Ringelblume
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Ringelblumen – die universellen Heilpflanzen

Ihr Gebrauch war bereits allen Heilkundigen des Mittelalters vertraut, Hildegard von Bingen schätzte sie ebenfalls wie später Sebastian Kneipp: die Ringelblume mit ihren leuchtend gelb-orangen Blütenköpfen. Ihre innerliche und äußerliche Heilwirkung wird als überaus vielseitig bezeichnet. Mannigfach sind auch die Standorte, an denen die robuste Pflanze gedeiht.

Das robuste Sonnenkind

Der eigentliche Ursprung der Ringelblume (bot. Calendula officinalis L.) ist nicht genau bekannt. Vermutet wird, dass die Pflanze aus dem Mittelmeerraum stammt. Sie findet sich in allen gemäßigten Zonen. Gewerblich angebaut wird Calendula in Europa neben Deutschland in den Niederlanden, auf dem Balkan, in Ungarn und Polen. Auch Ägypten ist ein Lieferant der Heilpflanze.

Die Ringelblume ist anspruchslos. Sie wächst auf Magerböden ebenso wie im humusreichen Gartenbeet oder dem Balkonkasten. Auch wenn sie volle Sonne bevorzugt, so gedeiht sie dennoch im Halbschatten. Ihre geringelten Samen fallen reichlich aus und sorgen für eine natürliche Verbreitung. Zeitig im Frühjahr ausgesät beginnt die Blüte der Calendula im Juni.

Heilpflanze Ringelblume

Der herbe Geruch der Calendula bildet einen interessanten Gegenpunkt zum weichen Farbton. Terpene und Loliolid, ein Bitterstoff, sind dafür verantwortlich. Die gelben bis orangen Blüten sind stark färbend, weshalb sie früher als Safranersatz verwendet wurden.

Die Heilpflanze teilt sich in drei Gruppen ein: Calendulae flos, die Blüten, werden in völlig erblühtem Zustand geerntet und weiterverarbeitet. Ihre Inhaltsstoffe sind ätherische Öle, Saponine, Sterole, Cumarine und Carotinoide. Blüten und Blütenböden werden unter der Bezeichnung Calendulae flos cum calyce in den Handel gebracht. In den getrockneten krautigen Teilen der Ringelblume (Calendulae herba) sind es ätherische Öle, Carotinoide, Saponine, Phytosterol und Loliolid, die die Wirksamkeit ausmachen. Die Heilwirkung der Ringelblume ist wissenschaftlich bestätigt, sie ist im DAB 10 (Deutsches Arzneimittelbuch) aufgenommen.

Entzündungshemmend, heilend und stimulierend

Die Ringelblume ist als Naturmedizin so wertvoll, dass sie 2009 zur Heilpflanze des Jahres ernannt worden war. Ihre Wirksamkeit ist vielfältig, dabei ist sie selbst für empfindliche Personen verträglich. Obwohl sie zu der Familie der Korbblütler gehört, werden Produkte mit Calendula sogar meist von denjenigen gut angenommen, die auf Korbblütler allergisch reagieren.

Äußerlich angewendet kommt sie bei rauer und rissiger Haut, bei Schrunden, bei langsam heilenden Wunden und bei Hauterkrankungen zum Einsatz. Venöse Stauungen, offene Beine (Ulcus cruris) und der Dekubitus, das Wundliegen bei Bettlägerigkeit, gehören ebenfalls zu den Anwendungsgebieten.

Calendula wird auch als Heilmittel bei entzündlichen Erkrankungen des Mund- und Rachenraumes geschätzt, ebenso bei Aphten an den Mundwinkeln. Durch ihre Verträglichkeit empfiehlt sie sich für nicht bakteriell bedingte Bindehautentzündungen und andere entzündliche Vorgänge im Augenbereich. Innerliche Anwendungsgebiete sind Magen- und Darmerkrankungen, angefangen von Sodbrennen bis hin zur Colitis. In der Frauenheilkunde gilt die Ringelblume als natürliches Mittel, um zu schwache oder zu starke Regelblutungen zu normalisieren, bei Hypertension während der Wechseljahre wird die Heilpflanze auch eingesetzt.

Die Volksheilkunde kennt noch weitere Verwendungsmöglichkeiten. Warzen und Hühneraugen sollen verschwinden, Ekzeme und Flechten gelindert oder geheilt werden und nach überstandener Krankheit oder bei allgemeiner Schwäche gilt Ringelblumenaufguss als Kräfte spendend.

Vielseitig wie ihre Einsatzgebiete sind auch die Zubereitungen der Ringelblume. Bekannt und beliebt sind Salben mit Ringelblumenextrakt, als Tinktur wird sie zum Gurgeln verwendet. Ein Tee mit Calendulablüten gilt nicht nur als lindernd bei Magen- und Darmbeschwerden, sondern ist auch wohlschmeckend, die hübschen Blätter werten überdies jeden Tee nicht nur in seiner wohltuenden Wirkung, sondern auch optisch auf.

Calendula-Anbau leicht gemacht

Auch wenn die Ringelblume unter fast allen Bedingungen gedeiht, so gilt es doch ein paar Tipps zu beachten. Die großen Samen werden in lockerer Erde leicht untergeharkt, sie keimen in kurzer Zeit aus. Zwar gilt die Ringelblume als Schneckenschutz, junge Pflänzchen fallen jedoch den verfressenen Gartenbewohnern gerne zum Opfer. Ein Vorziehen an der Fensterbank oder unter Glas trägt deshalb zum Gedeihen bei.

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