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Pilze als Rohkost – welche Sorten sollten Sie meiden?

Ob in der Gemüsepfanne, Cremesuppe oder auf dem Grill – Pilze sind vielseitig einsetzbar und stecken voller Nährstoffe. Nicht umsonst werden sie daher auch als „Fleisch des Waldes“ bezeichnet, denn in ihnen stecken Vitamin B1 und Vitamin D, sowie ein beachtlicher Gehalt an Folsäure. Viele dieser wertvollen Nährstoffe sind nicht hitzebeständig – doch sind Pilze als Rohkost trotzdem eine Option?

Zuchtpilze – unbedenklich als Rohkost

Zuchtpilze aus Kulturen, wie Austernpilze, Kräuterseitlinge oder Shiitake, können ohne Probleme roh verzehrt werden. Der beliebteste Kulturpilz ist der Champignon, der besonders in Deutschland in vielen traditionellen Gerichten wiederzufinden ist.

Beim Kauf von Champignons ist Frische das wichtigste Qualitätsmerkmal. Sind keine Druckstellen oder Verfärbungen vorhanden, können Sie zugreifen. Putzen Sie die Champignons vor dem rohen Verzehr ausreichend, da bei den meisten Exemplaren noch Spuren von Erde vorhanden sind.

Die Zubereitung von rohen Champignons ist kinderleicht: Hobeln Sie die Champignons in dünne Scheiben und kombinieren Sie dazu eine frische, selbstgemachte Marinade aus Öl, Essig, Salz, Pfeffer und Kräutern ihrer Wahl. Ebenso empfiehlt sich Knoblauch zum Würzen.

Achtung an Rohkost-Unerfahrene: Pilze sind äußerst ballaststoffreich und Ihr Darm wird bei der Verdauung besonders beansprucht!

Wildpilze – Achtung, nicht roh verzehren

Bis heute finden wir wilde Pilze in heimischen Wäldern, die wir schmackhaft zu Hause zubereiten können. Folgende Waldpilze sollten Sie allerdings niemals roh verzehren:

  • Semmelstoppelpilz
  • Kuhröhrling
  • Trompetenpfifferling
  • Hallimasch

Darüber hinaus gibt es eine Menge weiterer Pilze, die zu Unverträglichkeitsreaktionen und sogar gefährlichen Vergiftungen führen. Darüber hinaus empfiehlt die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.):

Erhitzen Sie die Pilze bei der Zubereitung auf mindestens 70 Grad. Die Larven des gefährlichen Fuchsbandwurms können sich in freier Natur in den Pilzen befinden und werden erst bei hohen Temperaturen getötet.

Fehler bei der Lagerung

Pilze gehören in der Lagerung und Haltbarkeit zu den anspruchsvollen Gemüsesorten im eurapon Rohkost-Ratgeber. Die optimale Lagerung für Pilze ist in luftdurchlässigen Gefäßen im kühlen, dunklen Kühlschrank. Luftdichte Plastiktüten beschleunigen die Feuchtigkeitsbildung und anschließende Fäulnis. Folgende Faktoren sollten Sie bei der Lagerung von Pilzen unbedingt vermeiden:

  • Sonnenstrahlung
  • Zugluft
  • Hohe Temperaturen
  • Gestapelte Lagerung
  • Luftdichte Verpackungen

6 Tipps für unerfahrene Pilzesammler

Der erste Tipp ist vielleicht schon die halbe Miete: Starten Sie ihre erste Tour niemals alleine und immer in Begleitung eines/r erfahrenen Pilzsammlers/in. Zu Beginn ist es oft noch schwer, zwischen den Sorten zu unterscheiden. Fachkundige Hilfe kann lebenswichtig sein!

Ferner:

  1. Besteht nach Verzehr der eigenen Pilze doch der Verdacht auf eine Pilzvergiftung, sollten Sie sofort die Vergiftungszentrale im Krankenhaus aufsuchen. Erste Symptome wie Durchfall, Erbrechen oder Krämpfe, zeigen sich oft erst bis zu 24 Stunden nach Verzehr.
  1. Sammeln Sie Pilze, wenn irgend möglich, in Gebieten, die nachgewiesenermaßen möglich wenig mit Schadstoffen belastet sind. Pilze können schnell Spuren von Giftstoffen und Schwermetallen in ihrer Umgebung aufnehmen.
  1. Nicht ohne Grund wird, aufgrund des Reaktorunfalls in Tschernobyl 1986, immer noch vor radioaktiver Belastung in deutschen Wäldern gewarnt. Wer seine gesammelten Pilze untersuchen lassen will, kann dies von August bis Ende Oktober kostenlos beim Umweltinstitut München tun.
  1. Denken Sie an die Umwelt! Besonders beim ersten Mal neigen viele Pilzesammler dazu, große Mengen davon mit nach Hause zu bringen, die sie jedoch nicht verzehren können. Nachhaltigkeit ist der Schlüssel für dauerhafte Pilzvielfalt!
  1. Ebenso wichtig ist die Technik, mit der die Pilze gesammelt werden. Schneiden Sie die Knolle vorsichtig mit einem Messer ab, anstatt den Pilz abzureißen. Das unterirdische Pilzgeflecht bleibt so unbeschädigt und der Pilz kann wieder neu wachsen.

Pilze zu sammeln verschafft Ihnen keine Garantie auf eine reiche Ausbeute – dafür allerdings eine auf körperliche Entspannung und Ertüchtigung. Die Bewegung an der frischen Luft in freier Natur tut dem Körper gut und Sie nehmen sich eine Auszeit aus dem Alltag. Viele erfahrene Pilzsammler sprechen sogar von einer meditativen, entspannenden Wirkung. Probieren Sie es aus!

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