Tipps zur Hygiene im Haushalt von eurapon
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Hygiene im Haushalt

Glaubt man an die Werbeslogans der Reinigungsmittelindustrie, dann ist unser Haushalt ein von krankmachenden Keimen bedrohter Ort. Um diesen Keimen zu Leibe zu rücken, braucht es verschiedenste antibakterielle und desinfizierende Spezialreiniger. Doch ist das wirklich so?

Wir sagen – Nein. Tatsächlich können uns die meisten Bakterien, Viren und Pilze nicht wirklich schaden. Im Gegenteil, unsere Darmflora und unser Hautschutz funktioniert sogar nur mit Hilfe von Bakterien. Wenn Kinder in einer keimfreien, sterilen Umgebung à la Operationssaal aufwachsen, wird ihr Immunsystem nicht trainiert, und so die Entstehung von Allergien begünstigt. In weniger industrialisierten Ländern, bzw. bei Kindern, die auf einem Bauernhof aufwachsen, beobachtet man ein weit weniger häufiges Auftreten von Allergien und Asthma. Eine falsche Ableitung aus dieser These wäre es jedoch, gänzlich auf Hygiene zu verzichten.

Wir haben für Sie eruiert, wie viel Hygiene „normal“ ist, und an welchen Orten im Haushalt der Keimbefall am stärksten ist.

Hygienetipps für die Küche

Putzlappen, Spülbürsten und Co.: Auch wenn man eigentlich nicht gerne daran erinnert wird, aber die Keimbelastung in der Küche ist stärker als im Bad oder WC. Mikroorganismen finden Nahrung und Feuchtigkeit bei angenehmer Umgebungstemperatur vor. Auf Putzlappen, Geschirrtüchern und Spülbürsten tummeln sich Bakterien besonders gern. Daher gilt: Geschirrtücher und Putzlappen alle 3 Tage wechseln und bei 60 °C waschen, dazwischen immer gut auswringen, aufhängen und trocknen. Die Spülbürste stecken Sie am besten jeden 3. Tag für einen Waschgang in den Besteckkorb der Geschirrspülmaschine. Trotzdem sollten die Spülbürste und auch Spülschwämme regelmäßig erneuert werden (nicht erst dann, wenn einen die Nase daran erinnert).

Schneidebretter: Unmittelbar nach dem Schneiden von rohem Fleisch oder Fisch sollten Schneidebrett und Messer mit heißem Wasser und Spülmittel gereinigt werden. Bretter aus Plastik, Glas oder Stein lassen sich leicht reinigen, bei Holzschneidebretter entstehen mit der Zeit Kerben, in denen sich Bakterien wohl fühlen. Deshalb sollten Sie diese Bretter regelmäßig ersetzen, bzw. abschleifen.

 Kühlschrank: Achten Sie im Kühlschrankinneren auf eine Temperatur von 2 °C bis 6 °C. Leicht Verderbliches wie Fleisch oder Fisch sollte an der kältesten Stelle (über dem Gemüsefach) gelagert werden, und strikt von anderen, vor allem offenen Lebensmitteln getrennt werden, wobei es sich generell empfiehlt, sämtliche Lebensmittel in geschlossenen Behältern aufzubewahren. Entfernen Sie Verunreinigungen immer sofort. Mindestens alle vier Wochen sollte der gesamte Kühlschrank ausgeräumt und mit Essigwasser gereinigt werden. Desinfizierende Putzmittel haben bei Lebensmitteln definitiv nichts verloren!

 Abfalleimer: Der Abfalleimer sollte regelmäßig geleert werden, nicht erst, wenn er überquillt oder zu stinken beginnt. Verwenden Sie immer eine Mülltüte, und waschen Sie den Eimer regelmäßig mit Wasser und Haushaltsreiniger aus. Vor allem im Sommer kann der Abfall rasch zum Imbissstand für Ungeziefer werden, deshalb sollten Bioabfälle am besten immer direkt vor dem Haus in die Biotonne geworfen werden.

Richtiges Putzen der Toilette

Die Toilette per se ist meistens eher wenig mit Keimen belastet, da sie üblicherweise regelmäßig gereinigt wird. Anders sieht es oft schon bei Spültasten, Toilettendeckeln, Wasserhähnen und Türklinken aus. Denken Sie daran, diese Stellen mindestens 1 x pro Woche zu reinigen. Wenn sich jeder Benutzer des WC’s daran hält, die Hände zu waschen, kann man die Keimbelastung schon auf ein Vielfaches reduzieren. Verwenden Sie einen Putzlappen, der nur für das WC eingesetzt wird, und ersetzen Sie ihn regelmäßig. Wechseln Sie auch das Handtuch am WC regelmäßig aus. Dennoch: Antibakterielle und desinfizierende Reiniger sind meist auch hier eine unnötige Belastung von Gesundheit und Umwelt. Eine Ausnahme kann der Einsatz dieser Reiniger bei Krankheiten, wie eine Magen-Darm-Infektion, sein. Ein Reiniger auf der Basis von pflanzlichen Tensiden und Alkohol tut seinen Zweck zur Genüge. Und zu Luftverbesserern und Raumsprays ist das Öffnen eines Fensters eine gute Alternative.

Sauberkeit im Bad

Wärme und Feuchtigkeit sind natürlich auch hier ein idealer Nährboden für Bakterien und Pilze. Deshalb ist es sehr wichtig, das Bad regelmäßig zu lüften. Frottiertücher und Waschlappen sollten immer so aufgehängt werden, dass sie gut trocknen können. Und fest sitzende Teppiche sollten nie einen Weg ins Badezimmer finden. Den Bakterien, die sich in den Abflüssen und Rohren von Waschbecken, Dusche und Badewanne vermehren, rückt man am besten mit ihrem Erzfeind zu Leibe: Essig! Einmal pro Woche, wenn Badreinigung ohnehin auf dem Programm steht, sollten Sie etwas Essig in die Rohre gießen. Auch Waschbecken und Flächen kann man mit Putzlappen und Essigwasser reinigen. Wasserhähne, Griffe und Türklinken nicht vergessen! Braucht es eine ausgiebige Bakterienbekämpfung, kann man auch einmal Bleichmittel (chlorhaltig) einsetzen.

Sind im Vollwaschmittel Bleichmittel enthalten, hat dies nicht nur den Effekt, dass Verfärbungen aus der Wäsche entfernt werden, sondern auch, dass die Waschmaschine nicht zur Bakterienschleuder wird. Dann werden Keime auch bei niedrigeren Waschtemperaturen wirksam abgetötet.

Und wenn Sie schon im Badezimmer sind, können Sie noch schnell den Zustand Ihrer Zahnbürste überprüfen. Älter als 3 Monate, ausgefranst? Hinfort damit!

Wie oft sollte im Haus geputzt werden?

Dazu sollte eingangs erwähnt werden, dass Fußabstreifer vor der Wohnungstür und Schuhe ausziehen im Flur eine eklatante Arbeitserleichterung darstellen…

Ansonsten bedarf ein durchschnittlicher Haushalt einmal in der Woche eine Grundreinigung. Mit Kindern und Haustieren muss auch zwischendurch zum Staubsauger gegriffen werden. Das WC sollte allerdings, je nach Besucherfrequenz und hinterlassener Sauberkeit, öfter einen Wischlappen zu sehen bekommen, auch der Boden in Bad und Toilette. Auch beim Küchenboden macht man sich selbst keinen Gefallen, wenn man sich vor der feuchten Bodenreinigung drückt, zumal beim Kochen ja öfter mal etwas aus Topf oder Pfanne spritzt. Wenn man den Dreck durch die Wohnung trägt, muss eben schneller wieder in der ganzen Wohnung gewischt werden.

Staub wischen und feuchte Bodenreinigung in der restlichen Wohnung gehört auch zum wöchentlichen Putzplan.

Fenster putzen sollte alle 2 bis 3 Monate auf dem Plan stehen. Hier hat sich zum einfachen, streifenfreien Reinigen das Mikrofasertuch bewährt, in Kombination mit Wasser ohne alle Zusätze. Gut ausspülen und auswringen nicht vergessen!

Ausmisten und entrümpeln: Weg mit dem Ballast

Der beste Putzplan hat jedoch keine Chance, wenn das tägliche Chaos den Weg blockiert. Einmal jährlich sollten die Besitztümer (von denen statistisch angeblich nur 20 % regelmäßig und gern genutzt werden) gesichtet, aufgeräumt und ausgemistet werden. Dabei muss noch lange nicht alles, was nicht gebraucht wird, entsorgt werden. Vieles kann auf Flohmärkten, Second Hand-Börsen etc. zu einem kleinen Erlös verkauft werden. Auch Verschenken oder Spenden kommt natürlich in Frage. Kaputte Gegenstände sollten zeitnah sachgerecht entsorgt werden.

Wer täglich 20 Minuten Zeit in Sortieren und Wegräumen investiert, erspart sich langwierige, aufwändige Entrümpelungsaktionen!

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