Grippewelle
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Grippewelle 2017: H3N2 – wie gefährlich ist die Virusgrippe?

Wie in jedem Jahr wird bis Anfang März der Höhepunkt der diesjährigen Grippewelle erwartet. Aber wie kommt das? Warum gelingt es nicht, die Virusgrippe zu stoppen und ist es nun zu spät, sich impfen zu lassen? Der folgende Beitrag beantwortet die wichtigsten Fragen rund um die Virusgrippe.

Um was für eine Grippe handelt es sich?

H3N2 ist die wissenschaftliche Bezeichnung für eine Form der Virusgrippe, die aus der Verbindung des Vogelgrippevirus mit einem anderen Stamm hervorgegangen ist. Die Bezeichnung bezieht sich auf die Oberflächenproteine des Virus, H für Hämagglutinin und N für Neuraminidase. Bei H3N2 handelt es sich um ein Virus, das sich immer wieder verändert. Auch deshalb, und um einer Ausbreitung rechtzeitig begegnen zu können, ist die Virusgrippe meldepflichtig. Es ist aber davon auszugehen, dass nicht jeder Patient den Arzt aufsucht. Die ständige Veränderung des Virus sorgt auch dafür, dass es immer wieder zu Grippewellen kommt.

Wie sinnvoll ist die Grippeimpfung?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt die Impfung gegen die Virusgrippe für Personen, die als besonders gefährdet gelten. Dazu gehören:

  • Kinder in einem Alter zwischen sechs Monaten und fünf Jahren
  • Schwangere
  • Personen über 65
  • Personen, die im Gesundheitswesen arbeiten
  • Personen, die unter chronischen Erkrankungen leiden

Der Impfstoff wird regelmäßig an das sich veränderte Virus angepasst. Deshalb ist die jährliche Auffrischung notwendig. Den Zeitpunkt kann jeder selbst bestimmen, er sollte aber möglichst zu einer Zeit mit einem stressfreien Alltag stattfinden. Sie ist aber auch dann möglich, wenn die Grippewelle bereits da ist. Die Wirkung der Impfung setzt nach etwa zwei Wochen ein.

Wer sollte sich nicht impfen lassen?

Liegen bereits Anzeichen einer Grippe vor, ist es zu spät für eine Impfung. Ist das Immunsystem zum Zeitpunkt der Impfung bereits geschwächt, sollte der Arzt die Impfung ganz individuell abwägen und ggf. erst zu einem späteren Zeitpunkt durchführen.

Auch Personen, die allergisch auf Hühnereiweiß reagieren sollten nicht geimpft werden.

Mit welchen Nebenwirkungen ist zu rechnen?

Eine typische Reaktion auf die Grippeimpfung ist die Hautrötung an der Einstichstelle, die auch noch einige Tage verhärtet und schmerzhaft sein kann. Diese Reaktionen sind ungefährlich und lassen nach einigen Tagen von allein nach. Weitere mögliche Nebenwirkungen sind:

  • Müdigkeit
  • Frösteln
  • Leichter Temperaturanstieg
  • Schwitzen
  • Kopfschmerzen
  • Muskel- und Gliederschmerzen

Woran erkennt man eine Virusgrippe?

Wie alle Viruserkrankungen beginnt auch die Virusgrippe schlagartig. Typische erste Symptome sind:

  • Muskelschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Fieber

Es folgen Husten, Schnupfen und Halsschmerzen und vor allem starke Gliederschmerzen. Je nach Erreger kann die Virusgrippe sich auch anders äußern. Das bedeutet, dass nicht alle Symptome vorliegen müssen. Übereinstimmend ist aber, dass sie mit schwerem Krankheitsgefühl einhergeht. Eine Behandlung ist nur symptomatisch möglich und auch wichtig, um Komplikationen zu vermeiden. Dazu gehört vor allem die Stärkung des Immunsystems.

Warum kommt die Grippewelle immer im Winter?

Dafür gibt es gleich mehrere Erklärungen. Zunächst vergrößert sich im Winter grundsätzlich die Gefahr der Ansteckung, denn die Fenster sind geschlossen, der Luftaustausch ist damit reduziert. Außerdem sind die Räumlichkeiten geheizt, wodurch die Luftfeuchtigkeit sinkt. Viren gedeihen bei niedriger Luftfeuchtigkeit sehr gut. Aus diesen Gründen erfolgt die Ansteckung im Winter leichter.

Infiziert – gehört der Grippepatient ins Krankenhaus?

Im Normalfall ist es nicht erforderlich, dass ein Patient mit Virusgrippe ins Krankenhaus muss. Der Patient gehört aber auf jeden Fall ins Bett, bis das Fieber nachlässt. Bei kleinen Kindern, vor allem bei Säuglingen, muss die Temperatur sorgfältig überwacht werden. Je nach Verlauf kann bei ihnen ein Krankenhausaufenthalt erforderlich werden. Das gilt auch, wenn Komplikationen auftreten. Solche Komplikationen sind zusätzliche Infektionen durch Bakterien. Der Körper ist stark geschwächt und kann sich gegen weitere Erreger kaum zur Wehr setzen. Eine normale Virusgrippe heilt nach zwei Wochen aus.

Weitere vorbeugende Maßnahmen gegen die Virusgrippe

Abgesehen von der Grippeimpfung gibt es eine Reihe von Maßnahmen, die die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung reduzieren. Dazu gehört:

  • Ausreichend schlafen
  • Stress meiden
  • Räume lüften
  • Luftbefeuchter aufstellen

Das regelmäßige Lüften und das Aufstellen des Luftbefeuchters verändern das Raumklima positiv für die Gesundheit des Menschen, aber zum Nachteil des Virus.  Nicht zu vernachlässigen ist darüber hinaus der Einfluss der Ernährung. Sie sollte ausgewogen und reich an Obst und Gemüse sein, um den Körper mit allen nötigen Vitaminen zu versorgen. Sport an der frischen Luft hält den Stoffwechsel in Schwung und belüftet auch die unteren Atemwege. Davon profitiert das Immunsystem.

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