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Küssen macht gesund

Dass Küssen je nach Situation romantisch, leidenschaftlich oder liebevoll ist, und uns weiche Knie und Schmetterlinge im Bauch verursacht, ist hinlänglich bekannt. Aber stimmt es, dass Küssen auch gesund ist? Oder wurde dieser Mythos von jemandem erfunden, der sich mehr Lippenkontakt wünscht? Wir sind der Frage auf den Grund gegangen…

Der österreichische Kabarettist Karl Farkas sagte über den Kuss, er sei ein Austausch von Bakterienkulturen, allerdings nicht zu Forschungszwecken. Was Farkas sehr unromantisch beschreibt, entpumpt sich jedoch als Balsam für die Seele und wahrer Turbo für den Körper.

Ein ganzer Cocktail an Hormonen wird ausgeschüttet

Kaum berühren sich unsere Lippen, melden es Milliarden von Nervenzellen an unser Gehirn. Und dort geht die Hormonparty ab: Glückshormone werden ausgeschüttet. Glück entsteht nämlich weder im Herzen noch im Bauch, sondern durch Hormone, gebildet in unserem Gehirn und den Nerven. Das Adrenalin verschafft uns Motivation, gesteigerte Aufmerksamkeit und gesteigerte Leistungsfähigkeit. Für Entspannung und Stressabbau ist das Serotonin zuständig. Endorphine sind unser körpereigenes Schmerzmittel, denn sie blockieren die Übertragung von Schmerzreizen, und hinterlassen ein Glücksgefühl. Auch Dopamin sorgt für Glück und inneren Frieden. Zudem wird bei einem Kuss auch Oxytocin ausgeschüttet, das „Kuschelhormon“ stärkt die Bindung und dient auch bei längeren Beziehungen zum Aufrechterhalten der Verbindung.

Wie ist das mit den Bakterien im Speichel?

Holländische Mikrobiologen haben mittels kusswilliger Paare dokumentiert, dass bei einem innigen Kuss von 10 Sekunden unglaubliche 80 Millionen Bakterien die Seiten wechseln. Klingt erst einmal wenig verlockend, oder? Übrigens, wer diesen Austausch für sich selbst bestimmen will, muss mit seinem Kusspartner einen Trip nach Amsterdam ins Mikroben-Museum Micropia machen. Beim dortigen Kiss-O-Meter kann man nach dem Kuss Art und Anzahl der getauschten Bakterien erfahren. Dies bedeutet natürlich viel Arbeit für unser Immunsystem, welches die Eindringliche wieder unschädlich machen soll. Dies gelingt auch größtenteils, nur leider gibt es manche gesundheitsgefährdende Bakterien und Viren, die Krankheiten über den Speichel übertragen. Dazu gehören Herpes, Hepatitis oder das Pfeiffer‘sche Drüsenfieber, welches auch unter dem Namen „kissing disease“ bekannt ist.

Erfreulicher ist hingegen wiederum, dass Küssen die Speichelproduktion anregt. Die im Speichel enthaltenen Mineralstoffe Calcium und Phosphor sorgen für harten Zahnschmelz, der so wiederum resistenter gegen Karies wird.

Küssen als Schlankmacher?

Pro intensiven Kuss werden bis zu 20 Kalorien in der Minute verbrannt. Außerdem beansprucht man 29 Gesichtsmuskeln, was durchaus als Anti Aging-Programm gesehen werden kann, denn es wirkt der Bildung von Fältchen entgegen. Zudem wird die Gesichtshaut besser durchblutet, was für ein frischeres Aussehen sorgt. Menschen, die in ihrem Leben viel küssen, leben sogar bis zu 5 Jahre länger, behauptet eine amerikanische Studie der Gesellschaft für Sexualverhalten aus Los Angeles.

Aber das ist noch immer nicht alles: Küssen stärkt auch die Lungen! Normalerweise tätigen wir rund 20 Atemzüge in der Minute. Während einem Kuss und einige Zeit danach steigern wir uns auf rund 60 Atemzüge. Das bedeutet, dass die Sauerstoffzufuhr gesteigert wird, und die Atmungsorgane gestärkt werden.

Natürlich geht das Küssen an unserem Herzen auch nicht spurlos vorüber: Es bekommt positiven Stress vermeldet und schlägt bis zu 150 Mal pro Minute. Somit wird der Herzmuskel gestärkt und die Pumpleistung trainiert. Dazu gibt es wieder Forschungsergebnisse aus Wien, wo Hormonexperten festgestellt haben, dass regelmäßiges, intensives Küssen von mindestens 3 Minuten hohen Blutdruck senken kann und LDL-Cholesterinwerte verbessert.

Depressiver Verstimmung den Kampf ansagen durch Küssen

Die Überflutung mit Glückshormonen beugt nachweislich depressiver Verstimmung vor. Also warten Sie nicht bis zum internationalen Tag des Kusses am 6. Juli, sondern nutzen Sie auch die restlichen Tage des Jahres, um Ihr kostenloses Gesundheitsvorsorgepaket in Anspruch zu nehmen. Übrigens: In 70 Lebensjahren küsst man bis zu 100.000 Mal.

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