Johanniskraut
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Sonnenschein für die Seele: Johanniskraut

Leichte depressive Verstimmungen können viele Gründe haben, aber die kurzen Tage mit oftmals nur wenigen Sonnenstunden im Winter drücken vielen Menschen auf das Gemüt. Man fühlt sich müde, erschöpft, niedergeschlagen, manchmal kommen Schlaf- und Konzentrationsstörungen hinzu.

Eine kleine, unscheinbare Heilpflanze mit strahlenden, sonnengelben Blütenblättern kann hier ein wenig Abhilfe schaffen. Der bekannte Pfarrer Kneipp erklärte das folgendermaßen: Das Johanniskraut hat in seinen Blüten Sommer, Sonne und Licht gespeichert. Wenn wir uns also einen Tee davon zubereiten, nehmen wir ein bisschen davon auf, und es vertreibt uns den Winterblues.

Der Name leitet sich übrigens vom Johannistag am 24.06. ab, da das Kraut zu dieser Zeit zu blühen beginnt. Früher feierte man zum Beispiel auch Mittsommer geschmückt mit Johanniskrautkränzen, die man anschließend ins Feuer warf, was vor Hexen, Dämonen und ähnlichem schützen sollte.

Worin liegt die Heilkraft des Johanniskrautes?

Haben Sie schon einmal ein Blütenblatt des Johanniskrautes zwischen den Fingern zerrieben? Dann kennen Sie auch den dunkelroten Saft, der daraus hervorquillt. Und der ist maßgeblich für die Heilkraft dieser Pflanze. Um diesen Saft ranken sich abenteuerliche Legenden aus vergangenen Jahrhunderten, als man das Johanniskraut auch „Hexenkraut“ oder „Blutkraut“ nannte. Der rote Saft sollte z.B. den Teufel bannen.

Die Bezeichnung „Tüpfelkraut“ kommt auch öfters vor, und weist auf etwas Maßgebliches hin: Die Blätter weisen unzählige, kleine Pünktchen (Tüpfelchen) auf, wenn man sie gegen das Licht hält. Diese Punkte stammen von den Öldrüsen in den Blättern. Diese und ein zweikantiger Stängel weisen darauf hin, dass es sich um das medizinisch wirksame Johanniskraut, das Hypericum perforatum, handelt.

Das Johanniskraut empfiehlt sich auch sehr für den Anbau im eigenen Kräutergarten, da es sehr anspruchslos ist, was die Bodenbedingungen betrifft, und fast überall in Europa gedeiht.

Wogegen hilft Johanniskraut?

Schon vor rund 2000 Jahren wussten die Heilkundigen Johanniskraut gegen Wunden und entzündliche Gelenkserkrankungen einzusetzen. Im späten Mittelalter wurde es auch gegen Angstzustände und Stimmungstiefs verwendet.

Auch in der heutigen Zeit wird Johanniskraut gerne gegen Melancholie, Schwermut und Niedergeschlagenheit eingesetzt. Nervenstärkende und angstlindernde Wirkung wird ihm nachgesagt, und es dient als Einschlafhilfe bei nervös bedingter Schlaflosigkeit.

Den genauen Grund für die antidepressive Wirkung kennen Wissenschaftler bis heute nicht, dennoch ist eine positive Wirkung durch viele klinische Studien bestätigt. Man vermutet, dass unter anderem die Inhaltsstoffe Hyperforin und Hypericin sowie Flavonoide (sekundäre Pflanzenstoffe) dafür verantwortlich sind.

Ein weiteres wichtiges Einsatzgebiet für das Johanniskraut ist die Haut. Das Öl, welches aus der Pflanze gewonnen wird, hat nämlich entzündungshemmende Eigenschaften, welche man sich bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis zunutze macht.

Vor allem die USA hat Einreibungen mit Johanniskrautöl gegen rheumatische Beschwerden wieder entdeckt. Außerdem wirken Fußmassagen mit dem Öl äußerst wohltuend, wenn Sie beispielsweise auf Grund eines stehenden Berufs schmerzende Füße haben.

Wie wird Johanniskraut eingenommen?

Die althergebrachte Anwendungsform von Johanniskraut ist der Tee. Zur Zubereitung benötigt man für eine Tasse ein bis zwei gehäufte Teelöffel des blühenden Krautes, egal ob frisch oder getrocknet, und übergießt es mit frischem, kochendem Wasser. Der Aufguss mit getrocknetem Kraut muss 10 Minuten zugedeckt ziehen, frisches Kraut benötigt nur 2 bis 3 Minuten.

Johanniskraut gibt es in Apotheken, zum Beispiel in Ihrer Online-Apotheke eurapon, auch in Tabletten- oder Kapselform. Da es bei der Einnahme von Johanniskraut einiges zu beachten gilt, empfehlen wir vorher die Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker, insbesondere, wenn Sie bereits andere Medikamente einnehmen.

Was gilt es bei der Einnahme von Johanniskraut zu beachten?

Johanniskraut kann die Wirkung einiger anderer Medikamente abschwächen. Dazu gehören zum Beispiel Immunsuppressiva, wie sie nach Transplantationen gegeben werden, blutverdünnende Medikamente, Zytostatika (bei Krebserkrankungen), Medikamente gegen das HI-Virus und ganz wichtig: Die Antibabypille!

Auch Schwangere und Stillende sollten Johanniskraut aufgrund des hohen Interaktionspotentials nur nach Rücksprache mit einem Arzt einnehmen.

Die Einnahme von Johanniskraut macht die Haut lichtempfindlicher, helle Hauttypen sollten dies während der Einnahme beachten.

Eine positive Wirkung dürfen Sie sich nicht sofort nach der Einnahme der ersten Tablette erwarten, es können sogar mehrere Wochen vergehen, bis die Wirkung eintritt. In jedem Fall sollten Sie bei depressiver Verstimmung mit dem Arzt abklären, ob die Einnahme von Johanniskraut ausreicht und welche Dosierung es einzuhalten gilt.

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