Begründer der Homöopathie
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Samuel Hahnemann – Begründer der Homöopthie

Keine medizinische Lehre gibt es bereits so lange wie die Homöopathie: Nämlich seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts. Außerdem polarisiert kaum eine Behandlungsmethode derart: Während das eine Lager auf die sanfte Heilwirkung schwört, wird es vom anderen Lager im nettesten Fall als Placebo abgetan.

Doch auf wen geht die Behandlung mit Globuli etc. zurück, und wie ist er darauf gekommen?

Brachiale Heilmethoden im 18 Jahrhundert

Christian Friedrich Samuel Hahnemann wurde am 10 April 1755, in Meissen geboren. Er wuchs zwar in bescheidenen Verhältnissen auf, erhielt aber dennoch eine exzellente Ausbildung: Hahnemann studierte in Leipzig und Wien Medizin und Chemie. Allerdings war das Medizinstudium zur damaligen Zeit rein theoretischer Natur: Die Studenten bekamen aus medizinischen Werken vorgelesen, anschließend wurde darüber diskutiert. Jedoch sahen sie während des gesamten Studiums keinen Kranken, sezierten keine Toten, und über Ursachen und Entstehung von Krankheiten war man auch weitgehend in Unkenntnis. Aufgrund dessen wurden die Patienten oft mit brachialen Heilmethoden gequält: Häufiges Aderlassen, Dungwickel, Klistiere oder Quecksilber gegen Syphilis und Tuberkulose standen auf dem medizinischen Behandlungsplan.

Hahnemanns Kampf gegen qualvolle Behandlungsmethoden

Samuel Hahnemann wehrte sich gegen derartige Behandlungsmethoden und kämpfte für verbesserte hygienische Bedingungen und eine gesündere Lebensweise. Allerdings brachte dies dem jungen Arzt jede Menge an Kritik von Seiten seiner Kollegen, Apotheker und öffentlichen Stellen ein. Hahnemann gab es schließlich auf, als Arzt zu arbeiten, und versuchte mehr schlecht als recht, seine Frau und die inzwischen 8 Kinder mit dem Übersetzen medizinischer Werke zu ernähren.

1790 kam jedoch eine Wende, hervorgerufen durch das Werk „Materia Medica“ des schottischen Arztes Dr. William Cullen. Dadurch erfuhr Samuel Hahnemann vom Einsatz von Chinarinde gegen Malaria. Er wagte einen Test, und nahm mehrere Tage ein klein wenig Chinarinde ein. Und tatsächlich entwickelte der Arzt nach jeder Einnahme malariaähnliche Symptome, die anschließend wieder verschwanden. Fasziniert von der Wirkung experimentierte Samuel Hahnemann auch mit Arsen und Tollkirsche.

Ähnliches mit Ähnlichem heilen

Der Verzehr einer Tollkirsche führt zu Übelkeit, Benommenheit, starken Krämpfen etc. In sehr verdünnter Form kann man sie aber genau gegen diese Beschwerden einsetzen. Das Prinzip der Ähnlichkeitsregel wurde 1796 veröffentlicht, und die Homöopathie war geboren. Dieser Begriff leitet sich übrigens aus zwei griechischen Wörtern ab: Homoion bedeutet ähnlich, und Pathos steht für Leiden.

Der Arzt forschte fortan an der Dosierung der meist giftigen Substanzen, und entwickelte so das System der Potenzierung (=sehr starke Verdünnung). Seine Forschungen und Selbstversuche (auch an Frau und Kindern) veröffentlichte Samuel Hahnemann in seinem Hauptwerk „Organon“ im Jahre 1810).

Begründer einer neuen Heilmethode

1811 darauf erhielt Hahnemann einen Lehrstuhl in Leipzig, und durfte fortan seine neue Heilmethode an Studenten weitergeben. Nach wie vor hatte er aber mit Kritikern zu kämpfen, vor allem die Reinheit der homöopathischen Lehre betreffend.

1934 kam die damals 35-jährige französische Malerin Melanie d’Hervilly in die Praxis des inzwischen verwitweten, fast 80-jährigen Hahnemann. Zwischen den beiden entwickelte sich eine leidenschaftliche Liebesbeziehung, es wurde geheiratet und das Paar übersiedelte nach Paris. Hahnemann praktizierte noch einige Jahre als angesehener Arzt.

Am 02.07.1843 starb Samuel Hahnemann an den Folgen einer Lungenentzündung.

Homöopathie heute

Die von Hahnemann entwickelte, anerkannte Heilmethode wurde zwar weiterentwickelt, jedoch änderte dies nichts an ihren Grundlagen. Die Hyposensibilisierungsmethode bei der Behandlung von Allergien, oder die Verwendung von Nitroglyzerin bei Herzerkrankungen sind ebenfalls auf die Homöopathie zurückzuführen.

Trotz nach wie vor bestehenden Kontroversen zur klassischen Schulmedizin besteht ein großes Interesse an der Homöopathie, rund 33% der Bevölkerung in Deutschland haben Erfahrungen mit dieser Heilmethode gesammelt.

Kritiker äußern oft die Bedenken, dass die Einnahme homöopathischer Medikamente einen Placebo-Effekt verursache. Dem gegenüber stehen aber auch Erfolge in der Behandlung von Tieren, Babys oder bewusstlosen Patienten.

Homöopathie hat jedoch ihre Grenzen: Bei schweren bzw. lebensbedrohlichen Erkrankungen darf die Heilmethode nur als Ergänzung, nicht aber als alleinige Therapie angesehen werden.

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