Harald zur Hausen HPV
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Harald zur Hausen – Entdecker des Krebsvirus HBV

Als Harald zur Hausen Ende der siebziger Jahre verkündete, er habe mit dem humanen Papillomavirus (HPV) den Auslöser für die dritthäufigste Krebsart bei Frauen gefunden, erntete er vor allem eins: Kopfschütteln. Über 35 Jahre später ist zur Hausen Nobelpreisträger und die Menschheit um eine Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs reicher.

Wer ist Harald zur Hausen?

Harald zur Hausen wurde am 11. März 1936 in Gelsenkirchen geboren. Er absolvierte ein Medizinstudium, 1960 wurde er in Düsseldorf promoviert. 1969 erfolgte die Habilitation in Würzburg, hier arbeitete er am Institut für Virologie. Ab 1972 arbeitet er als Professor und Gründungsdirektor für das Institut für klinische Virologie an der Universität Erlangen-Nürnberg, 1977 besetzte zur Hausen den Lehrstuhl für Virologie und Hygiene in Freiburg.

Als Vorsitzender und wissenschaftliches Mitglied des Stiftungsvorstandes des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg fungierte Harald zur Hausen von 1983 bis 2003.

Sagenhafte 30 Ehrendoktortitel wurden ihm von vielen internationalen Universitäten verliehen. Ebenso wurde Professor zur Hausen mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet, wobei die „Krönung“ wohl 2008 die Verleihung des Nobelpreises für Medizin in Stockholm darstellte.

Harald zur Hausen ist Mitglied vieler Akademien, Ehrenmitglied biomedizinischer Gesellschaften, Gastprofessuren und Mitgliedschaften in zahlreichen Editorial Boards vervollständigen das umfangreiche Lebenswerk.

Privat ist der Mediziner in zweiter Ehe mit der Professorin Ethel-Michele de Villiers verheiratet und Vater von 3 Söhnen.

Die Forschungsarbeit von Professor zur Hausen:

Während Mediziner vor über 35 Jahren Herpesviren verdächtigten, an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs beteiligt zu sein, zweifelte zur Hausen an dieser Theorie. Nie hatte er in den zahlreich von ihm untersuchten Zellkulturen Herpesviren gefunden. Sehr wohl aber einen anderen Erreger: Das humane Papillomavirus (HPV). Er erkannte, dass der HPV-Virus in nicht produktiven Tumorzellen verharrte, unsichtbar für herkömmliche Tests. Seine Theorie, dass die sexuell übertragbaren Papillomaviren Gebärmutterhalskrebs auslösen können, wurde von Kollegen damals belächelt. So lange, bis es zur Hausens Arbeitsgruppe 1984 gelang, den Virus in den Tumorzellen nachzuweisen und zu klonen. Die Entdeckung des Auslösers für Gebärmutterhalskrebs führte zur Entwicklung eines Impfstoffes, der seit 2006 erhältlich ist.

Die längst fällige, offizielle Anerkennung seiner Forschungsarbeit erfolgte im Jahr 2008, als Professor zur Hausen der Nobelpreis für Medizin verliehen wurde. Bezeichnend war für den Arzt, dass er in seiner Dankesrede nicht auf die vergangenen Leistungen zurückblickte, sondern bereits von seinen Forschungen der Zukunft sprach. Sein Hauptbeschäftigungsgebiet derzeit ist das Erforschen von Krebserregern in unserer Nahrung, hier nennt er vor allem rohes Rindfleisch. Seine Suche nach den krankmachenden Erregern im Essen weicht wieder sehr von der gängigen Meinung ab, dass der Krebs durch die Nahrungsmittel selbst, bzw. durch die Zubereitung verursacht wird. Wieder wird zur Hausen von vielen Kollegen belächelt – ein Déjà-vu-Erlebnis.

Jedenfalls hat die Verleihung des Nobelpreises sehr zur Popularität von Professor zur Hausen beigetragen. Er selbst hofft, noch lange Zeit forschen zu können, und genießt die wenige Freizeit zu Hause beim Gärtnern.

HPV, Gebärmutterhalskrebs und Impfung

Die Impfung wird in Deutschland von der Ständigen Impfkommission für Mädchen von 12 bis 17 Jahren vor dem ersten Geschlechtsverkehr empfohlen. Anschließend besteht für 5 Jahre ein bis zu 95 %-iger Schutz. Ob eine Auffrischungsimpfung notwendig ist, wurde bis dato noch nicht geklärt, ebenso wenig, wie die Entstehung diverser Nebenwirkungen nachgewiesen wurde. Langzeitwirkungen lassen sich derzeit noch schwer abschätzen, da es von der Infektion mit HPV bis zur Entstehung von Gebärmutterhalskrebs mehrere Jahre dauert. Wie sich die Impfung also auf spätere Stadien des Tumors auswirkt, ist noch nicht bekannt.

Rund 6500 Neuerkrankungen an Gebärmutterhalskrebs werden in Deutschland jährlich verzeichnet, Hauptbetroffene sind Frauen zwischen 35 und 55 Jahren. In rund 70 % der Fälle ist der HPV-Virus schuld an der Entstehung der aggressiven Krebsform. Der Virus ist sexuell übertragbar. Rund 2 von 3 sexuell aktiven Frauen sind damit infiziert, wobei die Erkrankung in den meisten Fällen symptomlos abheilt. Bei 1-3% der Betroffenen entwickelt sich statistisch gesehen der Gebärmutterhalskrebs über einen Zeitraum von mind. 10 Jahren.

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