für oder gegen diese Form der „Informiertheit“ entscheiden.

Schwangerschaftsabbruch – das erste Trimenon als rechtlicher Rahmen

Bei Informationen zur ersten Phase einer Schwangerschaft soll das Thema Schwangerschaftsabbruch nicht verschwiegen werden. Diese kann auf eine natürliche Weise in Form einer Fehlgeburt eintreten, häufiger wird der Begriff für die gezielte Abtreibung des Embryos oder Fötus verwendet. Die Abtreibung ist bis heute umstritten, ethische und persönliche Sichtweisen sorgen für ein Für und Wider. Im Folgenden soll nur kurz der rechtliche Rahmen in Deutschland angesprochen werden.

Nach §218 ff. des Strafgesetzbuches handelt es sich bis heute bei der Herbeiführung einer Abtreibung um eine Straftat, die mit einer Freiheitsstrafe geahndet wird. Der Gesetzgeber hat über die letzten Jahre jedoch zahlreiche Ausnahmen zugelassen, wodurch die Abtreibung rechtswidrig, aber straffrei durchgeführt wird. Die wichtigste Ausnahmeregelung ist die Fristenlösung mit Beratungspflicht. Hierbei bleibt der durchführende Frauenarzt straffrei, wenn er die Abtreibung innerhalb des ersten Trimenons durchführt, also spätestens in der zwölften Schwangerschaftswoche nach Befruchtung. Voraussetzung ist die Teilnahme der Schwangeren an einer Schwangerschaftskonfliktberatung, die alle Argumente und Risiken des Eingriffs aufzeigt, sowie die Einhaltung einer dreitägigen Beratungsfrist. Nach Eintritt ins zweite Trimenon macht sich der Arzt bei Durchführung der Abtreibung strafbar.

2. Trimenon

2. Trimenon- Schwangerschaftsratgeber von eurapon

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Das zweite Trimenon wird von den meisten Schwangeren als ruhige und angenehme Phase empfunden. Die ersten Monate mit Übelkeit, Hormonschwankungen und der Umstellung des gesamten Stoffwechsels sind vorbei und werden durch eine gelassene Phase der Zufriedenheit und Vorfreude auf das Kind ersetzt. Medizinisch sinkt ab dem zweiten Trimenon das Risiko einer Fehlgeburt rapide, was das Wohlgefühl der schwangeren Frau zusätzlich verstärkt. Natürlich kommt die Entwicklung des Kindes in dieser Phase nicht zum Erliegen und auch der weibliche Körper verändert sich, wenn auch nicht so radikal wie im ersten Trimenon.

Was passiert bei der Mutter?

Die Produktion der Schwangerschaftshormone wird ab dem zweiten Trimenon ausschließlich von der Plazenta und nicht mehr über die Eierstöcke durchgeführt. Diese ist außerdem für die komplette Nährstoffversorgung des Säuglings verantwortlich, wobei sie die Nährstoffe über das Blut der Mutter aufnimmt. Die Gewichtszunahme schreitet durch das Wachstum des Fötus und die Einlagerung von Wasser weiter voran, im Durchschnitt um ein Kilogramm pro Monat. Dabei wiegt der Fötus selbst zum Ende des zweiten Trimenons gut ein halbes Kilo.

Durch die Dehnung des Gewebes zeichnen sich ab dem 4. Monat Schwangerschaftsstreifen in einer rötlichen oder bräunlichen Färbung ab. Gegen Ende des zweiten Trimenons lassen sich die körperlichen Veränderungen auch durch die Ausformung des Bauches und das Anwachsen der Brüste erkennen. Die Einlagerung von Wasser zeigt sich häufig durch ein Anschwellen der Arme und Hände sowie Beine und Füße.

In psychischer Hinsicht empfinden die meisten Frauen diese Zeit als die schönste ihrer Schwangerschaft. Nicht zuletzt durch das Entfallen der vorherigen Beschwerden entsteht eine neue Lebensfreude und große Energie, die gerne zur Planung für die Zeit nach der Geburt genutzt wird. In manchen Fällen wird der 4. bis 6. Monat weiterhin als anstrengend empfunden, vor allem wenn durch die Ernährung nicht genügend Nährstoffe zugeführt werden. Hier hilft die Absprache mit dem behandelnden Arzt, ob die Gabe von Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll ist oder welche Maßnahmen sonst zu treffen sind.

Wie weit ist das Kind entwickelt und was kann es?

Embryo - Schwangerschaftsratgeber von euraponDer Fötus wächst ab dem 4. Monat schnell und erkennbar weiter. Sämtliche Organe bilden sich weiter aus und übernehmen ihre Grundfunktionen in einem immer größeren Umfang. Kopf, Arme und Beine fangen an sich zu bewegen, oftmals spontan und schnell. Über die Phase hinweg schließen sich die Augenlider des Fötus, die sich erst im dritten Trimenon wieder öffnen.

Für die Nährstoffversorgung bildet sich ein eigenständiger und komplexer Stoffwechsel aus. Über die Kontraktion des Zwerchfells und die Lunge nimmt der Heranwachsende Nahrung aus dem Fruchtwasser auf, was als Prozess zwischen Einatmen und Trinken beschrieben werden kann. Das aufgenommene Fruchtwasser wird als Urin wieder ausgeschüttet. Das Fruchtwasser selbst erneuert sich zweimal täglich, wodurch es zu einem Ausscheiden von Urin und Abfallstoffen und zur Aufnahme von Nährstoffen und lebenswichtigen Antikörpern kommt.

Im 4. Monat bildet sich das schützende Lanugohaar um den Körper des Fötus herum, im sechsten Monat entsteht zusätzlich eine erste, schützende Fettschicht. Die Bewegungen des Kindes werden ab dieser Phase spürbar, gegen Ende des Trimenons ist eine Reaktion auf äußere Reize feststellbar. Zu verdanken ist dies dem raschen Wachstum des Gehirns in dieser Entwicklungsphase, so dass optische und akustische Reize von außen verarbeitet werden können. Selbst auf Lichtreize, beispielsweise im Rahmen gynäkologischer Untersuchungen, reagiert der gesund heranwachsende Fötus.

Wichtige Termine

Nach der Erstuntersuchung zu Beginn des ersten Trimenons sind Folgeuntersuchungen durch den Frauenarzt im Abstand von vier Wochen obligatorisch. Über das zweite Trimenon hinweg ergeben sich hierdurch drei bis vier Termine, bei denen ein umfassender Blick auf die Entwicklungsfortschritte des Säuglings geworfen wird. Sämtliche Veränderungen von der Größe des Kindes bis zum Blutbild der Mutter werden ermittelt und über den Mutterpass festgehalten. Hierneben sind weitere Messdaten bei den Folgeuntersuchungen wichtig, beispielsweise:

– Eiweiß- und Zuckergehalt des Urins
– Hämoglobingehalt und Erythozyten
– Lage und Herztonermittlung des Kindes

Zwischen Mitte des 5. und Mitte des 6. Schwangerschaftsmonats ist die zweite Ultraschall-Untersuchung üblich. Bei dieser kann die Schwangere im Unterschied zu den anderen Trimenons eine „erweiterte Ultraschall-Untersuchung“ wählen. Bei dieser wird nicht nur auf den grundlegenden Zustand des Heranwachsenden und seine Entwicklung geschaut, vielmehr wird ein detaillierter Blick auf verschiedene Körperbereiche geworfen. Zu diesen zählen beispielsweise:

– Herz und Brustkorb des Fötus
– Ausbildung des Gehirns/der Gehirnkammern
– Übergang des Halses auf Wirbelsäule und Rücken
– einzelne innere Organe wie Magen, Niere und Blase

Die erweiterte Untersuchung wird seit wenigen Jahren von den Krankenkassen übernommen und gibt der Mutter eine zusätzliche Sicherheit über die gesunde Entwicklung ihres Kindes. Zu überlegen ist, ob diese erweiterte Untersuchung beansprucht werden soll, wenn sich die Mutter bei der ersten Ultraschall-Untersuchung gegen die „informierte Entscheidung“ entschloss. Sollte es zu ernsthaften Auffälligkeiten kommen, liegt es jedoch in der Verpflichtung des Arztes, alles medizinisch Mögliche für einen gesunden Verlauf der Schwangerschaft und eine optimale Vorbereitung der Geburt zu leisten. Werden zur weiteren Klärung medizinische Folgeuntersuchungen notwendig, sind diese im Regelfall auch durch die zuständige Krankenkasse abgedeckt.

3. Trimenon

3. Trimenon- Schwangerschaftsratgeber von euraponDas dritte Trimenon bezeichnet die letzte Phase vor der Geburt des Kindes. Sie kann bis zu wenigen Tagen vor der Niederkunft ruhig und stressfrei ablaufen, in der Praxis wird sie von Schwangeren jedoch etwas stressiger als das zweite Trimenon empfunden. Gerade das steigende Körpergewicht macht vielen Betroffenen zu schaffen, außerdem sind mit dem bevorstehenden Geburtstermin gerade bei einer ersten Schwangerschaft Sorgen und Ängste verbunden. Auch das Risiko einer Frühgeburt ist gegeben, die dank einer intensiven medizinischen Behandlung kein immenses Gesundheitsrisiko für den Säugling bedeuten muss.

Was passiert bei der Mutter?

Durch das Heranwachsen des Fötus steigt auch die Nährstoffversorgung und die Menge an Fruchtwasser, die ausgetauscht werden muss. Die Wassereinlagerungen werden gegenüber dem zweiten Trimenon noch größer, viele Frauen empfinden sich in dieser Phase als unangenehm aufgedunsen. Außerdem schreitet durch das Wachstum des Kindes und der Gebärmutter die Verschiebung der inneren Organe voran, was als unangenehm bis schmerzhaft empfunden wird. Gegen Ende des Trimenons bis zum Moment der Geburt sind viele Frauen mit Rückenschmerzen vertraut, da das Kind den Körper nach vorne zieht. Entlastung durch Umstandskleidung und Schwangerschaftsgymnastik zur Stärkung des Rückens sind empfehlenswert.

Ab dem 8. Monat leitet der weibliche Körper sogenannte Übungswehen ein und bereitet sich mit ersten Kontraktionen auf den Moment der Geburt vor. Das Zusammenziehen und Öffnen der Gebärmutter soll diese trainieren und dehnbarer machen, damit es während des Geburtsprozesses zu keinerlei Schwierigkeiten kommt. Durch das ungewohnte Zusammenspiel der Muskeln im Unterleib sind viele Frauen von Blasenschwäche oder Problemen mit dem Schließmuskel betroffen, denen sich ebenfalls durch Gymnastik gegensteuern lässt.

Zur Vorbereitung auf die Geburt senkt sich die Gebärmutter langsam ab, während es im zweiten Trimenon oft zu einer Anhebung mit leichtem Druck auf die inneren Organe der Mutter gekommen ist. Diese Entwicklung wird häufig als Erleichterung empfunden, da die Schwangere wieder freier und besser atmen kann. Ab diesem Zeitpunkt lohnt sich das Trainieren von Atemübungen, um besser durch die Wehen zu kommen.

Mit Beginn des 10. Monats steht die Geburt unmittelbar bevor, die Übungs- bzw. Vorwehen werden häufiger. Erst in dieser letzten Entwicklungsphase steigt das Gewicht des Säuglings deutlich an, insgesamt nimmt eine Schwangere so im Vergleich zum ersten Trimenon bis zu 15 Kilogramm zu. Steigert sich die Häufigkeit und Intensität der Vorwehen, ist der Übergang zu den Eröffnungswehen nicht mehr fern. Wenige Tage vor der Geburt kündigen sich diese gelegentlich durch einen Ausfluss aus dem Muttermund an. Bemerkt die Schwangere einen schwallartiken Ausfluss aus dem Muttermund, deutet dies auf ein PLatzen der Fruchtblase hin. Sofern möglich, sollte dann eine liegende Position eingenommen werden ind die Entbindungseinrichtung oder Hebamme kontaktiert werden.

Wie weit ist das Kind entwickelt und was kann es?

Embryo fortgeschritten - Schwangerschaftsratgeber von euraponÜber die ersten Wochen des dritten Trimenons nimmt das Kind die letzten großen Entwicklungsschritte. Alle bereits gut ausgeprägten, inneren Organe sowie die Gliedmaßen und das Gehirn sind im Verlauf weniger weiterer Wochen fast komplett ausgebildet. Auch die Augenlider öffnen sich mit Beginn des dritten Trimenons wieder, nachdem diese fast drei Monate geschlossen blieben.

Mit Eintritt ins dritte Trimenon ab der 25. Schwangerschaftswoche steigen die Aussichten deutlich, dass das Kind eine Frühgeburt überlebt. Während bei Eintritt dieser Phase die Sterblichkeitsrate noch über 50 Prozent liegt, überleben am Ende des 7.  Schwangerschaftsmonats bereits vier von fünf Säuglinge. In dieser Phase überschreitet das Kind die Gewichtsschwelle von einem Kilogramm und ist zwischen 30 und 35 cm groß.

Gegen Ende des 8. Monats ist der kindliche Körper fast vollständig entwickelt. Eine Ausnahme stellt die Lunge dar, die aufgrund der Atmosphäre in der Plazenta noch nicht vollste Funktionsfähigkeit benötigt. Das Kind wächst in dieser Phase auf gut 40 cm heran und steigert sein Gewicht um ein weiteres Kilo. Die vollständige Ausbildung der Lunge erfolgt im Laufe des 9. Monats und somit erst wenige Wochen vor der Geburt. In dieser Phase dreht sich bei über 90 % der Kinder der Kopf allmählich in die Beckenrichtung der Mutter, die Drehung ist bis zum Eintritt in den 10. Schwangerschaftsmonat möglich. Nun vergehen nur noch wenige Tage bis zur Geburt – im Durchschnitt ist der Säugling um die 50 cm groß und wiegt zwischen drei und vier Kilogramm.

Wichtige Termine

Bis zum 8. Monat der Schwangerschaft wird der oben beschrieben Turnus von vier Wochen von regelmäßigen Untersuchungen der Schwangeren aufrechterhalten. Da sich der Geburtstermin hiernach nähert, werden die Intervalle der Untersuchung nach der 35. Schwangerschaftswoche auf zwei Wochen verkürzt. Gegen Ende wird neben der Ermittlung der bekannten Werte ein genauer Blick auf die Lage des Kindes im Mutterleib geworfen. Sollte sich hier bereits eine Beckenlage eingestellt haben, sind die besten Voraussetzungen für eine natürliche Geburt gegeben. Ansonsten gilt es, bei den fortschreitenden Terminen über Alternativen wie den Kaiserschnitt zu sprechen, falls dieser nicht ohnehin von der Mutter bevorzugt wird.

Im dritten Trimenon ist die dritte und letzte Basis-Ultraschalluntersuchung vorgesehen. Anders als im zweiten Trimenon ist kein ergänzendes und detaillierteres Ultraschall notwendig, da sich die körperliche Entwicklung des herangewachsenen Fötus bereits über die reguläre Ultraschall-Untersuchung nachvollziehen lässt.

Zu Beginn des dritten Trimenons werden außerdem zwei Sonderuntersuchungen durchgeführt. Zum einen wird ein Antikörper-Test durchgeführt, wie es bereits bei der einleitenden Untersuchung für die Erstellung des Mutterpasses der Fall war. Hierbei wird auf rhesuspositive Zellen getestet, im Falle fehlender Antikörper kommt es zu einer medikamentösen Einnahme. Diese soll verhindern, dass das Kind gegen Ende der Schwangerschaft vom mütterlichen Immunsystem als Fremdkörper angesehen wird, den es zu bekämpfen gilt. Zum anderen ist ein Test auf Schwangerschaftsdiabetes üblich, um einen permanent erhöhten Blutzuckerwert auszuschließen. Letzterer Test ist medizinisch nicht vorgeschrieben, wird von den meisten Frauen jedoch auf freiwilliger Basis durchgeführt.

Zusätzliche Termine jenseits medizinischer Untersuchungen

Termin für Schwangerschaftsgymnastik - Schwangerschaftsratgeber von eurapon In allen drei Trimenons wurde von uns vorrangig auf medizinische Untersuchungstermine eingegangen, die üblich oder unverzichtbar sind. Auf freiwilliger Basis kann sich die Schwangere entscheiden, weitere Termine bei Beratungsstellen oder ähnlichen Betreuungsangeboten in Anspruch zu nehmen. Gerade die erste Schwangerschaft ist mit vielen Unsicherheiten verbunden, die sich im Austausch mit anderen Schwangeren oder durch eine professionelle Beratung aus der Welt schaffen lassen.

Gegen Ende der Schwangerschaft gibt es vielerorts ein Angebot für Wöchnerinnen, eine erfahrene und fachkundige Begleitung durch die Wochen vor und nach der Geburt findet statt. Ergänzend rückt im dritten Trimenon die Teilnahme an Gymnastikangeboten und vergleichbaren Kursen in den Vordergrund. Hierbei geht es primär um die körperliche Entlastung der Schwangeren, beispielsweise um Rücken und Beckenboden auf die Entwicklungen der letzten Monate der Schwangerschaft vorzubereiten.

Unabhängig hiervon hilft vielen Schwangeren das einfache Gespräch mit Gleichgesinnten, in jeder größeren Stadt und Gemeinde gibt es betreuende Angebote für Schwangere aller Altersstufen. Praktische Tipps von Müttern sind ebenso Teil dieser Vorbereitung wie der einfache Erfahrungsaustausch. Für viele Kurse übernimmt die Krankenkasse sogar die Kosten, was werdenden Müttern die Entscheidung für solche Angebote zusätzlich erleichtert.

Schwangerschaftsbeschwerden

Eine Schwangerschaft ist von unzähligen Entwicklungen des Körpers geprägt – beim heranwachsenden Kind genauso wie bei der Schwangeren. Nicht alle Entwicklungen werden als angenehm empfunden, gerade die Veränderung des Stoffwechsels und des Hormonhaushaltes macht vielen Schwangeren zu schaffen. Im Folgenden soll ein Blick auf die gängigsten Beschwerden während einer Schwangerschaft geworfen werden. Hierbei erfahren Sie, aus welchen Gründen diese Beschwerden überhaupt eintreten, wie häufig Sie sind und ab welchem Punkt das Konsultieren eines Arztes empfehlenswert ist.

Die wichtigsten Beschwerden während der Schwangerschaft im Überblick

Übelkeit & Erbrechen

In den ersten beiden Monaten der Schwangerschaft erwartet jede Frau Übelkeit bis zum Erbrechen, in den meisten Fällen morgens über mehrere Tage oder Wochen hinweg. Die Übelkeit ist Folge der hormonellen Umstellungen im Körper, vor allem das Schwangerschaftshormon HGC gilt als Auslöser. Die Hormonausschüttung der Eierstöcke und der Plazenta sind noch nicht aufeinander abgestimmt und sorgen für Schwankungen, die eine starke Übelkeit mit sich bringen. Auch Stress und andere belastende Außeneinflüsse können die Symptome verstärken.

Erbrechen und Übelkeit legen sich im Regelfall ab dem dritten Schwangerschaftsmonat. Falls nicht, scheinen weiterhin hormonelle Abstimmungsprobleme vorzuliegen, was durch den Frauenarzt abzuklären ist. Generell ist ein ärztliches Eingreifen nötig, wenn durch starkes Erbrechen viel Flüssigkeit und Nährstoffe verlorengehen. Leiden Frauen generell unter dieser Schwangerschaftsbeschwerde, heißt es, die Zeit zu überstehen und die Essgewohnheiten phasenweise an diese unangenehme Begleiterscheinung anzupassen.

Herz- und Kreislaufbeschwerden

Schwindel Schwangerschaftsratgeber von euraponJede Schwangerschaft stellt eine große Anstrengung für den Körper da. Von der Phase morgendlicher Übelkeit über die Produktion einer steigenden Blutmenge im mütterlichen Kreislauf bis zur erheblichen Gewichtssteigerung gegen Ende der Schwangerschaft sind viele Aufgaben zu meistern. Momente oder Tage der Überanstrengung sind daher keine selten, in denen dem Körper die Anforderungen zwischenzeitlich „zu viel werden“. Herzrasen und hoher Blutdruck sind in diesen Phasen keine Seltenheit, auch Kreislaufprobleme bis hin zur drohenden Ohnmacht sind vielen Schwangeren bekannt.

Die Symptomatik zeigt sich vor allem im dritten Schwangerschaftsmonat, in der die Leistungsfähigkeit der Schwangeren erheblich sinkt. Hier gilt es, den Lebensrhythmus und Alltag an die neuen Umstände anzupassen und größere Anstrengungen unbedingt zu vermeiden. Im zweiten Trimenon kehrt Ruhe ein, während gegen Ende der Schwangerschaft die Anstrengung als größer empfunden wird. Gönnen Sie sich als Schwangere in jedem Fall die vom Körper eingeforderte Ruhe. Ihr Umfeld wird durch die Schwangerschaft garantiert hierfür Verständnis haben.

Blasenschwäche & erhöhter Harndrang

Über die Monate der Schwangerschaft hinweg wächst die Gebärmutter und drückt zunächst auf unmittelbar nahe Organe wie die Blase. Gegen Ende der Schwangerschaft leitet der Körper Übungswehen ein und eine kontrollierte Kontraktion der Schließmuskeln von Darm und Blase kann beeinflusst werden. Die Folgen sind ein erhöhter Harndrang sowie die unkontrollierte Abgabe von Urin.

Zum Ende des ersten Trimenons ist der Drang auf eine größere Entspannung der Schließmuskulatur zurückzuführen, die durch das Hormon Progesteron ausgelöst wird. In dieser Phase wird auch der Stoffwechsel angekurbelt und der vermehrte Austausch des Fruchtwassers wird eingeleitet, wodurch auch die Mutter mehr Urin ausscheiden muss. Der erhöhte Harndrang ist zwar unangenehm, jedoch kein Grund zur Sorge. Ähnliches gilt für die Blasenschwäche als Nebeneffekt der Übungswehen. Falls dies zu häufig oder zu stark eintritt, sprechen Sie mit Ihrem Frauenarzt hierüber. Noch besser ist die Prävention: Durch Schwangerschaftsgymnastik mit einem gezielten Beckenbogentraining lässt sich die Muskulatur stärken und manch unangenehmer Moment verhindern.

Heißhunger

Heisshunger - Schwangerschaftsratgeber von euraponEs handelt sich wohl um das bekannteste Klischee rund um die Schwangerschaft: Die Schwangere bekommt regelrechte Heißhungerattacken und stürzt sich dabei auf außergewöhnliche Nahrungsmittel und -kombinationen. Beide Phänomene sind natürlich und erklärbar, wobei sie gegen Ende des ersten Trimenons üblich sind. Der Körper benötigt große Energiemengen, um alle Veränderungen in der Anfangsphase der Schwangerschaft zu meistern. Er verlangt deshalb phasenweise eine schnelle Energiezufuhr, die am einfachsten über Glucose möglich wird. Der Hunger auf Süßes, selbst in größeren Mengen, ist keine Seltenheit und führt dem Körper diese Energie zu.

Außerdem erleben viele Frauen, durch Tage und Wochen des Erbrechens keine Lust mehr auf die gewohnten Nahrungsmittel zu verspüren. Selbst Ekel gegenüber alltäglichen und gewohnten Speisen ist keine Seltenheit. Da der Körper dennoch Energie benötigt und Essen einfordert, entsteht die Lust nach völlig neuen Nahrungsmitteln oder Abwandlungen, die bislang nicht gewohnt sind und keinerlei Ekel auslösen. Geben Sie sich in dieser Phase auf jeden Fall diesen Gelüsten hin! Ihr Körper benötigt die Energie und sollte vor allem nicht aus Gründen einer drohenden Gewichtszunahme vom Essen abgehalten werden – das steigende Gewicht kommt ohnehin.

Magendruck & Sodbrennen

Magenprobleme treten oft gegen Ende des zweiten Trimenons auf und sind von der Übelkeit aus den Anfangswochen der Schwangerschaft abzugrenzen. Sie sind die Folge von Lageveränderungen der Gebärmutter, die wächst und ihre Lage im Bauchraum in der mittleren Phase der Schwangerschaft etwas erhöht. Hierdurch entsteht ein größerer Druck auf die umliegenden Organe, neben der Blase ist vor allem der Magen betroffen. Ein fortwährendes Völlegefühl ohne Brechreiz ist ein häufiges Symptom, außerdem leiden viele Frauen unter Sodbrennen, also aufsteigender Magensäure in die Speiseröhre.

Wird das Sodbrennen als zu häufig oder zu aggressiv empfunden, ist ein Gegensteuern mit Medikamenten ratsam. Ansonsten hilft es vielen Frauen, den Umfang ihrer Mahlzeiten zu reduzieren. Durch mehrere kleine Snacks über den Tag verteilt hat der Magen keine zu großen Mengen zu verarbeiten und die Wahrscheinlichkeit des Sodbrennens sinkt. Wie bei allen Beschwerden gilt auch hier: Der Körper jeder Frau tickt etwas anders – manche erleiden überhaupt kein Sodbrennen, andere bereits nach zwei Bissen Nahrung.

Atemprobleme

Probleme mit der Atmung wie Kurzatmigkeit sind in der letzten Phase einer Schwangerschaft üblich. Grund ist die mittlerweile stark angewachsene Gebärmutter, die neben anderen Organen nun auch auf die Lunge drückt. Die Atmung verläuft nicht mehr wie gewohnt, tiefe Atemstöße sind erschwert und sorgen für eine Kurzatmigkeit. Ein ruhiges Atmen ohne Panik ist möglich und kann beispielsweise in einem Schwangerschaftskurs erlernt werden, unabhängig von der richtigen Atmung während der Geburtswehen.

Wenige Wochen vor der Geburt legen sich die Atemprobleme bei fast allen Frauen wieder. In dieser Phase kommt es zu einer Absenkung der Gebärmutter in Richtung Becken, so dass die Lunge und alle weiteren Organe wieder mehr Platz gewinnen. Sollte sich dieser Effekt nicht einstellen und die Übungswehen eine nahende Geburt ankündigen, sollten Sie mit dem Frauenarzt über die fortwährenden Atemprobleme sprechen.

Rücken- und Fußschmerzen

Rückenschmerzen - Schwangerschaftsratgeber von euraponZwischen dem Moment der Befruchtung und der Geburt nimmt eine Schwangere im Durchschnitt zwischen 12 und 15 Kilogramm zu. Ein Teil dieses Gewichtes verteilt sich gleichmäßig auf den Körper, ein großer Teil entsteht jedoch durch das Gewicht des Kindes sowie das Anwachsen von Bauch und Brüsten. Die Schwangere wird von diesem unregelmäßig verteilten Körpergewicht stärker nach vorne gezogen, was in vielen Fällen zu orthopädischen Beschwerden führt. Vor allem Rückenschmerzen sind Schwangeren in der letzten Phase der Schwangerschaft vertraut, aber auch Probleme mit den Füßen und Beinen sind keine Seltenheit.

Um diese drohenden Schmerzen zu lindern, lässt sich bereits in der ersten Phase der Schwangerschaft eine Gegenmaßnahme einleiten. Durch Gymnastikkurse wird eine gezielte Stärkung des Körpers möglich, um mit einem starken Rücken in die kommenden Monate zu gehen. Hierbei muss nicht zwingend eine Schwangerschaftsgymnastik gewählt werden, die in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft an Bedeutung gewinnt. Bereits ein leichtes Krafttraining oder der Besuch einer Rückenschule leisten einen wertvollen Beitrag. Ansonsten hilft Umstandskleidung bei der Reduktion der Beschwerden. Durch die speziellen Kleidungsstücke wird die Traglast des Bauches etwas reduziert und der Rücken aktiv entlastet.

Infektionen mit Bakterien, Pilzen etc.

Jeder Schwangeren wird eine gehobene Körperpflege über neun Monate hinweg am Herzen liegen. Dies schließt jedoch nicht eine Infektion des Körpers aus. Die gerade im siebten und achten Monat drohen. So kommt es häufig zu Irritationen beim PH-Wert der Vaginalschleimhaut, was zum Nährboden für Pilze oder Bakterien wird. Auch in anderen Phasen kann ein drohender Ausfluss die Ausbreitung einer Infektion begünstigen.

Eine medikamentöse Behandlung von Infektionen ist im Regelfall nicht zu vermeiden. Wichtig ist, nicht aus falscher Scham solche Infektionen zu verheimlichen, sondern aktiv bei den ersten Anzeichen ein Gespräch mit dem Frauenarzt zu suchen. Der Körper der Hochschwangeren bereitet sich bereits auf die Geburt vor und ist für jede Entlastung froh, um sich nicht um weitere Angriffe auf das Immunsystem der Schwangeren kümmern zu müssen. In dieser Phase ist außerdem zu bedenken, dass es jederzeit zu einer Frühgeburt kommen könnte. Zur gleichen Zeit eine Infektion zum Vaginalbereich zu erleiden, kann einen Kaiserschnitt notwendig machen, selbst wenn die Schwangere diesen Eingriff ursprünglich ablehnte.

Weitere Schwangerschaftsbeschwerden

Der Körper jeder Frau ist anders und reagiert auf die Entwicklungen der Schwangerschaft unterschiedlich. Neben den oben genannten, sehr häufigen Beschwerden von Schwangeren gibt es eine Vielzahl weiterer Symptome, die eintreten können. Nicht alle Symptome müssen zwangsläufig eine Folge der Schwangerschaft sein, auch vor der klassischen Erkältung in den Wintermonaten ist keine Schwangere gefeit. Wichtig ist die regelmäßige Rücksprache mit dem behandelnden Arzt, falls neue Symptome auftreten und Ihnen den Alltag als Schwangere erschweren. Ansonsten sind Beratungsstellen und Kurse für Schwangere der ideale Anlaufpunkt, um Unsicherheiten aus der Welt zu schaffen und offen über die aktuellen Entwicklungen des Körpers zu sprechen.

Nahrungsergänzung und Medikamente in der Schwangerschaft

Fast alle Frauen nehmen während der Schwangerschaft Medikamente ein, um die oben geschilderten Beschwerden oder sonstige Symptome zu lindern. Zum Wohle des Kindes ist es wichtig, keine Medikation in Eigeninitiative durchzuführen. Die Einnahme aller Präparate ist in Ruhe mit dem Frauenarzt und Hausarzt abzusprechen. In der Online-Apotheke eurapon halten wir für Sie ein breites Spektrum an Medikamenten bereit, das Sie entspannter durch die Schwangerschaft bringen kann.

Produkte für die Schwangerschaft

Gleiches gilt für die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, die primär im ersten Trimenon wichtig wird. Gerade Folsäure muss bei den meisten Frauen zusätzlich zugeführt werden, auch bei Jod und Eisen liegt in den ersten Monaten der Schwangerschaft ein häufiger Mangel vor. Mit einem Blick auf unser Sortiment von eurapon finden Sie schnell die passende Nahrungsergänzung, die zu einer gesunden Entwicklung Ihres Kindes während der Schwangerschaft beiträgt.

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