Mythos oder Wahrheit: Saunieren stärkt das Immunsystem
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Mythos oder Wahrheit – stärkt Saunieren das Immunsystem?

Viele Dinge wirken auf den Körper ein und lösen Reaktionen aus, auch die Temperatur der Umgebung. Wie steht es also um Wärme bei der Sauna? Ist Saunieren wirklich so gesund, wie berichtet wird?

Was passiert beim Saunagang?

Beim Aufenthalt in der Sauna erhöht sich die Körpertemperatur um 1-2°C. Die Blutgefäße dehnen sich aus und die Herzfrequenz steigt deutlich an. Die Atemfrequenz nimmt ebenfalls zu, wenn auch nur leicht. Die steigende Temperatur versucht der Organismus durch Schwitzen wieder zu senken. Dazu entzieht er dem Gewebe Wasser wodurch der Körper zwar Wasser und Elektrolyte verliert, jedoch auch Stoffwechselabfälle ausgeschwemmt werden, dadurch wird der Körper entgiftet. Würden Saunagänger das verlorene Wasser sofort zuführen, wäre der Prozess der Entgiftung gestoppt. Die Befürchtung, dass das Atmen bei hohen Temperaturen in der Sauna schwerer fällt, ist ein Irrtum, denn durch die Wärme entspannt sich die Rumpfmuskulatur. Dadurch vergrößert sich das Fassungsvermögen der Lunge und das Atmen fällt leichter.

Regt die Sauna das Immunsystem an?

Einer der wichtigsten Vorteile des Saunagangs ist der Erholungseffekt, denn Stress erhöht die Wahrscheinlichkeit für Erkrankungen. Damit sind regelmäßige Saunabesuche eine sinnvolle Maßnahme zur Vorbeugung. Saunagänge bei hoher Luftfeuchtigkeit sind zudem gesund für die Schleimhäute in den Atemwegen. Das Befeuchten hilft der Lunge, sich gegen Erreger zur Wehr zu setzen. So sinkt die Wahrscheinlichkeit von Erkältungskrankheiten. Untersuchungen haben außerdem gezeigt, dass der Saunabesuch den Kreislauf anregt. Auch davon profitiert die Gesundheit. Allgemein wirkt der Saunabesuch auf den Körper wie eine leichte Sporteinheit.

Abnehmen mit der Sauna?

Die Behauptung, man könne mit Saunabesuchen abnehmen, ist leider ein Mythos. Zwar sinkt das Gewicht beim Saunieren, das hat allerdings nur etwas mit dem Wasserverlust zu tun, der natürlich anschließend wieder ausgeglichen werden muss. Als begleitende Maßnahme bei einer Diät und einer Ernährungsumstellung sind Saunabesuche aber durchaus zu empfehlen, denn der Stoffwechsel wird angeregt, was sich positiv auf das Abnehmen auswirkt.

Mit diesen Fehlern wird der Saunagang ungesund

Untersuchungen haben gezeigt, dass es nicht genügt, hin und wieder in die Sauna zu gehen. Wer die Sauna als Pflichtprogramm absolviert und während der Schwitzkur schon in Gedanken beim nächsten Termin ist, hilft seiner Gesundheit nicht. Das Gegenteil ist der Fall, hier wird zusätzlich Stress produziert, was zusammen mit der Hitze und der hohen Luftfeuchtigkeit sogar gesundheitsschädlich ist. Ein gesunder Saunagang ist stressfrei und dauert etwa zwei Stunden. Experten raten zudem, die Sauna regelmäßig zweimal pro Woche aufzusuchen. Es ist außerdem wichtig, langsam zu starten, um Herz und Kreislauf nicht zu überlasten. 50 bis 60°C sind gute Temperaturen für den Einstieg. Jeweils nach 15 Minuten sollten Erholungspausen eingelegt werden, denn der Körper muss die Gelegenheit bekommen, die Temperatur wieder auszugleichen. Gibt es dabei Probleme, kann Unwohlsein die Folge sein. Dabei handelt es sich um ein ernst zu nehmendes Alarmsignal. Der Saunabesuch sollte unverzüglich abgebrochen werden.

Gibt es Menschen, die nicht in die Sauna dürfen?

Bei einigen gesundheitlichen Problemen ist von einem Saunabesuch abzuraten. Das gilt für alle Personen, die unter entzündlichen Prozessen leiden. Auch bei Fieber ist grundsätzlich von der Sauna abzuraten. Schwierig ist die Einschätzung für Asthmatiker. Bei akuten Problemen dürfen Asthmatiker nicht saunieren. In der symptomfreien Zeit kann die Sauna helfen, die Atmung zu verbessern. Allerdings ist für Asthmatiker die Entspannung dabei besonders wichtig. Löst die hohe Luftfeuchtigkeit oder die Hitze psychischen Stress aus, sollte der Saunabesuch unterbleiben. Wer zu Schwindel neigt, sollte ebenfalls auf die Sauna verzichten, da damit zu rechnen ist, dass sich die Symptome verschlechtern.

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