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Hausmittel gegen Insektenstiche

Insektenstiche sind im Sommer besonders ärgerlich. Sie jucken, schmerzen und schwellen an. Ein Fall für den Arzt sind sie zum Glück nur in seltenen Fällen. Häufig können Sie Insektenstiche selbst behandeln. Und zwar mit einfachen Hausmitteln, die eurapon Ihnen vorstellt.

Ob Mücke, Biene, Wespe oder Hornisse – die Symptome eines Insektenstichs mögen zwar unterschiedlich stark ausfallen, sind aber grundsätzlich die gleichen: Schwellung, Rötung, Juckreiz und teilweise Schmerzen. Diese Beschwerden lassen in der Regel nach einigen Tagen nach. Den Heilungsprozess können Sie jedoch mit einer Reihe einfacher Hausmittel positiv unterstützen. Gleichzeitig beugen Sie so einer möglichen Infektion vor. Wir zeigen in eurapons kleiner Apotheke der Hausmittel, wie Sie Insektenstiche mit einfachen Mitteln behandeln können.

Sofortmaßnahmen nach einem Insektenstich

Hat ein Insekt gestochen, so können einige Sofortmaßnahmen den Heilungsprozess unterstützen und spätere Symptome schwächen. Vor allem bei Bienen-, Wespen- und Hornissenstichen ist das hilfreich und erspart Ihnen allzu starke Schmerzen, sowie eine mögliche Infektion.

  • Stachel entfernen: Vor allem bei Bienen-, aber auch teilweise bei Hornissen- oder Wespenstichen kann es passieren, dass der Stachel nach einem Stich noch in der Haut steckt. So gelangt noch mehr Gift in den Körper. Untersuchen Sie deshalb die Haut nach jedem Insektenstich gründlich und entfernen den Stachel vorsichtig mit einer Pinzette.
  • Desinfizieren: Um einer Infektion vorzubeugen, säubern Sie die Einstichstelle gründlich und desinfizieren Sie sie. Das geht entweder mit einem üblichen Wundspray, desinfizierenden Cremes oder aber mit vielen der unten aufgelisteten Hausmittel.
  • Kühlen: Ist die betroffene Stelle desinfiziert, lautet die erste Maßnahme, um Schwellungen zu vermeiden: Kühlen. Das geht am besten mit Kühlakkus oder kalten Gelkompressen aber auch mit allem, was gerade zur Hand ist: verpacktes Gemüse aus dem Gefrierschrank, Eiswürfel oder ein feuchtes Tuch.
  • Nicht kratzen: das Aufkratzen von Stichen kann dazu führen, dass Krankheitserreger ins Blut gelangen und der Stich sich infiziert
  • Bei Insektenstichallergie den Notarzt rufen: Kommt es unmittelbar nach dem Stich zu einer heftigen Schwellung, einem Hautausschlag, Schwindel oder sogar Atemnot, weist dies auf eine allergische Reaktion hin. Hier besteht die Gefahr eines anaphylaktischen Schocks. Ein Notarzt ist zu verständigen.
  • Bei Stichen im Mundbereich einen Arzt einschalten: Gefahr besteht ebenfalls, wenn das Insekt an oder in den Mund gestochen hat. Besonders gefährlich ist das Verschlucken eines Insektes, was passieren kann, wenn man im Freien süße Getränke zu sich nimmt. Wird die Schwellung im Mund oder Hals so groß, dass es zu Atemnot kommt, ist ärztliche Hilfe ratsam.

Der Klassiker gegen Insektenstiche: Die Zwiebel

Ihre Heilwirkung ist allgemein bekannt und so hat eurapon der Zwiebel als Hausmittel schon einen eigenen Blogbeitrag  gewidmet. Auch gegen Insektenstiche verspricht sie schnell und wirksam Heilung. Dazu einfach die Zwiebel aufschneiden und auf die Einstichstelle legen. Der Saft enthält Schwefel, welcher antibakteriell wirkt, desinfiziert, Juckreiz lindert und Schwellungen mindert. Ein echter Allrounder also, wenn es um die Behandlung von Insektenstichen geht.

Kühlen zur Ersthilfe, danach kann auch Wärme helfen

Unmittelbar nach einem Insektenstich sollten Sie diesen Kühlen, um Schwellungen zu vermeiden. Ist der erste Schmerz vorbei, kann auch Wärme sehr wohltuend sein. Hierzu erhitzen Sie einen Löffel im Wasserbad und drücken ihn auf die betroffene Stelle. Die Hitze des Löffels zerstört die Proteine im Gift der Mücke, welche den Juckreiz auslösen. Das funktioniert ab 45 bis 50 Grad, einer Temperatur, die die Haut so gerade noch aushält. Deshalb ist es wichtig, den Löffel nicht länger als 10 Sekunden auf den Stich zu drücken.

Heilende Salben und Notfallsets gegen Insektenstiche

Wer für den Sommer vorsorgen will und seine Hausapotheke mit Mitteln gegen Insektenstiche erweitern möchte, wird in der Apotheke fündig. Neben speziellen Salben gibt es hier auch:

  • Lavendelöl,
  • Tigerbalsam, Teebaumöl und
  • Aloe Vera Saft.

Alle Mittel lindern den Juckreiz und schwächen die Rötung, wirken also gut im Einsatz gegen Insektenstiche. In der Apotheke gibt es auch spezielle „Notfallsets“, die besonders Allergiker immer dabei haben sollten.

Petersilie, Basilikum und Knoblauch: Abhilfe gegen lästigen Juckreiz

Als besonders lästig bei einem Insektenstich empfinden viele seinen Juckreiz. Dagegen lässt sich schnell Abhilfe schaffen mit Kräutern und Knollen, die jeder in der Küche oder im Garten hat: Frische Petersilien- oder Basilikumblätter wirken beruhigend. Diese einfach kleinhacken und auf den Stich legen. Zum Fixieren kann ein Wickel dienen.

Auch Knoblauch ist ein gutes Mittel gegen den Juckreiz. Gleichzeitig hilft eine Behandlung mit der Knolle  dabei, eine Infektion zu vermeiden. Die betroffene Stelle können Sie ganz einfach damit einreiben.

Spitzwegerich und Gänseblümchen: Hausmittel direkt von der Wiese

Gerade im Freien, weit weg von der Hausapotheke, ist ein Insektenstich ärgerlich. Doch schnelle Abhilfe gegen Juckreiz und Anschwellen liefert auch die Natur.

Wegerich wächst im Sommer auf jeder Wiese. Ob spitz oder breit, die Blätter mildern Juckreiz und schützen vor Entzündungen. Einfach in der Hand zerreiben und auf den Stich legen. Je länger der Wegerich dort liegt, desto effektiver ist die Wirkung dieses Hausmittels. Auch Gänseblümchen schaffen Abhilfe bei Insektenstichen und wachsen ebenfalls massenweise in Parks und Gärten. Die Blume können Sie samt Stiel und Blättern ausquetschen und auf den Stich geben.

Quarkkompresse gegen Insektenstiche

Quark baut Entzündungen ab und lindert Schmerzen. Gerade bei Kindern ist es deshalb ein beliebtes Hausmittel bei Insektenstichen. Hierzu einfach den gekühlten Quark auf einer Kompresse verteilen und diese auf den Stich legen. Zur Fixierung mit einem Tuch umwickeln. Die Kompresse sollte nur so lang auf der Wunde liegen, wie der Quark feucht ist, also nicht antrocknen lassen! Ein Quarkwickel können Sie mehrmals täglich erneuern, um eine noch bessere Wirkung zu erzielen.

Alkoholwickel gegen Insektenstiche

Nicht nur mit Quark, sondern auch mit Alkohol lässt sich ein heilender Wickel gegen Insektenstiche herstellen. Hierzu können Sie ganz einfach ein Tuch mit klarem, hochprozentigem Alkohol beträufeln und auf den Stich legen. Die Verdunstungskälte kühlt die Haut und mindert die Reizung. Der Alkohol wirkt gleichzeitig desinfizierend. Anschließend empfiehlt es sich, die Haut mit Öl oder Creme zu pflegen, da Alkohol sie austrocknet.

Ob am Meer oder zu Hause: Salzwasser gegen Insektenstiche

Salzwasser wirkt beruhigend auf die Haut und mindert so den Juckreiz. Besonders praktisch ist das im Badeurlaub. Ein Bad im Meer kühlt den Stich und mildert gleichzeitig die Symptome. Wer sich gerade nicht am Meer befindet, kann das Salzwasser auch ganz einfach Zuhause herstellen. Dazu einfach etwas Salz in einem Glas mit kaltem Wasser auflösen und auf den Stich streichen.

Schnelle Hilfe bei Insektenstichen: Im Haus, im Garten und auf der Wiese

Ein Insektenstich lässt sich also in der Regel mit einfachen Hausmitteln behandeln. Diese finden Sie häufig schon in Ihren Küchenschränken, im Garten oder auf der Wiese. So werden Sie lästigen Juckreiz und Schmerzen schnell los und können den Sommer im Freien wieder unbeschadet genießen.

„Schmidt’s Sting Pain Index” teilt Insektenstiche in vier Schmerzstufen ein

Justin Orvel Schmidt ist ein amerikanischer Entomologe. Er hat sich, meist unbeabsichtigt, von 150 verschiedenen Insekten aus aller Welt stechen und beißen lassen. Auf Basis seiner Erfahrungen entwickelte der Insektenforscher ein Ranking der Stichschmerzen. Bekannt unter dem Namen „Schmidt’s Sting Pain Index“ teilt dieses 30 Insektenarten in vier Stichintensitäten ein.
Die Schmerzstufen reichen von 1-4, wobei die Intensität ansteigt.

Feuerameisen, Wespen, Bienen und Hornissen sind die einzigen Insekten der Bewertung, vor denen Sie sich hierzulande fürchten müssen. Zum Glück liegen die Stiche in den unteren Bereichen der Schmerzstufen.

Insekt

Schmerzstufe

Schmerzbeschreibung

Feuerameisen 1.2 „Scharf, plötzlich, etwas beunruhigend. Als ob man über einen Flokati Teppich läuft, sich statisch auflädt und einen elektrischen Schlag bekommt“
Kurzkopfwespen 2.0 „Reichhaltig, herzhaft und heiß. Als ob W.C. Fields eine Zigarre auf deiner Zunge auslöscht.“
Europäische Honigbienen 2.0 „Brennend, ätzend aber man kann den Schmerz bewältigen. Ein flammender Streichholzkopf landet auf deinem Arm und kühlt erst mit Lauge und dann mit Schwefelsäure.“
Hornissen 2.0 „Schmerzhaft, aber relativ schnell wieder vorbei. Wie ein abgebrochener Streichholzkopf, der auf deiner Haut abbrennt.“
Pepsis formosa
(„Tarantulafalke“, Mexico)
4.0 „Heftig, blendend, furchtbar elektrisch. Als ob jemand einen laufenden Haartrockner in dein Schaumbad fallen lässt.“

Mehr über Schmidts Experimente finden Sie auf Atlasobscura (englisch).

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