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Hausmittel Natron – der natürliche Alleskönner

Kaisernatron, Backsoda, Natriumhydrogencarbonat – der pulverförmige Allrounder hat viele Namen und mindestens genauso viele Anwendungsmöglichkeiten: Wir finden es in Brausepulvern, beim Zähneputzen oder in Feinwaschmitteln wieder – doch was genau ist Natron und warum kommt es auch in unserem heimischen Arzneischrank zum Einsatz? Erfahren Sie in der kleinen eurapon Apotheke der Hausmittel alles, was Sie über das Multitalent wissen müssen.

Natron – damals und heute

Die Geschichte der Verwendung des vielseitigen Pulvers reicht schon Jahrhunderte zurück. Der Name „Natron“ hat seinen Ursprung im alten Ägypten, wo es noch als nṯr.j bezeichnet wurde. Die vielfältige Wirkung von Natron hat man sich auch schon zur Zeit der Pharaonen zu Nutze gemacht, wo es bei der Mumifizierung für die Trocknungsphase des Leichnams gebraucht wurde.

Im Jahr 1860 entwickelte Ernest Solvay eine neue Methode, bei welcher billiges Kochsalz mithilfe von Wasser und Ammoniak zu Natron und Salmiak reagiert. Heute wird das Natriumsalz der Kohlensäure mithilfe des Solvay-Verfahrens in großen Mengen hergestellt. In der Chemieindustrie gilt Natron als wichtige Grundchemikalie und wird bis heute zu medizinischen Zwecken eingesetzt.

Natron – Der Feind der Gerüche

Da Natron neutralisierend wirkt, kann das Pülverchen unangenehme Gerüche wie Mundgeruch vertreiben. Als natürliche Alternative zur aromahaltigen Zahnpasten, kann Natron auch als kostengünstige Zahnpflege verwendet werden. Gurgeln Sie jeden Morgen ein Glas Wasser, versetzt mit einem Teelöffel Natron. Diese Mischung sorgt – neben eines angenehmeren Mundgeruchs – auch für eine optimale, schonende Reinigung Ihrer Zähne.

Auch andere unerwünschte Körperdüfte können mithilfe von Natron beseitigt werden. Wer beispielsweise unter Schweißfüßen leidet, sollte regelmäßige Fußbäder in Natronwasser ausprobieren oder sich vor dem Anziehen eine kleine Menge des Pulvers in die Schuhe streuen. Ebenso effektiv bindet Natron auch lästige Gerüche aus dem Kühlschrank und nimmt überflüssige Feuchtigkeit auf. Dazu einfach eine kleine Schüssel mit Natron in den Kühlschrank stellen und diese einmal pro Woche auswechseln.

Do it Yourself: Natron Deo

Ein selbstgemachtes Deo ist schnell gemacht und braucht nur wenige Inhaltsstoffe. Darüber hinaus kommt es garantiert ohne nachweislich schädliche Stoffe, wie beispielsweise Aluminium aus. Was Sie dazu benötigen:

  • Sprühflasche
  • ein Teelöffel Natron
  • 700 ml abgekochtes, erkaltetes Wasser
  • Nach Belieben: einige Tropfen ätherische Öle (Teebaumöl, Salbei, Sandelholz,…)

Kleiner Helfer in der Küche

Auch in der Küche ist Natron ein wahrer Helfer. Ist die Pfanne nach der Zubereitung von Soßen und Co. völlig eingetrocknet, müssen keine teuren, chemischen Putzmittel gekauft werden. Die Pfanne einfach mit Natron ein paar Minuten einweichen lassen und danach mit klarem Wasser ausspülen. Diese Methode ist nicht nur umweltfreundlich, sondern schont nebenbei auch die Haut, da Natron milder wirkt als die meisten Spülmittel. Bei weiteren Störenfrieden im Haus, wie verstopften Abflussrohren, kann Natron auch als Abflussreiniger dienen:

  1. Schütten Sie 1/2 Tasse Natron in den verstopften Abfluss.
  2. Im Anschluss 1/2 Tasse Essigessenz nachgießen.
  3. 10 Minuten später mindestens 1/2 Liter Wassernachgießen, erst dann kann das Natron-Essig-Gemisch im ganzen Rohr wirken.

Vorsicht: Natron und Essig reagieren miteinander und es kann aus dem Abfluss hochspritzen. Benutzen Sie zur Sicherheit eine Schutzbrille und geben sie beide Komponenten nur vorsichtig in den Abfluss.

Auch Hobbyköche können von Natron profitieren: das weiße Pulver kann in Verbindung mit bestimmten Nahrungsmitteln ein hilfreicher Partner sein. Beispielsweise enthalten selbstgemachte Marmeladen aus Früchten wie Johannis- oder Stachelbeeren eine stark säuerliche Note. Oftmals wird dagegen einfacher Haushaltszucker eingesetzt. Eine bekömmliche Alternative ist der Einsatz von Natron zur Geschmacksmilderung, da Natron neutralisierend und mildernd auf den Geschmack wirkt. Für Genießer mit empfindlichem Magen haben wir noch folgenden Tipp: Streuen Sie das Natronpulver in geringen Mengen über zubereiteten Kohl, um die blähende Wirkung zu verringern.

Natürliche Pflege mit Natron

Aufgrund seiner besonders verträglichen Eigenschaften ist Natron bestens für die Verwendung auf Haut und Haar geeignet. Bei fettigen Haaren und einer sensiblen Kopfhaut ist das Pulver eine natürliche Alternative zu chemischen, silikonhaltigen Shampoos. Verwenden Sie das Pulver wie ein Trockenshampoo auf dem Haar oder lösen Sie es mit etwas Wasser zu einem basischen Shampoo auf. Nach kurzer Einwirkzeit werden die Rückstände entweder herausgebürstet (bei der trockenen Variante) oder gut ausgewaschen. Natron entzieht die überflüssigen Fette im Haar und macht es wieder seidig und glänzend.

Auch Ihre Gesichtshaut kann von den tiefenreinigenden und durchblutungsfördernden Eigenschaften profitieren. Mit einem selbstgemachten Peeling aus Natron reinigen Sie Ihre Haut auf natürliche Weise und sparen dazu noch viel Geld im Vergleich zu herkömmlichen Pflegeprodukten.

Und so geht’s: Verteilen Sie das Pulver auf der angefeuchteten Hand und verreiben Sie es in regelmäßigen Kreisbewegungen auf Ihrem Gesicht. Gehen Sie dabei besonders über hartnäckige Stellen an Nasenflügeln, Kinnfalte und Hals, um ein optimales Ergebnis mit strahlendem Teint zu erhalten.

Weitere Informationen rund um Natron finden Sie hier:

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