Rohkost Rhabarber
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Rhabarber: Mit Vorsicht zu genießen

Frühlingszeit ist Rhabarberzeit. Bereits im April füllen sich die Ladenregale mit den knackigen roten Stangen, die viele wichtige Vitamine und Mineralstoffe liefern. Dann heißt es auch schnell zugreifen, denn zu diesem Zeitpunkt enthält der Rhabarber noch wenig Oxalsäure. Diese kann beim Verzehr von großen Mengen gesundheitsschädigend wirken. Wird Rhabarber gekocht, so wird die Säure zum Großteil an das Kochwasser abgegeben. Aber kann Rhabarber dann auch roh gegessen werden? Die Antwort lautet ganz klar ja. Wenn Sie einige Regeln beachten, können Sie den Rharbarber ebenso frisch genießen.

Obst oder Gemüse – Ja was denn nun?

Der Rhabarber ist eine Staude und gehört zur Familie der Knöterichgewächse. In der Botanik ist er deshalb eindeutig dem Gemüse zuzuordnen. Warum die rötlichen Stängel dennoch oft als Obst angesehen werden ist einfach erklärt: Hauptsächlich verfeinert der erfrischend-säuerliche Rhabarber Süßspeisen wie Kuchen, Marmelade und Kompott. Von April bis Juni ist die Erntezeit des fruchtigen Gemüses. Hierbei gilt: Je früher die Ernte, desto milder der Geschmack und rote Sorten sind süßlicher als grüne.

Vitaminspender mit wenig Kalorien

Rhabarber gilt als sehr verdauungsfördernd und ist eine ideale Knabberei für alle, die einige Pfunde loswerden möchten: In 100 Gramm Rhabarber stecken nur etwa 14 Kilokalorien. Das kalorienarme Gemüse enthält Vitamin A, C und K, Kalzium, Magnesium und Eisen sowie weitere Mineralstoffe, die beim rohen Verzehr weitgehend erhalten bleiben. Apfel-, Zitronen- und Oxalsäure sind für den säuerlichen Geschmack verantwortlich. Letztere kann in großen Mengen allerdings schädlich sein.

Finger weg von rohem Rhabarber ab 24. Juni

Oxalsäure behindert die Aufnahme von Mineralstoffen wie Kalzium, indem sie mit ihnen Verbindungen eingeht. Diese können sich ablagern und der Auslöser für Nieren- oder Blasensteine sein. Neigen Sie zu Blasen-, Nieren- oder Gallenerkrankungen, sollten Sie auf den Verzehr von oxalsäurehaltigen Lebensmitteln verzichten. Auch während der Schwangerschaft und Stillzeit ist es empfehlenswert, Rhabarber zu meiden.

Die gute Nachricht: Je früher der Rhabarber geerntet wird, desto weniger Säure ist enthalten, denn der Gehalt an Oxalsäure wird durch die Vegetationsphase bestimmt. Im April geernteter Rhabarber enthält vergleichsweise weniger Säure als Rhabarberstangen der Juniernte. Als Stichtag für das Ende der Ernte gilt der Johannistag am 24. Juni. Spätestens ab diesem Zeitpunkt sollten Sie Rhabarber von Ihrem Speiseplan streichen.

Tipps für den frischen Rhabarber-Genuss

– Oxalsäure findet sich vor allem in den Blättern des Rhabarbers in hoher Konzentration. Entfernen Sie diese vor der Zubereitung sorgfältig und verzehren Sie nur die Stiele.

– Zum Ende der Erntezeit hin steigt die Konzentration der Oxalsäure auch in der Schale. Es wird deshalb empfohlen, den Rhabarber bei rohem Genuss vorher zu schälen.

– Trinken Sie zum Rhabarber ein Glas Milch. Milchprodukte enthalten viel Kalzium und können die Oxalsäure binden.

– Oxalsäure greift den Zahnschmelz an und verursacht ein pelziges Gefühl auf den Zähnen. Nach dem Verzehr von Rhabarber sollten Sie aber mindestens 30 Minuten abwarten, bis Sie zur Zahnbürste greifen, um dem Zahnschmelz nicht noch weiter zu schaden.

– Lagern Sie Rhabarber nicht zu lange. Am besten genießen Sie das Gemüse ganz frisch. Alternativ können Sie die Stangen in ein feuchtes Tuch wickeln und im Gemüsefach des Kühlschrankes wenige Tage aufbewahren.

Frischekick mit rohem Rhabarber

– Rhabarber-Smoothie: Der herbe Rhabarber harmoniert ideal mit der fruchtigen Erdbeere. Gemeinsam mit weiteren beliebigen Zutaten wie zum Beispiel Bananen, Nüssen, Joghurt oder Buttermilch erhalten Sie einen erfrischenden Smoothie, der für alle geeignet ist, die es nicht ganz so süß mögen.

– Fingerfood: Reichen Sie zu den klassischen Gemüsesticks wie Karotte, Gurke oder Paprika doch einfach Rhabarber. Die roten Stängel lassen sich ohne viel Aufwand zu kleinen Sticks verarbeiten. Mit einem leckeren Kräuterquark-Dip kommt der mild-säuerliche Geschmack bestens zur Geltung und bringt frischen Schwung auf den Gemüseteller.

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