Jahrestag Max von Pettekofer bei eurapons Geschichte der Medizin
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Geburtstag von Max von Pettenkofer

Bald jährt er sich zum 200. Mal: Der Geburtstag von Max von Pettenkofer, dem ersten Hygieniker Deutschlands. Am 03. Dezember 1818 wurde er in Lichtenheim bei Neuburg/Donau geboren. Noch immer gibt es das Max von Pettenkofer-Institut an der Universität in München, wo seine Lehren weitergeführt werden.

Kurze Biographie von Max von Pettenkofer

Dank seines Onkels, einem Apotheker, war es Max Pettenkofer möglich, das Alte Gymnasium zu besuchen und 3 Studienlehrgänge an der Universität München zu absolvieren: Medizin, Pharmazie und Naturwissenschaft. 1843 promovierte er zum Doktor der Medizin, und erwarb auch eine Approbation als Apotheker. 1847 begann Max Pettenkofer an der Ludwig-Maximilians-Universität medizinische Chemie zu lehren, 1865 wurde er zum Rektor der Universität bestimmt. Gleichzeitig wurde er zum ersten Professor für Hygiene ernannt und richtete das erste Institut für Hygiene ein. 1883 wurde er in den Adelsstand erhoben und durfte sich fortan Max von Pettenkofer nennen. 1896 erhält er auch noch den Titel Exzellenz. 1893 legte er schließlich die Professur nieder. Als seine Gedächtnisleistung altersbedingt abzunehmen begann, erschoss er sich 1901 in seiner Wohnung.

Wie München zur Hygienemetropole wurde

Was für uns heute selbstverständlich ist, wie etwa Kanalisation und zentrale Trinkwasserversorgung, war im 19. Jahrhundert völlig unbekannt. In vielen Städten, so auch in München, wurden Fäkalien überall in den Straßen entsorgt, sodass Infektionskrankheiten wie Typhus und Cholera grassierten. Ab 1854 beschäftigte sich Max von Pettenkofer eingehend mit der Entstehung von Cholera. Bald erkannte er, dass mangelnde Hygiene (Fäkalien, Abfall und Abwasser in den Straßen, Wasser ohne Trinkwasserqualität etc.) die Ursache der Epidemien waren.

Das Fazit von Pettenkofers war daraufhin: Die Lebensumstände der Münchner müssen sich verbessern. Daher entwickelte er den Plan: Ein Kanalsystem für Abwasser, eine zentrale Trinkwasserversorgung und einen zentralen Schlachthof. Da die notwendigen Umbauten allerdings Kosten in schwindelerregenden Höhen verursachten, hatte Max von Pettenkofers Großprojekt anfangs viele Gegner. Nach ausgiebiger Aufklärungsarbeit an der Bevölkerung via Vorträge, Zeitungsartikel etc. wurde 1859 schließlich der Grundstein für die Kanalisation gelegt. Nach vielen Weiterentwicklungen und Verbesserungen waren um 1900 schließlich 78 % der Münchner Bevölkerung an das Kanalnetz angeschlossen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts galt München als eine der saubersten Metropolen Europas.

Weitere bedeutsame Leistungen Max von Pettenkofers

Seine Entdeckung von periodisch auftretenden Elementen war eine wesentliche Grundlage für die Entwicklung des Periodensystems.

1844 entdeckte von Pettenkofer ein Stoffwechselprodukt des Muskelgewebes, das Kreatinin.

Außerdem erfand er die Kupfer-Amalgam-Zahnfüllung und definierte, wie sich aus Holz Leuchtgas herstellen ließ.

Mit Robert Koch stritt er sich über die Ursache der Entstehung von Cholera. Dieser Streit gipfelte schließlich in einem Selbstversuch, indem von Pettenkofer 1892 eine Kultur von Cholerabakterien verschluckte und nicht erkrankte. Er sah darin seine Ansicht bestätigt, dass es zum Ausbruch der Krankheit nicht nur die Bakterien, sondern auch mangelnde Hygiene braucht.

Warum ist Hygiene wichtig?

Vorneweg: Ohne Bakterien läuft im menschlichen Körper rein gar nichts. Rund 100 Billionen davon tummeln sich in Schleimhäuten, im Darm und auf der Haut. Sie produzieren Enzyme und Hormone, helfen bei der Verdauung, unterstützen das Immunsystem etc. Allerdings sind diese Bakterien speziell auf den Körper eines jeden Menschen abgestimmt. Was einem Körper hilft, kann den anderen krank machen. Vor allem an Orten, wo sich ständig viele Menschen aufhalten, ist Hygiene ein Muss, dies gilt vor allem für Krankenanstalten und Pflegeeinrichtungen.

Seit dem 19. Jahrhundert gibt es die hygienische Händedesinfektion, die Operationen wurden fortan steril mit Mundschutz und Gummihandschuhen durchgeführt.

Die Erfindung von Alexander Fleming, das Antibiotikum, war ein Riesenerfolg in der Medizingeschichte. Allerdings ist es gegen die vielfach auftretenden multiresistenten Keime der Neuzeit wirkungslos. Rund 20 % der Staphylokokken sind bereits resistent und verursachen vor allem Lungenentzündungen, Wundinfektionen und Blutvergiftungen. Um einer Übertragung zwischen Pflegepersonal und Patient zu verhindern, lautet die wichtigste Regel Hände desinfizieren.

Hände waschen lautet auch die wichtigste Hygienevorschrift des Alltags. Somit lassen sich viele Infekte bereits wirkungsvoll verhindern, indem man sich beim nach Hause kommen, nach dem Toilettengang und vor der Essenszubereitung die Hände wäscht.

Dass übertriebene Hygiene allerdings schädlich ist und die Entstehung von Allergien begünstigt, ist ebenfalls erwiesen, denn unser Immunsystem muss trainiert werden. Das Thema interessiert Sie? Dann lesen Sie gerne bei unserem Beitrag Hygiene im Haushalt“ weiter, wo wir nützliche Tipps und Informationen zum Thema für Sie zusammengetragen haben.

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