Kamille als Hausmittel
Kommentare 0

Kamille als Hausmittel

Kamille ist eines der bekanntesten und vielseitigsten Hausmittel – und das bereits seit mehreren Jahrhunderten. Äußerlich oder innerlich, als Tee, Tinktur, Öl oder Salbe angewendet sorgt das Heilkraut in vielen Fällen für schnelle Linderung. Das erkannte bereits Hippokrates, der die Kamille als Arzneidroge erfolgreich einsetzte. In der eurapon Hausmittel-Apotheke erfahren Sie, wie und wogegen Sie die Pflanze verwenden können.

Kamille als Hausmittel gegen Verdauungsbeschwerden

Durchfall, Bauchkrämpfe und Magenschleimhautentzündungen lassen sich ebenso (begleitend) mit Kamille behandeln, wie Magengeschwüre oder unspezifische Schmerzen im Magen-Darm-Bereich. Denn die Kamille reduziert nicht nur Keime, die sich hinter Verdauungsbeschwerden verbergen können. Das Heilkraut hemmt auch Entzündungen, wirkt krampflösend und fördert die Heilung.

Damit sich der lindernde Effekt entfalten kann, sollten bis zu 750 Milliliter Kamillentee täglich getrunken werden. Auch eine Rollkur mit Kamillentee ist bei Magenbeschwerden empfehlenswert.

Kamille bei Atemwegserkrankungen

Bei Husten, Schnupfen und Heiserkeit kommt Kamille sehr häufig zum Einsatz. Kein Wunder, denn das Hausmittel kann bei richtiger Anwendung schleimlösend wirken und somit zum einen das Abhusten erleichtern. Zum anderen lindert es hierdurch Druckgefühle in den Nasennebenhöhlen und damit einhergehende Kopfschmerzen, die durch festsitzenden Schleim entstehen.

Aufgrund der antibakteriellen, antiseptischen, entzündungshemmenden und heilungsförderlichen Wirkung bringt das Heilkraut schnelle Linderung für die gereizten Schleimhäute, beruhigt sie und reduziert Schmerzen. Daher ist Kamille als Hausmittel nicht nur bei leichten Erkältungen ideal. Auch wenn Sie unter Nasennebenhöhlenentzündungen, Halsschmerzen, Bronchitis oder anderen entzündlichen Erkrankungen der Atemwege leiden, sollte das Heilkraut zum Einsatz kommen. Je nach Art der Beschwerden wird die Kamille als Tee, Dampfbad, zum Gurgeln oder der Inhalation angewendet.

Kamille für Haut und Schleimhaut

Ob eine Aphte auf der Mundschleimhaut, ein Abszess, Hämorrhoiden, Akne, infizierte Reizungen im Genitalbereich, juckende Ekzeme, ein vereitertes Nagelbett oder eine schlecht heilende Wunde – Kamille ist ein wunderbares Hausmittel bei Entzündungen der Haut und Schleimhaut.

Wiederum kommen hierbei die antiseptisch, antibakteriell und heilungsfördernd wirkenden Substanzen in der Heilpflanze zum Tragen. Das beschleunigt das Abklingen von Reizungen und hemmt vorbeugend auch die Entstehung von Entzündungen. Zudem wird der Hautstoffwechsel angeregt, wodurch der körpereigene Schutz gestärkt wird. Dazu profitieren Sie von dem sofortigen Effekt bei und nach der Behandlung mit Kamille, der Schmerzen und Juckreiz lindert.

Je nach Position der Entzündung, ihrer Stärke und Größe kommen als Behandlungsformen Bäder, Salben, Umschläge, Spülungen und das direkte Auftragen in Frage.

Kamille als Hausmittel gegen Schlaflosigkeit

Kamille entspannt, löst Krämpfe und regt die Durchblutung an. Wenn Sie schlecht abschalten und einschlafen können, nehmen Sie am besten abends ein Kamillenbad.

Kamille bei Schmerzen

Rheuma und Gicht aber auch Kopfschmerzen, Migräne, Verspannungen und Krämpfe können durch die Wirkstoffe in der Kamille gelindert werden. Als Einreibung von Gelenken und Muskulatur empfehlen sich Kamillentinktur und -Öl. Gegen Migräne und Kopfschmerzen haben sich hingegen Kamillendampfbäder bewährt.

Innerliche Anwendung der Kamille

Kamillentee zur innerlichen Anwendung ist schnell und einfach zubereitet. Überbrühen Sie dazu etwa drei Teelöffel getrocknete Kamillenblüten mit einem Viertelliter kochendem Wasser und lassen Sie den Aufguss für zehn Minuten ziehen. Nach dem Abseihen trinken Sie den noch warmen Tee und inhalieren Sie die Dämpfe.

Bis zu drei Tassen dürfen Sie davon über den Tag verteilt trinken oder für eine Rollkur nutzen.

Äußerliche Anwendung der Kamille

Wie bereits erwähnt, stehen Ihnen bei der äußerlichen Anwendung des Kamillentees verschiedene Formen zur Verfügung. Hier die wichtigsten auf einen Blick:

  • Dampfbad und Inhalation: Ein starker Kamillentee, zwei bis drei Tropfen Kamillenöl oder etwa fünf Tropfen Kamillentinktur auf einen Liter köchelndes Wasser reichen aus. Inhalieren Sie die warmen – nicht heißen – Dämpfe bis zu drei Mal täglich und waschen Sie Ihr Gesicht im Anschluss mit lauwarmen Wasser ab.
  • Öl: Bei kleineren aber starken Entzündungen, wie Abszessen oder Aphten, dürfen Sie einen Tropfen Kamillenöl pur auf die Infektion geben. Bei größeren entzündeten Bereichen sollte ein Teil Kamillenöl mit fünf bis neun Teilen eines hautpflegenden Öls, beispielsweise von Jojoba, Mandel oder Olive, vermischt und erst dann aufgetragen werden.
  • Salbe: Ist empfehlenswert bei Hautverletzungen, die schlecht heilen. Ebenso wie bei Juckreiz und geröteten Bereichen.
  • Tinktur: Durch die starke Konzentration und den Alkoholgehalt sollte die Kamillentinktur ebenso wie das Öl nur in geringem Maße pur verwendet werden, da es ansonsten zur Austrocknung der Haut führen kann. Mit Wasser verdünnt eignet es sich als Spülung und zur Inhalation.
  • Vollbad: Für ein Vollbad werden 250 Gramm Kamillenblüten oder die doppelte Menge mit einem Liter kochendem Wasser überbrüht und nach zehn Minuten Ziehzeit in das Badewasser gegeben. Alternativ können Sie ein fertiges Kamillenbadeöl oder ein paar Tropfen konzentriertes Kamillenöl benutzen.

Mehr Informationen rund um Kamille

  • Das wissenschaftliche Hintergrundwissen in der Pharmazeutischen Zeitung (http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=24950)
  • Wissen zum Anbau in Hausgarten.net (http://www.hausgarten.net/kraeuter-und-gewuerze/kraeuter-gartenkraeuter/kamille.html)

Schreibe eine Antwort