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Kartoffeln als Rohkost

Die Kartoffel ist mit Abstand das beliebteste Nachtschattengewächs der Deutschen. Der Grund dafür ist einfach: Die Kartoffel als wichtiger Energiespender trägt reich an Kohlenhydraten, Kalium und Folsäure. Mit einem Wasseranteil von ca. 80% ist die Kartoffel darüber hinaus vergleichbar kalorienarm, trotzdem sättigend und vielseitig in Gerichten einsetzbar. Doch können Sie Kartoffeln auch ohne Bedenken roh verzehren? Und noch spannender: Kann man Kartoffeln auch… trinken? eurapon verrät es Ihnen!

Vorsicht: Kartoffeln immer unter Hitze zubereiten

In allen Nachtschattengewächsen ist das giftige Alkaloid Solanin enthalten. Das Gift wird als natürlicher Schutz gegen Schädlinge und Fressfeinde gebildet. Es tritt am stärksten in den keimenden, grünen Stellen sowie unter der Schale von Kartoffeln auf. Der Solaningehalt ist im rohen, ungeschälten Zustand am höchsten, bereiten Sie daher Kartoffeln immer unter Hitze zu.

Ebenso ist auch die in Kartoffeln enthaltene Stärke ein entscheidender Faktor. Im ungegarten Zustand ist die Kartoffelstärke für unseren Magen schwer verdaulich und kann zu erheblichen Magen-Darm-Beschwerden führen.

Vergiftungssymptome nach Verzehr roher Kartoffeln

Ein Alkaloidgehalt zwischen 20 und 100 Milligramm pro Kilogramm Kartoffeln gilt, laut Informationen der World Health Organisation (WHO), als normal und unbedenklich. Ist die Konzentration höher, treten beim Menschen erste Vergiftungserscheinungen auf. Das Risiko einer Vergiftung ist vom Körpergewicht abhängig,weswegen besonders Kleinkinder davon gefährdet sind.

Folgende Symptome weisen auf eine Vergiftung durch Alkaloide hin:

  • Übelkeit, Durchfall, Erbrechen
  • Kreislaufprobleme
  • Atembeschwerden
  • Nierenentzündung
  • Krämpfe, Lähmungen
  • Schaden am zentralen Nervensystem.

Treten diese Symptome auf, besteht der Verdacht einer akuten Vergiftung und sollten Sie umgehend eine umliegende Giftzentrale kontaktieren. In den unten aufgeführten weiterführenden Links finden Sie eine Liste der Vergiftungszentralen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Kartoffelsaft gegen Sodbrennen

Presssaft aus rohen Kartoffeln ist gegenüber der reinen Knolle unbedenklich und wird schon lange gegen Magenleiden eingesetzt. Der Züricher Arzt Max Bircher-Brenner setzte das Mittel schon vor 100 Jahren gegen Übersäuerung seiner Patienten ein, allerdings geriet die Methode nach der Schließung der Klinik schnell in Vergessenheit.

Mittlerweile setzen wir Kartoffelsaft wieder öfter gegen Sodbrennen ein, da es überschüssige Magensäure bindet und darüber hinaus wertvolle Mineralien und Salze enthält.

Kartoffelsaft selber herstellen – frisch gepresst, auch ohne Entsafter

Kartoffelsaft lässt sich leicht selbst herstellen. Stellen Sie vorher sicher, dass Sie einwandfreie Kartoffeln zu Hause haben, die möglichst keine grünen Stellen aufweisen. Ein Entsafter erleichtert die Arbeit, allerdings können Sie Kartoffelsaft auch mit einem einfachen Küchentuch herstellen. Wie das funktioniert, erfahren Sie hier in eurapons Rohkostratgeber.

Schritte für Zubereitung von Kartoffelsaft:

Für eine Portion benötigen Sie vier mittelgroße Knollen.

 

  1. Schälen Sie die Kartoffeln.
  2. Die Kartoffeln feinraspeln.
  3. Die geraspelten Kartoffeln in ein Küchenhandtuch geben und kräftig auswringen.

Die empfohlene Menge von Kartoffelsaft liegt bei 50 ml zwei Mal täglich, vorzugsweise morgens vor dem Frühstück und abends vor dem Zubettgehen. Kartoffelsaft sollte stets frisch zubereitet und sofort verzehrt werden, andernfalls entweichen viele der gesunden Wirkstoffe. Zudem sollten Sie den Saft immer wieder umrühren, damit sich die Kartoffelstärke nicht absetzt.

Kartoffeln richtig zubereiten – Pellkartoffeln garen schneller

Alkaloide werden in Kochwasser zwar nicht zerstört, ein großer Teil geht allerdings im Kochwasser verloren. Wer komplett sichergehen will, dass das Risiko beseitigt ist, kann nach halber Kochzeit das Kochwasser wechseln.

Zubereitungsarten von Kartoffeln im Überblick:

  • Salzkartoffeln
  • Pellkartoffeln
  • Bratkartoffeln
  • Ofenkartoffeln

Bei der Garzeit ist die Zubereitungsart entscheidend: Pellkartoffeln garen beispielsweise langsamer als Salzkartoffeln. Den Garzustand können Sie leicht (nach ca. 20 Minuten) mit einem Messer oder stumpfen Holzspieß testen. Ist kein großer Widerstand spürbar, sind die Kartoffeln servierfertig.

Tipp: Frieren Sie Kartoffeln niemals ein! Das Einfrieren von Kartoffeln führt zur Zerstörung ihrer Zellstrukturen, zudem driftet ihre Konsistenz nach dem Auftauen ins Wässrige, Bröckelige.

Weitere Informationen über die Kartoffel

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