Gaenseblümchen
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Heilpflanze des Jahres: Gänseblümchen

„Sie liebt mich, sie liebt mich nicht…“ Wie viele Gänseblümchen mussten für dieses Abzählspiel schon ihre Blütenblätter lassen! Fast jeder hat sie im Garten, manche wissen vielleicht, dass das Gänseblümchen essbar ist. Dass die kleine, heimische Pflanze jedoch auch Heilwirkung hat, ist hingegen wenig bekannt. Um dieser Tatsache Abhilfe zu schaffen, hat der Naturheilverein NHV Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus, das Gänseblümchen zur Heilpflanze des Jahres 2017 gekürt.

Wissenswertes über das Gänseblümchen

Es gehört zur Familie der Korbblütler und ist in ganz Europa, sowie Asien beheimatet. Manchmal wird es auch Tausendschön oder Maßliebchen genannt. Gänseblümchen sind genügsam, wachsen auf vielen unterschiedlichen Böden und mögen es nicht, wenn zu viel gedüngt wird. Dann verschwinden sie von selbst. Schattige und zu trockene Standorte werden ebenfalls gemieden.

Eine Verwandtschaft besteht mit anderen Wildkräutern wie dem Löwenzahn, der Schafgarbe oder der Kamille. Der lateinische Name Bellis perennis bezieht sich wahrscheinlich auf die lange, ausdauernde Blütezeit von März bis in den November, er bedeutet „die ausdauernde Schöne“. Als heliotrope Pflanze wenden Gänseblümchen ihr Köpfchen der Sonne zu und schließen sich in der Nacht und bei Regen.

Gänseblümchen verfügen über eine enorme Widerstandsfähigkeit: Sie wachsen immer wieder nach, auch wenn sie abgerissen oder gefressen werden.

Was ist das Heilsame am Gänseblümchen?

Als Heilpflanze wirken Gänseblümchen blutreinigend und regen den Stoffwechsel an. Außerdem regen sie Appetit und Verdauung an, wirken harntreibend und können Ödeme schwinden lassen. Darüber hinaus können Gänseblümchen als Krampflöser und Hustenlöser verwendet werden. Für letzteres sind die enthaltenen Saponine verantwortlich. Diese helfen übrigens auch gegen Frühjahrsmüdigkeit!

Außer den besagten Saponinen enthalten Gänseblümchen auch Vitamin C, verschiedene Mineralstoffe, Gerb- und Bitterstoffe, sowie sekundäre Pflanzenstoffe (Flavonoide).

Die Homöopathie nutzt Gänseblümchen als ein wichtiges Wundheilmittel, aber auch bei Quetschungen, Zerrungen, Prellungen und Blutergüssen (Hämatomen). Außerdem können sogar bei Akne, Nesselsucht und Lippenherpes Anwendungserfolge erzielt werden.

Oftmals werden Gänseblümchen auch bei Kinderbeschwerden eingesetzt. Da die Pflanze sehr widerstandsfähig ist, gibt man Gänseblümchen zum Beispiel in den Tee von Kindern mit Wachstumsstörungen.

Haben Gänseblümchen „Nebenwirkungen“?

Bei übermäßigem Verzehr können Gänseblümchen abführend wirken und dafür sorgen, dass die männliche Potenz vorübergehend „einschläft“.

Außerdem sollten Schwangere auf deren Verzehr verzichten, da sie eventuell wehenfördernd wirken können.

Wie verwendet man Gänseblümchen?

In den Standardkochbüchern haben Wildkräuter, und dazu gehört auch das Gänseblümchen, keine große Bedeutung. Allerdings können Gänseblümchen Salate, Suppen und Smoothies nicht nur optisch, sondern auch geschmacklich aufwerten.

Den Geschmack von Gänseblümchenblüten kann man als leicht nussig beschreiben, während die Blätter wie eine milde Form des Sauerampfers schmecken. Auch in Kräuterbutter oder Kräuterquark machen sich Gänseblümchen hervorragend.

Wenn Sie Pestos von Bärlauch und Basilikum mögen, sollten Sie unbedingt auch einmal ein Gänseblümchenpesto versuchen! Zwei Handvoll gewaschene Blätter werden mit gerösteten Pinien-, Sonnenblumen- oder Cashewkernen sowie Olivenöl, Salz und Pfeffer in der Küchenmaschine verarbeitet. Wer mag, kann noch etwas Parmesan hinzugeben.

Die Heilkraft des Gänseblümchens machen Sie sich am besten mit Tee zunutze. Bei Erkrankungen von Nieren und Blase profitiert man von der harntreibenden Wirkung, und bei hartnäckigem Husten schaffen die enthaltenen Saponine Abhilfe und lösen den Schleim.

Zubereitung von Gänseblümchentee

Die Zubereitung von Gänseblümchentee erfolgt folgendermaßen: 1-2 Teelöffel voll getrockneter Blüten und Blätter werden mit 250 ml kochendem Wasser übergossen. 10 Minuten benötigt der Tee zum Ziehen. Die empfohlene Trinkmenge liegt bei 1-3 Tassen täglich.

Was muss man beim Sammeln von Gänseblümchen beachten?

Bitte sammeln Sie nur dort, wo nicht gedüngt wird, also am besten im eigenen Garten oder Balkonkistchen. Auf fremden Wiesen sollte man den Besitzer um eine Sammelerlaubnis bitten. Gänseblümchen von Straßenrändern sollte man vermeiden, ebenso von Hundespazierwegen. Beim Sammeln bitte immer auf die Arterhaltung denken, und nicht alles plündern, sondern nur den Eigenbedarf decken.

Übrigens können Sie das Gänseblümchen auch äußerlich anwenden, wenn Sie sich beim Wandern eine kleine Verletzung oder einen Insektenstich zugezogen haben. Bei kleinen Wunden legen Sie einfach die Blätter einiger Gänseblümchen direkt auf die verletzte Stelle, sie wirken schmerzstillend und entzündungshemmend. Bei Insektenstichen zerreiben Sie am besten die Blätter und tragen den Saft auf, denn dieser lindert den Juckreiz.

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