Sebastian Kneipp
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Mit Sebastian Kneipp und kaltem Wasser zu mehr Gesundheit

Fast jeder von uns hat schon einmal von zumindest einer der fünf Elemente der Kneipp Medizin gehört: Kneippgüsse und Wassertreten sind schließlich sehr bekannte und beliebte Kuranwendungen. Wenige kennen jedoch den Menschen, der hinter diesen Behandlungsmethoden steht, und dessen Name auch heute auf vielen Pflegeprodukten zu lesen ist. Da sich der Geburtstag von Sebastian Kneipp am 17.05. zum 196. Mal jährt, ist das ein Grund für uns, Ihnen sein Leben und Wirken in einem Portrait vorzustellen.

Wer war Sebastian Kneipp?

Am 17.05.1821 wurde Sebastian Kneipp in Stephansried bei Ottobeuren geboren. Er wuchs in bescheidenen Verhältnissen als Sohn eines Webers auf. Am Webstuhl arbeiten und Vieh hüten war für den kleinen Sebastian bereits ab dem 11. Lebensjahr Pflicht. Pfarrer Merkle, ein entfernter Verwandter, unterrichtete den vielseitig interessierten Knaben in Latein, und brachte ihm die Pflanzenkunde näher. Merkle war es auch, der Sebastian Kneipp den Besuch des Gymnasiums in Dillingen ermöglichte. Die hygienischen Bedingungen im Jahr 1846 führten dazu, dass Sebastian Kneipp schwer an Tuberkulose erkrankte. Dennoch schaffte er sein Abitur, und konnte 1849 das Studium der Theologie in München beginnen. Gesundheitlich stand es jedoch nicht zum Besten um ihn.

Kaltes Wasser führte zur Gesundung

Zufällig fiel dem jungen Mann eines Tages das Buch des Arztes Siegmund Hahn über die Heilkraft von kaltem Wasser in die Hände. Interessiert testete Kneipp die Wirkung an sich selber, indem er kurz in der viel zu kalten Donau badete, und anschließend einen Sprint hinlegte. Auf wundersame Weise fühlte sich Kneipp frisch und erholt, wiederholte Bäder, Halbbäder und Güsse bis zu seiner Gesundung. Auch Studienkollegen „behandelte“ er heimlich mit derselben Methode.

1852 wurde Sebastian Kneipp zum Priester geweiht, 2 Jahre später wütete die Cholera in seiner Heimat. Seine Erkenntnisse über die Heilkraft des Wassers führten bei vielen Menschen zur Besserung, eine Frau wurde nachweislich geheilt.

Anzeige wegen Kurpfuscherei und steigende Prominenz

Ärzten und Apothekern missfiel, dass der „Wasserpfarrer“ und „Cholerakaplan“ der Bevölkerung rasch und kostenlose Hilfe verschaffte. Dies führte zu mehrmaligen Anzeigen wegen Kurpfuscherei, von denen Kneipp jedoch vor Gericht freigesprochen wurde.

1855 wurde er Beichtvater in Bad Wörishofen, wo er mit seinen Wasseranwendungen eine von Maul- und Klauenseuche befallene Rinderherde heilte. Seine Erfahrungen dokumentierte er im Buch „meine Wasserkur“, das auch ein Kapitel zur Kräuterheilkunde umfasst. Das Buch wird in viele Sprachen übersetzt, und Kneipp erlangt große Berühmtheit. Fast täglich rennen ihm an die 150 Patienten die Türe ein. Deswegen war es auch nötig, in der Nähe des Klosters ein Badehaus zu errichten. Inzwischen waren Kneipps Methoden bereits zumindest in der westlichen Welt bekannt, und er begab sich immer wieder auf Vortragsreisen.

1889 veröffentlichte Sebastian Kneipp das Buch „so sollt ihr leben“, worin bereits das 5 Säulen umfassende Gesundheitskonzept beschrieben wird. 1891 wird auch die Marke Kneipp gegründet, indem der befreundete Apotheker Leonhard Oberhäußer die Rechte bekommt, kosmetische und pharazeutische Produkte nach der Kneipp’schen Philosophie produzieren.

„Monsignore“ Kneipp

1893 wird Sebastian Kneipp von Papst Leo XIII. besonders geehrt, als er ihm bei gesundheitlichen Problemen helfen konnte. Er wurde zum päpstlichen Geheimkämmerer und Monsignore ernannt. Im Buch „Mein Testament“ werden alle von Kneipps Forschungsergebnissen zusammengefasst. 1897 erkrankt Sebastian Kneipp, und verstirbt am 17. Juni 1897.

Die fünf Säulen der Kneipp-Therapie:

  • Hydrotherapie: Umfasst Waschungen, Voll- und Teilbäder, Wassertreten, Wickel und Auflagen, mit und ohne Badezusätze.
  • Bewegungstherapie: Der Schwerpunkt liegt auf Ausdauer- und Koordinationstraining.
  • Phytotherapie: Heilpflanzenkunde.
  • Vollwerternährung: Der Körper soll mit allen notwendigen Vitaminen, Spurenelementen, Mineralstoffen und Nährstoffen versorgt werden, regelmäßig und kultiviert.
  • Ordnungstherapie: Menschen sollen gefordert, aber nicht überfordert werden. Konflikte sollen gelöst, und Freizeit genossen werden.

Bei welchen Beschwerden helfen Kneipp-Wasseranwendungen?

Bei sehr vielen Erkrankungsbildern kann es zur Beschwerdebesserung kommen, so zum Beispiel bei Erkrankungen des Herz-/Kreislaufsystems, Gefäßerkrankungen, Erkrankungen des Bewegungsapparates, Erschöpfung, Nervosität, Wechseljahrsbeschwerden, Infektanfälligkeit, Kopfschmerzen und Migräne.

Achtung: Wenn Erkrankungen bestehen, sollten Sie immer mit Ihrem Arzt die geplante Kneipp-Therapie besprechen. Psychosen, Anfallsleiden und bestehende Infekte sind Gegenanzeigen für das Kneippen.

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