Mythos oder Wahrheit: Nasenspray macht süchtig
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Mythos oder Wahrheit – machen Nasensprays süchtig?

Nasenspray ist die schnelle Hilfe gegen die verstopfte Nase. Die Inhaltsstoffe bewirken, dass sich die Zellen, die für die Schleimproduktion sorgen, wieder zusammenziehen. Diese abschwellende Wirkung erleichtert die Atmung für die Dauer der Wirksamkeit. Während einer Erkältung oder auch bei allergischen Reaktionen ist vor allem die Nachtruhe empfindlich gestört, ein erholsamer Schlaf wird damit so gut wie unmöglich. Nasensprays schaffen hier eine erhebliche Linderung. Aber auch tagsüber sorgen sie mit ihrer Wirkung dafür, dass trotz Erkältung ein halbwegs normaler Tagesablauf gewährleistet ist, weil die Atmung nicht oder nur wenig behindert wird. Nasensprays stehen aber auch in dem Ruf, abhängig zu machen. Mit dem entsprechenden Hintergrundwissen können Sie dieses Risiko vermeiden.

Welches Nasenspray ist jetzt geeignet?

Bei leichtem Schnupfen genügt ein Nasenspray auf der Basis von Meersalz. Allerdings können auch diese Sprays die Schleimhäute austrocknen. Das Risiko können Sie reduzieren, wenn Sie die Nase innen regelmäßig mit einer hierfür zugelassenen Wund – und Heilsalbe pflegen. Abschwellende Nasensprays eignen sich bei schweren Erkältungen. Die enthaltenden Wirkstoffe sind:

  • Antihistaminika
  • Cromoglicinäure
  • Kortison
  • Hyaluronsäure
  • Dexpanthenol

Das sollten Sie über die Wirkstoffe wissen

Antihistaminika wirken lokal und werden z.B. bei Allergien eingesetzt. Sie wirken gegen das Histamin, das der Körper bei allergischen Reaktionen ausschüttet und das seinerseits die unerwünschten Symptome verursacht. Die Wirkung setzt innerhalb von 15 Minuten ein. Nasensprays mit Antihistaminika können auf Anraten des Arztes auch mit abschwellenden Nasensprays kombiniert werden.

Cromoglicinäure wirkt ebenfalls gegen Histamin, kommt also auch bei Allergikern zum Einsatz. Dieses Nasenspray muss allerdings schon vor Auftreten der Symptome zur Anwendung kommen, da es seine Wirkung erst nach einigen Tagen entfaltet.

Nasensprays mit Kortison

Nasensprays mit Kortison müssen strikt nach Anweisung des Arztes angewendet werden. Sie können starke Beschwerden innerhalb kurzer Zeit deutlich lindern. Für die dauerhafte Anwendung sind sie jedoch nicht geeignet.

Nasenspray mit Hyaluronsäure

Hyaluronsäure verbessert die Funktion der Schleimhäute. Nasensprays mit Hyaluronsäure  können auch mit weiteren Sprays kombiniert werden, um das Wirkspektrum zu verbessern.

Nasenspray mit Dexpanthenol

Dexpanthenol ist ein Wirkstoff, der vor allem in Wundsalben verwendet wird. Der Wirkstoff ist inzwischen aber auch in vielen Nasensprays enthalten. Er verbessert die Heilung und wirkt beruhigend auf die Schleimhäute. Damit ist er ein pflegender Zusatzstoff.

Machen Nasensprays süchtig?

Nasensprays sollten grundsätzlich nur über einen begrenzten Zeitraum eingesetzt werden. Bei einer Anwendung über sieben Tagen kann sich die Nasenschleimhaut an die Wirkstoffe gewöhnen. Die Folge beschreibt der Arzt als Rebound-Phänomen. Das bedeutet, dass die Schleimhaut mit dem Absetzen des Mittels wieder anschwillt, auch wenn die Infektion abgeklungen ist. Der Patient fühlt sich damit gezwungen, das Medikament weiter zu verwenden, um normal atmen zu können. Dabei wird die Schleimhaut geschädigt und verliert damit ihre Fähigkeit, sich gegen eindringende Erreger zur Wehr zu setzen. Die Infektanfälligkeit steigt. Bei einem längeren Missbrauch kann die Schleimhaut dauerhaft geschädigt werden.

Absetzen von Nasenspray

Grundsätzlich sollten Sie mit länger anhaltender Schnupfensymptomatik einen Arzt aufsuchen. Er kann klären, ob es sich um eine Infektion handelt und ob die Behandlung überhaupt geeignet ist. Zeichnet sich eine Abhängigkeit ab, gibt es mehrere Möglichkeiten.

  • Sofort Absetzen bei begleitenden, pflegenden Maßnahmen
  • Langsames Ausschleichen
  • Niedrig dosiertes Nasenspray verwenden

Sie können auch das Nasenspray nur noch in ein Nasenloch sprühen. Hat sich die nicht behandelte Seite erholt, setzen Sie das Spray ab, denn so bleibt bis zur Entwöhnung immer eine Seite frei.

Alternativ zu Nasensprays eignen sich Nasenspülungen, die es auch als Kochsalzlösung in Tropfenform gibt. Nasensprays mit Antihistaminika sollten Sie nicht länger als eine Woche verwenden. Pflegen Sie bei Erkältungen immer die auch die Nasenschleimhaut mit einer dafür geeigneten Salbe, um ein Austrocknen zu verhindern.

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