Haarausfall
Kommentare 1

Unser Haarausfallratgeber Teil 1: So entsteht Haarausfall

Haarausfall gehört zu den Veränderungen des menschlichen Körpers, die jedermann im Laufe seines Lebens erfährt. Während manche Frauen und Männer ihr volles Haupthaar bis ins hohe Alter behalten, fängt der permanente Haarausfall nicht selten schleichend im frühen Erwachsenenalter an. Hierbei ist zwischen verschiedenen Arten von Haarausfall zu unterscheiden, die sich in ihren Gründen und möglichen Therapieformen unterscheiden. Im Folgenden präsentieren wir Ihnen einen umfassenden Überblick zum Thema Haarausfall, der Ihnen als Betroffener helfen möchte und die Chancen aufzeigt, möglichst lange Ihr natürliches Haar zu behalten.

Was passiert bei Haarausfall?

Haarausfall ist beim Menschen absolut natürlich und begleitet ihn über das Leben hinweg. So verliert der Mensch täglich im Durchschnitt zwischen 70 und 100 Kopfhaaren, was nicht als Haarausfall in einem krankhaften Sinne bezeichnet wird. Zu einem Problem wird der dauerhafte Haarausfall, bei dem sich neben dem einzelnen Haar auch die Haarwurzel vom Kopf löst und nicht wieder nachwächst.

Schmatische Darstellung Haarausfall im eurapon Ratgeber

Dauerhafte Haarausfall: Das Haar löst sich mit der Haarwurzel vom Kopf.

In Medizin und Wissenschaft wird zwischen zwei Arten von Haarausfall unterschieden, bei denen der Haarverlust über der genannten Norm liegt. Beim sogenannten Effluvium liegt die Zahl der ausfallenden Haare pro Tag weit über 100, was nicht zwingend mit einem Verlust der Haarwurzeln und einem permanenten Haarausfall verbunden ist. Letzterer wird als Alopezie bezeichnet. Bei dieser dünnt das Haar langsam über Monate und Jahr hinweg aus und sorgt für Kopfbereiche ohne Haarbewuchs, die in früheren Jahren bewachsen waren. Der dauerhafte Ausfall von Haaren muss nicht zwingend auf gesundheitliche Probleme des Organismus hindeuten, wird jedoch häufig als ästhetisches Problem wahrgenommen. Gerade bei Frauen und Männern in jungen Jahren wird es als kosmetischer Makel angesehen, sich früh im Leben vom natürlichen Haupthaar zu verabschieden.

01_haarausfall_alopezie_mechanis

Alopezie Mechanis: Rückgang des Haaransatzes

Haarausfall bei Frauen

Eine der bekanntesten Formen ist der androgene Haarausfall, der durch männliche Sexualhormone ausgelöst wird. Tatsächlich sind Männer häufiger bzw. früher von Haarausfall betroffen als Frauen, vier von fünf Herren erleiden im Laufe des Lebens diese Art von Haarausfall. Dies soll nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass Haarausfall für viele Frauen zum ernsthaften Problem wird. Gerade nach der Meno-Pause sind circa die Hälfte aller Frauen in Deutschland durch hormonelle Veränderungen des Körpers vom androgenen Haarausfall betroffen.

Selbst bei jungen Frauen kann diese Art von Haarausfall eintreten, beispielsweise im Rahmen einer Brustkrebs-Behandlung. Während bei Männern der Haarverlust häufig an den Schläfen ansetzt und zu sogenannten Geheimratsecken führt, erfahren Frauen diesen Haarverlust eher vom Mittelscheitel aus. Gerade ästhetisch wird dies als großes Problem bewertet: Die Gesellschaft hat sich an Männer mit schütterem Haar im frühen Lebensalter gewöhnt, bei Frauen wird der Haarausfall häufiger als Makel betrachtet. Im Extremfall bleibt nur das Tragen eines Haarteils oder das Kaschieren des Haarausfalls durch eine Dauerwelle, um den weiblichen Haarausfall zu überdecken.

Sonderfall: Schwangerschaft

Die Schwangerschaft stellt mit den vielen hormonellen Veränderungen des weiblichen Körpers eine besondere Situation dar, in der ein Haarausfall eintreten kann. In vielen Fällen geht diese Entwicklung über der Phase der Geburt hinaus und dauert noch über die Stillzeit hinweg an. Der Hormonhaushalt jeder schwangeren Frau reagiert unterschiedlich auf diese Veränderungen, so dass ein Haarausfall in dieser Lebensphase nicht vorhergesagt werden kann. Allerdings normalisiert sich diese Entwicklung nach der Schwangerschaft wieder und die meisten Betroffenen profitieren nach wenigen Monaten oder Jahren wieder von ihrer gewohnten Haarpracht. Auch wenn er durch hormonelle Veränderungen ausgelöst wird, ist der Haarausfall in der Schwangerschaft nicht als androgener Haarausfall einzustufen.

Haarausfall bei Männern

Wie oben bereits verdeutlicht, sind Männer häufiger von Haarausfall als Frauen betroffen. Der hormonelle Einfluss spiegelt sich dabei auch in den Genen wider, weshalb diese Art auch oft als genetisch bedingter Haarausfall bezeichnet wird. Falls Männer in den früheren Generationen einer Familie zu einem frühzeitigen Haarausfall neigten, steigt die entsprechende Wahrscheinlichkeit für ihre männlichen Nachkommen. Grund hierfür ist in den meisten Fällen die genetisch weitergegebene Überempfindlichkeit der Haarfollikel, in deren Ende das einzelne Haar von der Haarwurzel aus gebildet wird.

Die Follikel reagieren bei vielen Männern empfindlich auf das Hormon DHT, das vorrangig durch Umwandlung von Testosteron entsteht. Das Hormon ist bei jedem Mann mehr oder weniger in der Kopfhaut anzutreffen und sorgt bei einer Überempfindlichkeit für das langsame Verkümmern der Follikel Forscher am männlichen Haarausfall sind deshalb gezielt auf der Suche nach Hormonen, die diesen Prozess umkehren oder ausbremsen und zu einem neuen Haarwachstum anregen könnten.

Unterschiede? Was sind die Hauptgründe bei Männern bzw. Frauen?

Während der androgene Haarausfall bei beiden Geschlechtern abhängig vom Lebensalter eintreten kann, gibt es auch geschlechtstypische Arten. So sind Frauen häufiger vom sogenannten diffusen Haarausfall betroffen. Dieser lässt sich in seiner Entwicklung nicht bestimmten Kopfregionen zuordnen, stattdessen erfolgt der unerwünschte, gleichmäßige Verlust des Haupthaares über den gesamten Kopf hinweg. Der Grund hierfür sind seltener hormonelle Entwicklungen des weiblichen Körpers, auch wenn diese nicht ausgeschlossen sind. Stattdessen führt eine Vielzahl von Gründen potenziell zum diffusen Haarausfall, der auch bei Männern auftreten kann. Die wichtigsten Gründe dieser Art sind:

– Erkrankungen des Stoffwechsels, z. B. über die Schilddrüse
– fortwährender Eisenmangel
– Infektionen
– Erkrankungen der Kopfhaut
– Stress

Beim diffusen Haarausfall ist es einfacher, gegenzusteuern und das Haupthaar zu erhalten, sofern eine richtige Diagnose gestellt wurde. Hierbei sind die obigen Auslöser und weitere potenziell Gründe auszuschließen, was beim Betroffenen Wochen und Monate dauern kann.

Neben den genannten Hauptformen von Haarausfall gibt es weitere Arten, die nicht zwingend Männern oder Frauen zuzuordnen sind. So können Infektionen und Erkrankungen der Kopfhaut bei beiderlei Geschlecht auftreten. Einen geringfügigen Unterschied gibt es bei der Alopezie mechanis, die den Haarausfall aufgrund von Druck oder Zug auszeichnet. Dies kann eine Folge des Tragens von strammen Haarbändern und -klammern über Jahre hinweg sein, ebenso wie bei sehr langen Haaren mit einem hohen Eigengewicht. Diese modischen Erscheinungen sind häufiger bei Frauen als bei Männern anzutreffen, so dass diese etwas häufiger unter dieser Spezialform an Haarausfall leiden.

Erfahren Sie wie Haarausfall entsteht und welche weitere Formen es gibt:

Welche Haarausfallart Sie mit entsprechenden Maßnahmen oder Mitteln vorbeugen können und wie Sie Ihre Haare pflegen, erfahren Sie hier:

Ähnliche Artikel auf dem Gesundheitsblog

1 Kommentar

  1. Ein super ausführlicher Ratgeber! Und sehr angenehm zu lesen, weil er so gut strukturiert ist.

    Eisenmangel ist nicht zu unterschätzen! Immerhin ist er die häufigste Ursache für Haarausfall bei Frauen. Allerdings kann der Eisenmangel im Gegensatz zu anderen Ursachen mit eisenreicher Ernährung und eventuell zusätzlich eingenommenen Eisenpräparaten relativ leicht behandelt werden.

Schreibe eine Antwort