Grünkohl im Rohkost Ratgeber
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Grünkohl: Kalorienarme Vitaminbombe

Das typische Wintergemüse ist auch unter den Namen Braunkohl oder Krauskohl bekannt, sogar als Friesische oder Oldenburger Palme wird er mancherorts bezeichnet. Über 400 Kohlsorten sind weltweit bekannt, rund 600.000 Tonnen des Gemüses werden jährlich in Deutschland geerntet. Doch wer glaubt, es handelt sich bei Kohl um ein urdeutsches Gewächs, der irrt: Seit Jahrtausenden kennt man zum Beispiel Sauerkraut in China, im alten Ägypten galt der Kohl sogar als Heilmittel für unterschiedlichste Leiden. In Europa kennt man den Kohl erst seit 600 v. Chr. Während und nach der Kriegszeit büßte der Kohl sein gesundes Image ein, man rümpfte die Nase über das Armeleuteessen, und das lag nicht (nur) an den Schwefelverbindungen beim Kochen.

In den 90er Jahren begann man den Kohl und seine gesundheitsfördernde Wirkung wieder mehr zu schätzen, inzwischen gilt er als heimisches Superfood und es werden internationale Forschungen zu seiner Gesundheitswirkung getätigt. In unserem großen Rohkost-Ratgeber erfahren Sie, warum der neue Hype um das grüne Wintergemüse berechtigt ist:

Welche Inhaltsstoffe stecken im Grünkohl?

Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente:

Grünkohl gehört zu den basischsten Lebensmitteln, er ist eine reichhaltige Quelle von Vitamin A und C. Calcium, Eisen und Vitamin K sind ebenfalls in großer Menge enthalten, ebenso wie viele antioxidativ wirksame Pflanzenstoffe. Wenn der Grünkohl traditionell mit Speck oder Würstchen serviert wird, gart man ihn oft länger, als seinen wertvollen Inhaltsstoffen bekommt. Vor allem die enthaltenen Antioxidantien sind sehr hitzeempfindlich. Darum erhält er in den letzten Jahren immer mehr Bedeutung als Rohkost als Bestandteil von grünen Smoothies oder als knackiger Salat.

Aminosäuren:

Das Nährstoffprofil von Grünkohl übertrifft auch noch andere Vertreter aus der Kohlfamilie, so liefert er dreimal so viel Proteine und viermal so viel Eisen wie Weißkohl. Die enthaltenen Aminosäuren kommen sogar dem Fleisch nahe! Hoch ist auch der Anteil an Tryptophan, eine Aminosäure, die zur Serotoningewinnung gebraucht wird. Serotonin ist wichtig für gute Stimmung und seelische Balance.

Pflanzliche Fette:

Bei 87 kcal pro 100 g enthält Grünkohl nur 1 g Fett. Davon entfallen wiederum 130 mg auf die gesundheitsfördernde Alpha-Linolensäure, eine pflanzliche Omega 3-Fettsäure. Sie trägt zum Schutz des Herz-Kreislauf-Systems bei, und wirkt entzündungshemmend.

Ballaststoffe:

Grünkohl enthält Ballaststoffe in großer Menge und Qualität. Bekanntlich sind Ballaststoffe essentiell für eine funktionierende Verdauung, beheben Verstopfung, fördern das Sättigungsgefühl und sind somit ein wichtiger Bestandteil beim Abnehmen.

Grünkohl hilft, das Krebsrisiko zu senken?

Es wurde beobachtet, dass Menschen, die häufig rohen Grünkohl essen, seltener an Krebs erkranken. Konkret traten vor allem Speiseröhren-, Darm- und Schilddrüsenkrebs seltener auf. Die Kombination aus entzündungshemmenden und antioxidativen Stoffen vermindern oxidativen Stress der Zellen und senken somit das Risiko einer Krebserkrankung. Eine brandaktuelle Studie der University Oldenburg und der Jacobs University Bremen aus dem Jahr 2016 hat ergeben, dass Grünkohl das wirksamste Gemüse zur Krebsprophylaxe sei. Bisher behauptete man das von Brokkoli, anscheinend soll jedoch der Grünkohl zehn Mal so viel relevante Wirkstoffe enthalten! Eine wichtige Rolle hierbei spielen offenbar die entgiftenden Senfölglycoside, von denen Grünkohl mindestens 5 Arten enthält.

Grünkohl in der Küche: Bitte Bio

Vor allem, wenn man den Grünkohl als Rohkost verzehren möchte, ist es besonders wichtig, auf Bio-Qualität beim Kauf zu achten. Oftmals ist Grünkohl nämlich mit Pestizidrückständen belastet. Grünkohlblätter sollen knackig grün sein ohne gelb-braune Ränder. Im Kühlschrank hält er sich etwa 4 bis 5 Tage frisch. Vor dem Verzehr müssen die Grünkohlblätter gründlich mit kaltem Wasser gewaschen und die harten Stiele entfernt werden, dann kann man die Blätter in feine Streifen schneiden und z.B. zu Salaten oder Smoothies weiter verarbeiten. Mit Olivenöl, Zitrone und Kräutern ist rasch ein schmackhaftes Dressing zubereitet, auch schwarze Oliven und Sonnenblumenkerne passen hervorragend zu Grünkohl. Auch eine asiatische Note mit Sesamöl und Sojasauce steht dem Wintergemüse gut.

Als Smoothie harmoniert der Grünkohl gut mit Birne, Apfel und Banane, gewürzt mit ein wenig Ingwer und Matcha-Tee-Pulver.

Extratipp:

In unserem großen Rohkostratgeber finden Sie noch mehr schmackhaftes Kohlgemüse zum rohen Verzehr. Allerdings hinterlassen die enthaltenen Faserstoffe bei manchen Menschen unangenehme Nachwirkungen im Sinne von Blähungen und Bauchschmerzen. Um dieses Problem zu minimieren, sollte das Kohlgemüse mit Fenchel, Kümmel oder geriebenem Ingwer gewürzt werden. Sind die Blähungen bereits vorhanden, hilft ein Fenchel– oder Anistee und bringt Linderung.

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