Jahrestag Henry Heimlich von eurapon
Kommentare 0

Henry Heimlich – Erfinder des Heimlich Manövers

Er war der indirekte Lebensretter von Ronald Reagan, Cher und Halle Berry, sowie von zahllosen Privatpersonen: Der amerikanische Mediziner Henry J. Heimlich. Durch das nach ihm benannte Manöver sollen Menschen, deren Atemwege durch Verschlucken verlegt wurden, vor dem Erstickungstod bewahrt werden. Heimlich hätte am 03.02. seinen 97. Geburtstag gefeiert, verstarb allerdings am 17.12.2016 an den Folgen eines Herzinfarkts.

Tatsächlich wendete der Arzt den Heimlich-Griff während seiner gesamten medizinischen Karriere niemals selbst an – erst als 2003 ein Restaurantgast zu ersticken drohte, wurde der damals 83-jährige zu Hilfe gerufen, und Heimlich konnte dem Gast helfen. Ein zweites Mal führte er den Griff vergangenes Jahr am Mittagstisch seiner Seniorenresidenz durch, als eine Mitbewohnerin an einem Hamburger fast erstickt wäre.

Das Leben Henry J. Heimlichs:

Henry J. Heimlich wurde am 03. Februar 1920 in Wilmington, Delaware, geboren. Nach dem Abschluss von Highschool und Universität erhielt er 1943 den Doktortitel. Während dem 2. Weltkrieg war Heimlich Arzt der US-Marine. Für seine Facharztausbildung spezialisierte er sich auf das Gebiet der Allgemein- und Thoraxchirurgie, und war viele Jahre in New York City tätig. Eine Reihe herausragender medizinischer Leistungen gingen auf ihn zurück, so rekonstruierte er 1957 eine menschliche Speiseröhre, und ist der Namensträger des Heimlich-Ventils, welches bei einem Pneumothorax zur Anwendung kommt. Den berühmten Heimlich-Griff beschrieb er erstmals 1974.

2003 kamen Behauptungen eines Fachkollegen Heimlichs, Edward A. Patrick, auf, der die „Erfindung“ des Heimlich-Manövers für sich beanspruchte. Heimlichs Sohn setzte sich mit Nachforschungen und Betrugsvorwürfen gegen Patrick zur Wehr.

Henry J. Heimlich heiratete 1951 Jane Murray und war Vater von 4 Kindern.

Wann wird der Heimlich-Griff angewendet?

Es ist ein Horrorszenario: Man sitzt gemütlich bei einem leckeren Essen, plötzlich greift sich das Gegenüber an die Kehle, beginnt zu husten und zu würgen, die Gesichtsfarbe wechselt von rot zu lila. Ein verschlucktes Nahrungsstück verlegt die Luftröhre, es droht Bewusstlosigkeit und sogar der Erstickungstod. Was ist zu tun?

Im ausführlichen Erste Hilfe-Ratgeber von eurapon zum Thema „Verschlucken von Fremdkörpern“ sind detaillierte Hilfestellungen für verschiedene Situationen beschrieben, so auch z.B. Verschlucken von etwas Spitzem, Giftigen oder einem Insekt.

Um noch einmal auf obiges Szenario zurückzukommen: Es wird definitiv davon abgeraten, als Laie sofort den Heimlich-Griff anzuwenden: Es drohen innere Verletzungen, wie z.B. ein Milzriss. Auch Stiche oder Schnitte in die Luftröhre sind zwar gern eingesetzte Maßnahmen im TV, aber in der Praxis von Nichtmedizinern zu unterlassen. Ein Luftröhrenschnitt gilt als schwere Körperverletzung, und endet in den meisten Fällen tödlich durch eine Verletzung der Halsschlagader.

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Arten der Atemwegsverlegung: Bei der teilweisen Verlegung entsteht leichter oder schwerer Husten, der den Fremdkörper schließlich aus der Luftröhre befördert. Bitte sehen Sie davon ab, der Person, die sich verschluckt hat, ununterbrochen auf den Rücken zu schlagen. Beim Aushusten des Verschluckten ist es notwendig, kräftig Luft zu holen, was dadurch massiv erschwert wird. Wenn Sie durch Rückenklopfen behilflich sein wollen, tun Sie es nur, während die Person hustet.

Bei der schweren Form der Atemwegsverlegung würgt die betroffene Person, kann nicht mehr husten oder sprechen, die Gesichtsfarbe verändert sich, es kommt zu Bewusstlosigkeit. Bevor diese einsetzt, sollte man vorne den Brustkorb des Betroffenen stützten und mit der anderen Hand 5 feste Schläge zwischen die Schulterblätter abgeben. Wenn dieses Manöver keine Besserung bringt, kommt der Heimlich-Griff zum Einsatz:

Wie funktioniert der Heimlich-Griff?

Der Patient wird von hinten umfasst, eine geballte Faust wird unterhalb des Brustbeins in den Oberbauch gelegt. Die Faust wird mit der zweiten Hand umfasst, und anschließend kräftig nach innen und oben gedrückt. Das Verschluckte soll sich durch den Druck lösen. Bis zu 5 Mal kann der Griff angewendet werden.

Der Heimlich-Griff sollte nicht geübt werden, da eine Verletzungsgefahr innerer Organe droht. Nach der Durchführung dieses Manövers sollte der Patient aus diesem Grund auch ärztlich untersucht werden.

Ähnliche Artikel auf dem Gesundheitsblog

Schreibe eine Antwort