Zeitumstellung
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Müdigkeit bei der Zeitumstellung vermeiden

Ende März heißt es wieder „Wer hat an der Uhr gedreht?“ und die Stunde, die uns im Oktober „geschenkt“ wurde, wird uns wieder abgeknöpft. Gemessen daran, was unser Körper bei einem Langstreckenflug zu einem anderen Kontinent leisten muss, klingt eine Stunde nach einem Klacks. Dennoch reicht es, um in unserem Organismus einen „Mini-Jetlag“ auszulösen, der sich je nach Mensch unterschiedlich auswirkt. Manche haben Körper und Seele innerhalb von 4 Tagen angepasst, andere fühlen sich nach 14 Tagen noch unendlich schlapp und müde.

Wie funktioniert unsere innere Uhr?

1814 entdeckte ein französischer Mediziner, dass bestimmte Funktionen unseres Organismus einem bestimmten Tagesrhythmus folgen. Inzwischen weiß man, dass alle Lebewesen bis hin zu den Mikroorganismen über eine „innere Uhr“ verfügen. Ab sechs Uhr morgens macht sich unser Körper startbereit, Herzschlag und Puls beschleunigen sich. Vormittags ist man schmerzempfindlicher, während nachmittags zwischen 13 und 15 Uhr die beste Zeit für einen Zahnarztbesuch ist, da in dieser Zeit vermehrt Endorphine ausgeschüttet werden. Das bekannte Mittagstief setzt gegen 12 Uhr ein, der Körper ist bereit, Nahrung zu verdauen.  Zwischen 20 und 22 Uhr abends fällt der Adrenalinspiegel, Müdigkeit macht sich breit. Nachteulen erleben ihr zweites Hoch.

Unser Körper hat die Fähigkeit, sich auf den Wandel der Jahreszeiten langsam umzustellen, allerdings bringen wir ihn mit unseren Anforderungen (künstliche Beleuchtung, Schichtarbeit, Langstreckenflüge) zunehmend aus dem Takt.

Welche Auswirkungen hat die Zeitumstellung auf die innere Uhr?

Einen großen Einfluss auf unsere innere Uhr, also auf unseren Biorhythmus, hat das Sonnenlicht. Bei Dunkelheit wird vermehrt das Hormon Melatonin ausgeschüttet. Wenn es beim Aufstehen noch dunkel ist, sind Sie weiterhin noch müde und antriebslos. Blutdruck und Puls sind noch auf „Schlafmodus“ eingestellt. Hingegen fühlen Sie sich abends zur eigentlichen Schlafenszeit noch fit, weil der Körper glaubt, es ist noch eine Stunde zu früh.

Besonders zu schaffen macht der Umstand der Zeitumstellung den Organismen von älteren Menschen und kleinen Kindern. Allerdings haben sie den Vorteil, dass sie sich leichter ausruhen und erholen können, als jemand, der beruflich aktiv ist oder zur Schule muss. Jungen Menschen zwischen Pubertätsbeginn und Mitte zwanzig fällt das Aufstehen ohnehin am schwersten, das ist aber keine „Unart“, sondern ebenfalls Sache des menschlichen Biorhythmus.

Auch Menschen, die unter Schlafstörungen leiden, beeinträchtigt die Zeitumstellung besonders.

Folgende Symptome treten häufiger auf (natürlich nicht bei jedem Menschen):

  • Schlafstörungen
  • Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Gereiztheit
  • Blutdruckprobleme
  • Appetitlosigkeit, Verdauungsprobleme
  • Kopfschmerzen, Schwindel

Welche Tipps helfen, der Müdigkeit bei der Zeitumstellung vorzubeugen?

Bei der Umstellung auf die Sommerzeit sollten Sie ein paar Tage vorher versuchen, etwas früher zu Bett zu gehen, 15 Minuten genügen bereits. Auch die Verdauung können Sie beginnen „einzustellen“, indem Sie ein wenig früher als gewohnt zu Abend essen. Drei Stunden vor dem Schlafengehen sollten Sie keinen Kaffee mehr trinken.

Kinder sollten bereits eine Stunde früher zu Bett gehen, Computer und Fernseher sollten nicht bis zur letzten Minute laufen.

Am Morgen auf genügend Lichtzufuhr achten, damit der Körper weiß, dass er jetzt im „Wachrhythmus“ ist. Wenn noch genug Zeit ist, sorgt eine Dusche für den „Hallo, Wach“-Effekt (testen Sie doch einmal Duschgels mit Ingwer bzw. Zitronengras, sie sorgen für ein herrlich erfrischendes Gefühl).

Lassen Sie sich vom frühen Aufstehen nicht die Laune vermiesen! Denken Sie an etwas, was Ihnen im Laufe des Tages Freude bereiten wird (Treffen mit Freunden, ein Kaffee in der Sonne, ein Schnäppchen im Ausverkauf jagen…).

Wenn Sie normalerweise einen Mittagsschlaf machen, lassen Sie ihn in den ersten Tagen der Zeitumstellung ausfallen, sonst ist das frühere Einschlafen erst recht erschwert. Wenn die Müdigkeit zu massiv ist, zumindest nicht länger als 30 Minuten schlafen.

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