Slow Eating
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Slow Eating – langsam essen und dadurch abnehmen?

„Gut gekaut ist halb verdaut“ – das wussten bereits unsere Großmütter. In Zeiten der Diätenvielfalt à la „Low Carb“ oder „Paleo“ erlebt der langsame Genuss unter dem modernen Begriff „Slow Eating“ seine Renaissance. Doch was steckt dahinter? Lässt gründliches Kauen wirklich die Pfunde purzeln? Wir gehen der Sache auf den Grund.

„Schmauen“ statt Kauen!

Das moderne Leben geht mit Hektik einher und die Zeit für einen bewussten Genuss bleibt dabei oft auf der Strecke. Das Frühstücksbrot wird in der Bahn oder im Auto verzehrt, das Mittagessen unter Zeitdruck in der Kantine hinuntergeschlungen. Und auch abends kommt die Nahrungsaufnahme dank eng getakteter Freizeitgestaltung oft zu kurz. Ein Glück, dass Kekse und Schokoriegel zwischendurch den Magen zumindest für eine kurze Zeit befriedigen.

Diese Art der Essensaufnahme hat dann auch seine Folgen: Man weiß gar nicht mehr, was man den ganzen Tag über eigentlich genau gegessen hat und der Magen-Darm-Trakt reagiert auf den Nahrungsstress mit Beschwerden. Und der Blick auf die Waage ist dann auch alles andere als erfreulich.

„Slow Eating“ verspricht hier die Lösung. Das Prinzip: Die Nahrung kauen, bis sie flüssig ist, und dann erst hinunterschlucken. Also „schmauen“ – schmecken und kauen in einem. Die Wirkung: eine bessere Verdauung, Gewichtsreduktion durch frühe Sättigung und dazu noch ein Plus an Energie und Glück.

Alles nur Humbug oder ist doch etwas dran?

Den Darm auf Vordermann bringen

Gründliches Kauen freut vor allem das Verdauungssystem. Dieses muss nicht mehr hastig heruntergeschluckte, große Brocken bewältigen, sondern kann sich – dank guter Vorarbeit im Mund – voll und ganz dem Zerlegen der Nahrung in ihre kleinsten Bestandteile widmen.

Blähbauch und Müdigkeit nach dem Essen werden dadurch gemindert – vor allem Personen mit regelmäßigen Magen-Darm-Beschwerden werden den Unterschied bemerken. Und die durch eine bessere Verdauung gesparte Energie kann für andere Dinge genutzt werden.

Wer schnell ist und nur oberflächlich kaut, der verliert außerdem über 40 % der mit der Nahrung aufgenommen Nährstoffe, da der Körper große Bissen nicht gut aufspalten kann. Langsames Essen sorgt also auch dafür, dass der Körper alle enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe in vollem Umfang erhält.

Langsam essen – schneller satt?

Das Sättigungsgefühl setzt in der Regel frühestens 20 Minuten nach dem Beginn der Nahrungsaufnahme ein. Wer seine Nahrung kaut, bis sie flüssig ist, benötigt konsequenterweise weniger Menge, um diese 20 Minuten zu erreichen. Das spart jede Menge überflüssiger Kalorien ein.

Viele Menschen haben außerdem verlernt, dass es überhaupt ein Sättigungsgefühl gibt. Die Ablenkung durch Fernseher und Co. ist einfach zu groß, um seinem Körper die benötigte Aufmerksamkeit zu widmen. Wer langsam isst, spart demnach nicht nur Kalorien, sondern erlernt auch das Körperbewusstsein wieder. Und große Portionen gehören schnell der Vergangenheit an, wenn der Körper sich plötzlich wieder mit einem „Es reicht!“ zu Wort meldet – mit dem schönen Nebeneffekt, dass überflüssige Pfunde gesund und nachhaltig purzeln.

Ein Plus an Genuss

Wenn gründlich gekaut wird, dann bleibt der Bissen länger im Mund. Alle in der Nahrung befindlichen Geschmacksnuancen können sich dadurch zur Gänze entfalten und der bedachte Esser wird seine Speisen ganz anders zu schmecken lernen. Denn die Geschmacksnerven befinden sich nun einmal im Mund und nicht im Magen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die geschulten Geschmacksnerven minderwertige Nahrung wie Fertiggerichte entlarven können. Denn diese schmecken plötzlich nicht mehr gut oder der Geschmack hält nicht lange an. Langsames Kauen fördert demnach auch eine gesunde Ernährung, da die Lust auf Ungesundes schwindet.

Tipps für ein erfolgreiches „Slow Eating“

  1. Die Umstellung bewusst angehen und sich Zeit für das Essen nehmen.
  2. Jegliche Ablenkung vermeiden.
  3. Jeden Bissen mindestens 40-mal kauen.
  4. Während der einzelnen Bissen das Besteck aus der Hand legen.
  5. Kleinere Teller nehmen.
  6. Kleineres Besteck verwenden – dann passt weniger Menge auf den Löffel.
  7. Während der Mahlzeiten ausreichend trinken.

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