Mythos oder Wahrheit: Lesen im Dunkeln schadet den Augen
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Mythos oder Wahrheit: Lesen im Dunkel schadet den Augen

Den gut gemeinten Rat der Eltern, im Dunkeln nicht zu lesen, um den Augen nicht zu schaden, kennt jeder. Aber leiden Augen wirklich, wenn Sie sich bei schlechtem Licht auf eine Schrift konzentrieren und gefährdet das vielleicht sogar die Sehkraft? Und was können Sie tun, um Ihre Augen beim Lesen zu entlasten, wenn das Licht etwas schlechter ist?

Das passiert mit den Augen bei Dunkelheit

Bei Kerzenschein ein gutes Buch zu lesen, ist für viele Menschen pures Vergnügen. Für die Augen  ist das jedoch anstrengend. Müdigkeit und Kopfschmerzen können die Folge sein. Grund ist, dass ein Muskel des Auges die Linse gestrafft halten muss, um bei schlechtem Licht Buchstaben entziffern zu können. Dann sind vor allem die lichtempfindlichen Stäbchen in den Augen gefordert, in denen sich bei nachlassender Helligkeit die Molekülstruktur ändert. Bei dieser Strukturänderung handelt es sich um einen völlig normalen Prozess, der den Augen nicht schadet. Damit die Augen sich zwischendurch erholen können, genügt es sie, kurz zu schließen. Dadurch ist der Mensch in der Lage, bei Dämmerlicht zu sehen, wenn auch längst nicht so gut, wie bei Tageslicht.

Das optimale Licht

Für ein angenehmes Lesen sollte das Licht allerdings nicht blenden. Lampen, bei denen der Schirm groß genug ist um die Glühlampe abzudecken und deren Beleuchtungsstärke bei 300 – 500 Lux liegen, sind genau richtig. Bei besonders natürlich wirkendem Licht lassen sich nicht nur Farben gut erkennen, auch das Auge empfindet natürliches Licht als angenehm. Achten Sie bei der Auswahl der Lampe daher auch auf den Farbwiedergabe-Index (Ra). Liegt der Wert unter 90 wirken die Farben eher künstlich, ab 90 hingegen besonders natürlich.

Neben der Auswahl der richtigen Lampe ist auch die Wahl des Standortes zu beachten. Eine Leselampe können Sie direkt auf die Buchseite ausrichten, Deckenfluter sind aber ebenfalls für das Lesen geeignet. Entscheidend dabei ist allein die Empfindlichkeit Ihrer Augen. Neigen Sie zur Lichtempfindlichkeit, können Sie die Leselampe oder den Deckenfluter etwas dimmen und so Ihre Augen entlasten.

Bedenken Sie, dass mit einem steigenden Lebensalter die Fähigkeit im Dämmerlicht gut lesen zu können abnimmt. So können junge Menschen bei schummerigem Licht sehr viel besser lesen, als das bei älteren Personen der Fall ist. Hier gilt es, die Lichtverhältnisse anzupassen.

Weitere Tipps für gesunde Augen beim Lesen

Auch wenn das Lesen im Schein einer Lampe gemütlich ist, schalten Sie zusätzlich die Deckenbeleuchtung, falls möglich etwas gedimmt, ein. Absolute Dunkelheit in der Umgebung ist Stress für die Augen, die sonst den Unterschied ausgleichen müssen.

Ebenso sollten Sie Ihre Augen beim Lesen zwischendurch entlasten, indem Sie den Blick schweifen lassen. Das menschliche Auge ist nicht dafür geschaffen, über längere Zeit auf einen starren Punkt zu schauen.

Ein weiteres Problem für die Augen ist, dass sich bei langem Lesen der Rhythmus des reflexartigen Blinzelns verlangsamt. Das führt zu einer Unterversorgung mit Tränenflüssigkeit. Die Folge sind gereizte und brennende Augen, aber auch Müdigkeit, Kopfschmerzen und Konzentrationsschwierigkeiten. Öffnen und Schließen Sie daher zwischendurch bewusst die Augen, damit die Tränenflüssigkeit besser verteilt werden kann. Ebenso sollten Sie beim Lesen auf den Blickwinkel auf das Buch oder Tablet achten. Diese sollten möglichst auf Augenhöhe und nicht zu steil gehalten werden.

Wenn Sie unterwegs lesen möchten und das Licht eher schlecht ist, wie z. B. in der Bahn oder als Beifahrer im Auto bei Dämmerung, müssen Sie mit schnellerer Ermüdung rechnen, denn die bewegliche Umgebung stellt eine zusätzliche Anstrengung für die Augen dar.

Tablets können die Anstrengung beim Lesen erhöhen

Sollten Sie ein Tablet zum Lesen benutzen, achten Sie auf die Einstellung bei der Helligkeit und auf die Größe der Buchstaben. Für sehr empfindliche Augen empfiehlt sich außerdem künstliche Tränenflüssigkeit, die einfach in die Augen geträufelt wird und dafür sorgt, dass das Brennen nachlässt. Auch Staub auf dem Display kann die Anstrengung für die Augen noch einmal erhöhen.

Sollten Sie mit dem Gedanken spielen, sich ein Tablet zum Lesen zuzulegen, hier ein paar Hinweise: Es sollte möglichst eine nicht-spiegelnde Oberfläche aufweisen, denn die stört den Lesefluss und bedeutet damit noch mehr Anstrengung für die Augen. Das gilt natürlich besonders, wenn die Oberfläche flimmert. Schließlich spielt auch der Blickwinkel auf das Buch oder Tablet eine wichtige Rolle. Ebenso sollten Sie beim Lesen auf den Blickwinkel auf das Buch oder Tablet achten. Diese sollten möglichst auf Augenhöhe und nicht zu steil gehalten werden.

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