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Fruktoseintoleranz – wenn Fruchtzucker Bauchschmerzen verursacht

Bei einer Fruktoseintoleranz ist der Dünndarm nicht oder nur eingeschränkt in der Lage, Fruchtzucker zu verdauen.

Eine solche Intoleranz kann angeboren oder erworben sein. Die Fruktoseintoleranz zählt zu den Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Sie führt zu heftigen Symptomen nach jedem Genuss von Getränken oder Speisen mit Fruchtzucker. Deutschlandweit sind davon etwa 20% der Menschen betroffen. In Europa leidet sogar jeder dritte unter der Unverträglichkeit. Viele wissen allerdings gar nicht, dass die Toleranz gegenüber Fruchtzucker bei allen Menschen eingeschränkt ist. Wer zu viel davon konsumiert, wird in jedem Fall mit gesundheitlichen Problemen, wie Verdauungsstörungen, rechnen müssen. Daher ist die Abgrenzung, ob es sich um eine Unverträglichkeit handelt oder die Person zu viel Fruchtzucker aufnimmt, nicht immer einfach. Dabei muss es sich nicht einmal um eine erkennbar ungesunde Ernährung handeln. Auch der großzügige Genuss von Säften und Früchten kann die Symptome auslösen.

Was passiert bei einer Fruktoseintoleranz?

Beim gesunden Menschen wird Fruchtzucker im Dünndarm aufgespalten und dann in die Blutbahn aufgenommen. Für diesen Prozess ist ein Transporteur nötig. Fehlt er aufgrund eines Defekts, wird der Fruchtzucker in den Dickdarm weitergeleitet. Dort verursacht er die typischen Symptome, wie Durchfall, Blähungen, aber auch Abgeschlagenheit. Wird die Zufuhr von Fruchtzucker reduziert, lassen die Symptome wieder nach.

Die Diagnose der Fruktoseintoleranz

Für die Diagnose stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Zunächst ist entscheidend, ob der Betroffene einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Fruktose und den Symptomen beobachtet. Lassen die Verdauungsstörungen beim Weglassen von Nahrungsmitteln mit Fruktose nicht nach, liegt die Ursache in einer anderen Unverträglichkeit. Ein wichtiger Hinweis ist auch die Gesundheit naher Verwandter, denn die Neigung zu Fruktoseintoleranz ist vererbbar. Für die Diagnose steht der Fruktosetoleranztest zur Verfügung. Zunächst wird die Atemluft im nüchternen Zustand gemessen. Anschließend erhält der Patient Fruchtzucker. Die nachfolgenden weiteren Überprüfungen der Atemluft zeigen dann, ob der Fruchtzucker verdaut werden konnte oder ob es zur typischen Bildung von Wasserstoff gekommen ist. Die Ursachen für die erworbene Fruktoseintoleranz sind noch nicht vollständig erforscht. Es wird aber vermutet, dass Hormonschwankungen und Antibiotika Auslöser sein können. Das gilt nicht für die angeborene Fruktoseintoleranz, die früh diagnostiziert werden muss und einen lebensgefährlichen Verlauf nehmen kann. Sie wird mithilfe einer Blutuntersuchung festgestellt.

Die Behandlung der Fruktoseintoleranz

Patienten, die unter der ererbten Form leiden, müssen gänzlich auf Fruchtzucker verzichten, der sich nicht nur in Nahrungsmitteln, sondern auch in Arzneimitteln befinden kann. Eine medikamentöse Behandlung ist bislang nicht möglich. Die Betroffenen müssen außerdem Haushaltszucker und Sorbit meiden und eine strenge Diät einhalten. Fehlende Vitamine werden aber über Nahrungsergänzungsmittel zugeführt. Die angeborene Fruktoseintoleranz gilt als ausgesprochen selten. Die Patienten sollten einen Notfallausweis mit sich führen, der auf die Erkrankung hinweist, da auch Injektionslösungen Fruktose enthalten können. Der Umgang mit der erworbenen Form ist deutlich einfacher. Lediglich in der Anfangszeit sollte Fruktose gemieden werden, damit die Symptome nachlassen. Ein dauerhafter Verzicht auf Fruchtzucker kann die Anzahl der Transportstoffe weiter reduzieren. Das bedeutet, dass sich die Intoleranz noch einmal verschlimmern könnte. Deshalb raten Experten, den Konsum von Fruktose nach einem vorübergehenden  Verzicht wieder vorsichtig zu beginnen und langsam zu steigern. Der Patient kann sich so an seine Fruktose-Belastungsgrenze herantasten. Im Grenzbereich kann es helfen, etwas Traubenzucker gleichzeitig zu essen, denn Traubenzucker verbessert den Transport von Fruchtzucker. Eine gute Kenntnis über Nahrungsmittel ist daher unbedingt erforderlich. Vorsicht geboten ist bei Fertigprodukten, auch Fertigsoßen, denn Fruktose befindet sich oft auch in Nahrungsmitteln, in denen sie auf den ersten Blick nicht zu vermuten ist. Die Fruktoseintoleranz kann medikamentös behandelt werden, z. B. mit Xylosolv. Dabei handelt es sich um ein Arzneimittel, das Fruktose in Glukose umwandelt. Die Einnahme entbindet aber nicht von größter Sorgfalt bei der Ernährung. Wird die Belastungsgrenze beachtet, kann die erworbene Fruktoseintoleranz auch wieder nachlassen.

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