Jahrestag von JohnMacleod Nobelpreisträder der Medizin für seine Arbeit über Insulin im eurapon Blog
Kommentare 0

John Macleod und das Insulin – Ein Entdecker, der Leben rettete

Alleine in Deutschland leiden rund acht Millionen Menschen an Diabetes, im Volksmund auch als Zuckerkrankheit bekannt. Damit ist die Stoffwechselerkrankung zu einer Art Volkskrankheit geworden. Dank der modernen Medizin ist es heute aber möglich, mit Diabetes zu leben und die Risiken, die die Krankheit birgt, weitgehend zu minimieren.

Kaum ein Diabetespatient, der sich heute wie selbstverständlich Insulin spritzt, denkt darüber nach, wem er das Insulin verdankt, das den Zucker in Schach hält. Es war John Macleod, dem Millionen Patienten ihr Leben verdanken, denn John Macleod gilt als der Entdecker des Insulins und sein Geburtstag jährt sich am 6. September 2016 zum 140. Mal.

Wer war John Macleod?

John James Rickard Macleod wird am 6. September 1876 im schottischen Cluny geboren. Schon bald nach seiner Geburt zog die Familie nach Aberdeen, wo John Macleod zunächst die örtliche Schule und später auch die Universität besuchte, um dort Medizin zu studieren. 1898, mit 22 Jahren, schließt Macleod die Universität mit Auszeichnung ab.

Für einen Forschungsauftrag geht der junge Mediziner dann nach Leipzig, bevor er 1899 nach London gerufen wird. 1900 wird Macleod Professor für Physiologie an der Universität von Cleveland im US-Bundesstaat Ohio.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs geht er ins kanadische Toronto, bleibt dort zehn Jahre lang und kehrt erst im Jahre 1928 als Professor in seine Heimatstadt Aberdeen zurück, wo er schließlich am 16. März 1935 im Alter von nur 59 Jahren verstirbt.

Wie wichtig war sein Werk?

Ohne Insulin würden die meisten Menschen, die an Diabetes erkrankt sind, nicht mehr leben, aber es war ein langer Weg von der Entdeckung des Insulins bis zu seinem Durchbruch in der Praxis. John Macleod hat sich schon früh für den Zusammenhang von menschlichem Stoffwechsel in Verbindung mit Kohlehydraten interessiert, aber einen direkten Zusammenhang fand er erst im Jahre 1905. Was ihm jedoch fehlte, das war der Ansatz für eine Behandlung.

John Macleod verfasste rund 50 Arbeiten, die sich mit dem Stoffwechsel der Kohlehydrate und der Gewinnung von Lösungen aus Traubenzucker befassten. Diese Arbeiten waren die Vorstufe für die Entdeckung des Insulins.

Wie entdeckte er das Insulin?

Ab 1921 arbeitete John Macleod mit dem kanadischen Arzt Frederick Grant Banting zusammen. Am 27. Juli 1921 war es dann endlich soweit, den beiden Forschern gelang es erstmals, Insulin zu isolieren. Getestet wurde das Insulin zunächst an Hunden, 1922 dann auch am Menschen. Der erste Patient, der Insulin bekam, war der 13-jährige Leonard Thomas und ihm konnte das Leben gerettet werden.

Zusammen mit Banting bekam John Macleod für seine Entdeckung 1923 den Nobelpreis für Medizin.

Wie schlimm war die Situation der Betroffenen, bevor Insulin zur Anwendung kam?

Die Ärzte im 19. und 20. Jahrhundert hatten im Vergleich zum heute zur Verfügung stehenden Diabetikerbedarf so gut wie gar keine Mittel, um Patienten zu helfen, die an Diabetes erkrankt waren. Die einzige Möglichkeit bestand darin, eine Diät zu verordnen, die allerdings kaum half. An Zucker zu erkranken, bedeutete für die Patienten in der Regel den sicheren Tod.

Wie wirkt Insulin?

Kommt es zur Diabetes, dann liegt eine Störung des Zuckerstoffwechsels des Körpers vor und in der Folge ein ständig erhöhter Blutzuckerspiegel. Während bei einem gesunden Menschen der Blutzuckerwert zwischen 65 und 100 Milligramm (nüchtern) beträgt, hat der Zuckerkranke Werte, die weit über der Norm liegen können.

Unterschieden wird Diabetes in Typ 1 und Typ 2, sowie die Schwangerschaftsdiabetes als Typ 3. 90 % der Zuckerkranken leiden unter Diabetes Typ 2 und in diesem Fall wird die Krankheit anders als bei Typ 1 nicht vom Stoffwechsel, sondern von einem ungesunden Lebensstil geprägt. Denn Bewegungsmangel und Fettgewebe fördern eine Insulinresistenz der Zellen.

Beim Typ 1 Diabetes zerstören Antikörper insulinproduzierende Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Im Verlauf der Erkrankung kann es so zum absoluten Insulinmangel kommen.

Beim Typ 2 Diabetiker hat das Insulin eine zu geringe Wirkung auf die Körperzellen. Eine Ernährungsumstellung kann diesem Zustand meistens schon entgegen wirken.

Da die Zellen aus dem Zucker Energie gewinnen, kann ein absoluter Insulinmangel, der nicht behandelt wird, zum Tod des Betroffen führen. Auf Grund des Energiemangels verbrennt der Körper seine Fettreserven, wodurch eine Übersäuerung entsteht, welche die Körperzellen schädigen.

Ähnliche Artikel auf dem Gesundheitsblog

Schreibe eine Antwort