Medikamente entsorgen mit eurapon
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Medikamente entsorgen: Wann? Wie?

Bei Arzneimitteln ist es ebenso wie bei Lebensmitteln und Kosmetika gesetzlich vorgeschrieben, ein Ablaufdatum aufzudrucken, bis zu diesem – bei sachgemäßer Lagerung – die Qualität garantiert wird. „Mindestens haltbar bis…“ bedeutet keinesfalls „garantiert schädlich ab…“

Allerdings ist es bei Lebensmitteln und oft auch bei Kosmetika durch Geschmack, bzw. Geruch und Aussehen wesentlich leichter festzustellen, ob man sie noch verwenden kann, als bei Arzneimitteln. Werden Medikamente lange gelagert, kann sich nämlich nicht nur der Wirkstoff verändern und daher schlechter wirken, sondern auch die Hilfsstoffe. Dann kann zum Beispiel passieren, dass sich Tabletten im Magen viel langsamer auflösen, weil der verantwortliche Hilfsstoff „hart“ geworden ist. Da es eines großen Aufwandes bedarf, um festzustellen, ob Medikamente nach dem Ablaufdatum noch verwendbar sind, dürfen sie nicht mehr verwendet werden. In der Regel werden Tabletten nach ca. 5 Jahren „aus dem Verkehr“ gezogen.

Richtige Lagerung maßgeblich für die Haltbarkeit

Am besten lagern Sie die Medikamente in einem dafür vorgesehenen Behältnis. Dieses sollte wiederum versperrt und außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden. Wenn Sie nicht sicher sind, wie ein Medikament richtig gelagert wird, lesen Sie die Packungsbeilage. Mit trocken, kühl und lichtgeschützt liegt man allerdings selten falsch. Bei Tropfen, Salben und Säften gilt es zu beachten, dass sich das aufgedruckte Haltbarkeitsdatum auf die verschlossene Packung bezieht. Geöffnet sind sie meist nur ca. 4 Wochen haltbar, notieren Sie also am besten das Datum der Öffnung auf der Packung.

Ungünstige Orte für die Lagerung von Medikamenten sind auch das Badezimmer, wo Wärme und Feuchtigkeit herrschen, sowie das Auto, wo es vor allem im Sommer zu warm werden kann. Geben Sie auch nur jene Medikamente in den Kühlschrank, die dafür vorgesehen sind.

Abgelaufene Medikamente: Probleme für Umwelt und Wirtschaft

Die Hausapotheke sollte zumindest einmal jährlich auf Vollständigkeit und abgelaufene Medikamente überprüft werden. Laut Statistik landet in Deutschland jede 5. verschriebene Tablette im Müll, was bedeutet, dass jährlich 4500 Tonnen im Wert von 3 bis 4 Milliarden Euro entsorgt werden, was nicht nur einen wirtschaftlichen Schaden nach sich zieht, sondern auch eine enorme Belastung für die Umwelt bedeutet. Oft werden die Medikamente nicht sachgerecht entsorgt, Rückstände davon landen im Grundwasser oder in Flüssen, weil sie in die Spüle oder die Toilette gekippt wurden.

Um es vorweg zu nehmen: Damit sich das Wegwerfen von Arzneimitteln nicht häuft, sollten nur diese in der Apotheke besorgt werden, die auch wirklich benutzt werden. Haben Sie Bedenken, ein verschriebenes Medikament einzunehmen, halten Sie Rücksprache mit dem Arzt oder einem Apotheker.

Dürfen abgelaufene Medikamente weiter verwendet werden?

Bei Schmerzmedikation, wie zum Beispiel Aspirin, kann man davon ausgehen, dass es einem nicht schadet. ASS wird in Salicyl- und Essigsäure zersetzt. Die Wirksamkeit ist vielleicht nicht in derselben Form gegeben, wie bei einem nicht abgelaufenen Aspirin, aber gesundheitsschädlich ist das Medikament nicht.

Bei antiseptischen Salben, z.B. Jod, ist davon auszugehen, dass ein Großteil des Wirkstoffs durch den Tubenfalz „verdampft“ ist, und somit gehören sie ersetzt.

Definitiv nicht länger als angegeben verwendet werden sollten Medikamente, die Codein gegen Reizhusten enthalten. Wie man inzwischen weiß, entsteht darin ein Abbaustoff, der krebserregend sein kann. Dasselbe gilt für blutdrucksenkende Tabletten mit dem Wirkstoff Hydrochlorothiazid, aus dem in Kombination mit Luftfeuchtigkeit Formaldehyd entstehen kann, welches ab einer gewissen Menge toxisch ist.

Wie werden Medikamente richtig entsorgt?

Auf der Internetseite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung können Sie sich auf einer virtuellen Landkarte darüber informieren, welche Möglichkeiten es in Ihrer Stadt gibt. Folgende Möglichkeiten zur Entsorgung sind erlaubt:

  • Hausmüll
  • Schadstoffmobil
  • Apotheke
  • Recyclinghöfe

Da seit 2005 der Restmüll (Hausmüll) entweder verbrannt, oder vorbehandelt und deponiert wird, ist es möglich, Tabletten, Zäpfchen und Co. dort zu entsorgen.  Apotheken sind nicht verpflichtet, abgelaufene Medikamente zurückzunehmen. Das geschieht in einigen Fällen auf freiwilliger Basis. Bei einer Entsorgung in speziellen Sammelstellen im Recyclinghof werden die Medikamente ebenfalls in den Verbrennungsofen gegeben.

Benutzte Spritzen, Kanülen und ähnliches sollte in einem stichfesten, stabilen Glas gesammelt werden. Die Entsorgung hängt vom Wohnort ab, entweder erfolgt eine Rücknahme über die Apotheke, oder es kann eine Abgabe an einer Schadstoffsammelstelle erfolgen. Manchmal wird auch eine Entsorgung über den Restmüll empfohlen.

Pflaster, die nicht mehr kleben, oder alte Verbände können ebenfalls zum Restmüll gegeben werden. Wirkstoffhaltige Pflaster (Schmerzen, Verhütung) sollten ebenfalls an die Apotheke retourniert werden.

 

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