Anleitung zum Katzenkrallen schneiden
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Anleitung, wie Sie richtig Katzenkrallen schneiden

Am 08.08. ist internationaler Katzentag! Anlass genug für eurapon, einen Beitrag zum Wohle aller Hauskatzen zu verfassen, der auch für Sie als Halter von Nutzen ist. Alles dreht sich heute um das richtige Kürzen von Katzenkrallen. Fällt Ihnen irgendwann diese Aufgabe zu, müssen Sie wissen, wie das geht, ohne Ihrem Tier wehzutun. So unterschiedlich Fell und Farbe von Katzen sind, so verschieden sind auch die Bedürfnisse der Stubentiger in puncto Nagelpflege. Erfahren Sie bei eurapon, wann, womit, wie oft und wie Katzenkrallen am besten geschnitten werden sollten!

Muss man Katzen überhaupt die Krallen schneiden (lassen)?

Kurz: im Normalfall nicht. Katzen wachsen ihre Krallen sichelförmig, die Greif- und Fangwerkzeuge bestehen aus mehreren Hornschichten.

Junge, gesunde Katzen mit Auslauf oder genügend Möglichkeiten, die Krallen selbst zu schärfen, wetzen sich die dauernd nachwachsenden Krallen selbstständig ab und kürzen diese immer wieder auf die richtige Länge.

Bei älteren oder kranken Katzen kann das anders sein, hier bedarf es öfters der Hilfestellung des Menschen. Bevor Sie aber zur Tat schreiten, klärt am besten ein Tierarzt, warum die Katze nicht selbst der Krallenpflege nachkommen kann.

Wenn die Ursache gefunden ist und/oder Krankheiten ausgeschlossen wurden, kann der Arzt kontrollieren, ob ein Kürzen notwendig ist. Oft demonstriert Ihnen das erste Mal er, wie man die Katze am besten beim Schneiden hält und wie das Ganze vor sich gehen sollte.

Katzenkratzbaum

Kommt Ihre Katze der Krallenpflege noch aktiv nach, brauchen Sie sich nicht zu kümmern

Wann sollten Krallen geschnitten werden?

Grundsätzlich gilt, dass das Wohl der Katze stets an erster Stelle steht. Weder neue Möbel, ein hochwertiger Teppich oder andere materielle Gründe sollten Anlass für einen Krallenschnitt sein. Krallen gehören nun einmal zur Katze dazu, und eine Wohnung sollte der Anwesenheit einer Katze in der Inneneinrichtung schon per se Rechnung tragen.

Prüfen Sie anhand des Wachstums der Krallen, ob Handlungsbedarf akut ist!

Sind die Krallen des Stubentigers während des Ruhens oder Laufens vollständig eingezogen und nicht zu sehen, ist alles in Ordnung. In diesem Stadium nutzen sich die Katzenkrallen nicht ab und stören auch bei Bewegungen nicht.

Ragen die Krallen jedoch während der genannten Bewegungen heraus und können nicht mehr vollständig verborgen werden, sind sie zu lang geworden. Das birgt folgende Gefahren:

  • Katzen werden in ihrer Motorik erheblich gestört, insbesondere draußen ist dies eine erhebliche Beeinträchtigung
  • Die Tiere bleiben immer wieder in weichen Materialien hängen
  • der Gang auf dem Parkett oder ähnlichem ist geräuschvoll, führt langfristig zu größerer Materialschädigung

Zu lange Krallen tun der Katze weh

Hat die Kralle in ihrer Wuchsform einen Viertelkreis überschritten, wird es für die Katze schwierig, die Krallen zu wetzen und dadurch auf einer gesunden Länge zu halten. Das kann dazu führen, dass die Krallen irgendwann wieder in die Pfote einwachsen.

Auch wenn die Katzen dabei nicht jammern, ist es bei jedem Schritt sehr schmerzhaft und kann Blutspuren hinterlassen. Schlimmstenfalls können die Krallen sogar so weit einwachsen, dass sie auf der Oberseite der Pfoten wieder austreten.

Womit schneiden und womit nicht? Nagelknipser oder -schere fallen aus

Spezielle Schere für das Schneiden von Katzenkrallen

Richtiges Hilfsmittel zum Katzenkrallenschneiden

 

Mit welchem Werkzeug geht man am besten vor, welche fallen von Vornherein aus?

Niemals sollten die Krallen mit einem Nagelknipser, einer Nagelschere oder der Küchenschere geschnitten werden. Spezielle Krallenscheren aus dem Tierfachhandel dagegen sind so geformt, dass das Schneiden für Besitzer und Katze einfacher und schneller geht. Außerdem ist es sehr wichtig, dass eine Schere scharf genug ist, da die Krallen sonst brechen und splittern!

Krallenschere für Katzen

Krallenschere für Katzen

Katzenkrallen richtig kürzen

Wenn die Katze gewohnt ist, dass man ihre Pfote hält, wehrt sie sich nicht allzu sehr, was das Prozedere vereinfacht. Empfehlenswert ist dennoch, sich eine dritte und vierte, gerne auch vertraute Hand hinzuzuholen und das Kürzen der Krallen zu zweit vorzunehmen.

Die beste Zeit fürs Krallenschneiden ist die Phase kurz nach dem Schlaf oder wenn sie kuscheln möchte.

  1. Fangen Sie damit an, die Katze zunächst zu streicheln, ein zu abruptes Anpacken ist nicht so gut.
  2. Legen Sie sie langsam auf Ihren Schoß, mit ihrem Gesicht von sich weg.
  3. Fassen Sie die entsprechende Pfote mit der einen Hand, während Sie die Schere mit der anderen Hand halten. Wenn hier zusätzlich die Katze fixiert werden muss, sollte man das auf keinen Fall alleine machen.
  4. Bei eingezogenen Krallen drücken Sie die Ballen leicht zwischen Zeige- und Mittelfinger, damit die Krallen sichtbar werden.

Wie beim Menschen darf nun ausschließlich der vorderste Bereich abgeschnitten werden. Das bedeutet, dass Sie nur die transparente Hornschicht abschneiden, und auf keinen Fall in die Nähe des rosa Bereichs kommen. Dieser ist von Blutgefäßen und Nerven durchzogen. Diesen zu verletzen, führt zu Blutungen und tut Ihrer Katze weh.

Hornschichten der Katze

Katzen bei der Maniküre beruhigen und belohnen

Unmittelbar nach dem Schneiden oder sogar währenddessen helfen Ihrem Kater oder Ihrer Kätzin ein paar Leckerlis, die die Prozedur angenehmer machen. So behält Ihr Tier die Maniküre positiv in Erinnerung und hat beim nächsten Mal weniger oder gar keine Angst.

Wird die Katze beim Schneiden zu unruhig und gerät in Panik, kann man sie erst mal gehen lassen und es zu einem späteren Zeitpunkt noch mal versuchen.

Wichtig: Belohnen Sie die Katze auch bei einem zunächst gescheiterten Versuch! Katzenkrallen müssen nicht alle in einer Sitzung geschnitten werden. Wichtiger ist es, die Katze nicht zu lange gegen ihren Willen festzuhalten.

Bleiben Sie bei Schnitt und Pflege der Katzenkrallen vor allem selbst ruhig. Katzen merken, wenn Ihr Mensch aufgeregt ist und könnten dies als Gefahr deuten.

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