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Glutenunverträglichkeit – wenn Brot & Co Beschwerden verursachen

Leidest du nach dem Verzehr von Getreidesorten wie Weizen, Gerste oder Roggen häufig unter Blähungen, Bauchschmerzen oder Durchfällen? Dann könnte eine Unverträglichkeit gegen das Klebereiweiß Gluten die Ursache sein.

Wie viele Menschen sind in Deutschland betroffen?

Glutenunverträglichkeit, auch Zöliakie genannt, ist eine Volkskrankheit. Besonders in den letzten Jahren hat die Zahl der Erkrankten deutlich zugenommen und im Familien- und Freundeskreis fällt das Wort immer häufiger. Laut der Deutschen Gesellschaft für Zöliakie leidet in etwa jede 200. Person daran. Bei vielen Menschen bleiben die Beschwerden jedoch gering, sodass die Erkrankung häufig erst spät oder gar nicht diagnostiziert wird.

Frauen erkranken häufiger als Männer an einer Glutenunverträglichkeit. Besonders oft betroffen sind Frauen zwischen dem 20. und dem 50. Lebensjahr. Auch vor Kindern macht die Erkrankung nicht halt. Bei ihnen setzt die Zöliakie in der Regel in einem Alter zwischen einem und acht Jahren ein. Generell kann die Krankheit aber in jedem Alter und bei jeder Altersgruppe auftreten.

Was ist die Ursache der Beschwerden?

Die wichtigste Voraussetzung, um eine Zöliakie zu bekommen, ist die genetische Veranlagung. Ca. 30 bis 40% der Bevölkerung haben diese. Die genetische Voraussetzung alleine führt jedoch nicht zu einer Glutenunverträglichkeit, auch wenn das Erkrankungsrisiko dann in etwa dreimal so hoch ist.

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Gluten ist das vorherrschende Eiweiß in verschiedenen Getreidesorten wie Roggen, Weizen, Dinkel und Gerste. Es ist für die klebrige und zähe Konsistenz verantwortlich, wenn das Getreide zu Mehl gemahlen und mit Wasser vermengt wird. Daher rührt auch sein Name „Klebereiweiß“.

Die Betroffenen leiden nach dem Verzehr glutenhaltiger Nahrungsmittel an einer Entzündung des Dünndarms, genauer gesagt der Dünndarmschleimhaut. Im Dünndarm wird die Nahrung in ihre einzelnen Bestandteile zerlegt und die Nährstoffe dann über das Blut zu den Organen geleitet.

Die durch die Zöliakie verursachte Entzündung des Dünndarms behindert die Aufnahme eines oder mehrerer dieser Nährstoffe. Die Entzündung ist dabei nur während der Aufnahme glutenhaltiger Lebensmittel vorhanden, im Anschluss verschwindet sie.

Zöliakie – eine Krankheit mit vielen Gesichtern?

Eine Glutenunverträglichkeit äußert sich auf ganz verschiedene Art und Weise. Übliche Symptome sind Durchfall, Magenschmerzen, Fettstuhl oder ein Gewichtsverlust. Doch auch Osteoporose, Blutarmut, Unfruchtbarkeit oder generelle Beschwerden wie Müdigkeit und Gelenkschmerzen können auf eine Zöliakie hindeuten.

Durch die verminderte Nährstoffaufnahme im Darm kann es auch zu Mangelerscheinungen kommen. Typisch sind ein Mangel an Vitamin B12, Vitamin D, Eisen oder Kalzium. Viele Personen leiden jedoch unter geringen oder keinen Beschwerden, obwohl die Dünndarmschleimhaut eine Zöliakie eindeutig erkennen lässt.Blog_Glutenunvertraeglichkeit_01_3

Wie wird die Unverträglichkeit diagnostiziert?

Bei dem Verdacht auf eine Zöliakie werden in der Regel spezielle Antikörpertests durchgeführt. Bei Personen, die regelmäßig glutenhaltige Lebensmittel verzehren, lässt sich eine Unverträglichkeit bei etwa 90% der Getesteten ermitteln.

Bei dem Vorhandensein von Antikörpern wird häufig eine Endoskopie durchgeführt, um Magen und Dünndarm genauer zu betrachten und Gewebeproben zu entnehmen. Bei der anschließenden Untersuchung der Gewebeproben können typische zöliakiebedingte Veränderungen an der Schleimhaut erkannt werden, um die Diagnose zu erhärten.

Wie kann eine Zöliakie behandelt werden?

Eine Behandlung der Unverträglichkeit ist nicht möglich, das Einzige, das nachweisbar hilft, ist ein lebenslanger Verzicht auf glutenhaltige Lebensmittel. Bei einem vollständigen Verzicht erholt sich die Dünndarmschleimhaut bereits nach kurzer Zeit. Die Umstellung sollte jedoch immer zusammen mit einer Ernährungsberaterin erfolgen, um sicherzustellen, dass es nicht zu einer einseitigen Ernährung und Mangelerscheinungen kommt.Blog_Glutenunvertraeglichkeit_03

Gluten ist unter anderem in den Getreidesorten Weizen, Roggen, Dinkel und Gerste enthalten. Auch Grünkern, Einkorn und Emmer beinhalten es. Diese Getreidesorten sind Bestandteil vieler Lebensmittel, was den Verzicht deutlich erschwert. Glutenhaltig sind unter anderem Brot, Nudeln, Bier, Kuchen, Müsli und gefüllte Schokolade. Auch industriell gefertigte Produkte wie bestimmte Wurstwaren enthalten es. Auf vielen Verpackungen ist mittlerweile jedoch aufgeführt, ob Gluten ein Bestandteil ist.

Frei von Gluten sind beispielsweise Mais, Hafer, Buchweizen, Hirse, Reis, Soja und Kartoffeln. Die Produkte können ruhigen Gewissens verzehrt werden. Auch Obst, Gemüse und Nüsse enthalten kein Gluten und können somit auf dem Speiseplan verbleiben.

Es gibt eine Vielzahl weiterer Unverträglichkeiten, über die Sie bei uns mehr erfahren können:

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