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Erste Hilfe bei Unterkühlung und Erfrierungen von Kindern

Der Gefährdung einer Unterkühlung sind Kinder im besonderen Maße ausgesetzt, da sie sich der Wirkung von Kälte noch nicht gänzlich bewusst sind. Säuglinge im Alter von bis zu einem Jahr trifft es am schnellsten, da sie selbst noch nicht in der Lage sind, durch Zittern Wärme zu erzeugen.

Lesen Sie bei eurapon, was bei Unterkühlung und Erfrierungen von (Klein)kindern sofort zu tun ist.

Erste Anzeichen – die drei Stadien einer Unterkühlung

Milde Unterkühlung (Erregungsstadium)

  • Symptome: Kältezittern, Unruhe und Undeutlichkeit beim Sprechen. Die Atmung vertieft sich deutlich und Herzschlag und Kreislauf sind gesteigert.
  • Äußere Anzeichen: Blässe und leicht bläuliche Verfärbungen an Händen und Füßen.
  • Körperkerntemperatur: 34-37°C

In der mittelgradigen Unterkühlung (Erschöpfungsstadium) verstärken sich die Symptome, Herzschlag und Atmung verlangsamen sich. Teilnahmslosigkeit und Starrsein treten ein. Die Hautfarbe des Kindes wechselt noch mehr ins Graue.

Bei einer schweren Unterkühlung (Lähmungsstadium) liegt die Körperkerntemperatur bei unter 30°C. Folgen sind Bewusstlosigkeit bis hin zum Scheintod, der sich durch gänzlich fehlende Reaktion auf äußere Reize bemerkbar macht. Der Herzschlag ist unrhythmisch oder kann sogar ausbleiben.

Die DO’s bei Unterkühlungen

  • Kind in warme Decken hüllen und/oder an warmen Ort bringen.
  • Solange das Kind bei vollem Bewusstsein ist: warme Getränke mit etwas Zucker reichen (z.B. leicht gesüßten Tee oder warmen Kakao).
  • nasse Kleidung unbedingt ausziehen und durch trockene, wärmende ersetzen – ggf. das Kind in Wärmedecke wickeln und weitere Kälteeinwirkung vermeiden.

Ab dem Erschöpfungsstadium (verlangsamte Atmung und Herzschlag, siehe oben):

  • Notruf 112 rufen.
  • Bei starker Unterkühlung Kind flach lagern, zudecken und ggf. in die stabile Seitenlage bringen.
  • Atmung, Bewusstsein und Herz-Kreislauf-System ständig überwachen.

Die DONT’s – bei Unterkühlungen keinesfalls heiß baden

  • Baden Sie das Kind auf keinen Fall heiß. Aufgrund des hohen Temperaturunterschieds kann es leicht zu einem Kreislaufschock kommen.
  • Keine aktive Wärme durch Reiben, Wärmflasche etc. zuführen!

Das Kind nicht in stark beheizte Räume bringen.

Fordern Sie den Betroffenen keinesfalls zur Bewegung auf – bei starker Unterkühlung kann es zu Herzrhythmusstörungen kommen!

Sonderfall: Erste Hilfe bei Erfrierungen

Erfrierungen stellen einen Sonderfall bei der Behandlung dar, gehen aber meist mit der Unterkühlung einher. Bei oberflächlichen Erfrierungen schwillt die Haut stark an und es kommt zu einer wachsartigen Blässe. Bei Wärmezuführung kommt es zu Rötungen und gegebenenfalls Ödem-Bildungen. Selbiges lässt sich auch bei einer tieferen Erfrierung beobachten. Dennoch kommt es darüber hinaus zum Absterben des Gewebes, Bildung von Geschwüren und mitunter Verlust des betroffenen Gewebeteils.

DO’s bei Erfrierungen

  • Rufen Sie als Erstes den Rettungsdienst an. Ferner:
  • eigene Körperwärme des Betroffenen nutzen, eine der wärmsten Stellen dazu ist übrigens unter den Achseln (Finger und Hände finden dort Wärmeplätze)
  • Bei leichten Erfrierungen: Durchblutung anregen. Leicht die betroffenen Stellen bewegen oder unter lauwarmem Wasser langsam aufwärmen. Der Prozess kann mitunter sehr schmerzvoll sein und sollte nur angewandt werden, wenn die Wassertemperatur in kleinen Schritten kontrolliert werden kann.
  • Etwaige Blasen steril abdecken.

DONT’s – bei Erfrierungen ist weniger mehr

  • Die von der Erfrierung betroffenen Körperstellen nicht bewegen!
  • Keine aktiven Wärmespender (Wärmflasche, Heizkissen o.ä.) nutzen.

Unterkühlung und Erfrierungen bei Kindern vermeiden

Welche Ursachen führen zu Unterkühlung und Erfrierungen? Worauf gilt es im Alltag, wenn schon nicht zu vermeiden möglich, bei Kindern besonders zu beachten?

➜ den Nachwuchs aus nasser und feuchter Kleidung holen, erst recht aus der Zugluft

➜ warm anziehen

➜ zur Bewegung ermuntern, wenn kalte Witterung einsetzt

➜ Aktivitäten im Schnee oder kühlen Gewässern beobachten – insbesondere bei Stürzen, Unfällen und zu langen Aufenthalten

Sorgen Sie daher stets für eine ausreichend wärmende und trockene Kleidung bei Ihrem Kind, sodass Erste Hilfe zu Hause nicht erforderlich wird.

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