Herzinfarkt
Kommentare 0

Erste Hilfe bei einem Herzinfarkt

Hier erhalten Sie einen kompakten Überblick über alles Wissenswerte rund um die einzuleitenden Erstmaßnahmen bei einem Herzinfarkt. Schnelle Hilfe kann, besonders bei einem Herzinfarkt, Leben retten.

Die DO’s bei einem Herzinfarkt – Das ist besonders wichtig

  • Es ist unabhängig von der ersten Hilfe umgehend den Rettungsdienst über den Notruf „112“ zu alarmieren.
  • Äußern Sie am Telefon direkt den Verdacht auf Herzinfarkt.
  • Geben Sie Adresse und eine konkrete Wegbeschreibung so ruhig wie möglich durch.
  • Überprüfen Sie Atmung und Bewegung.
  • Sprechen Sie direkt mit dem Betroffenen, rütteln Sie an den Schultern bei Verdacht auf Ohnmacht.
  • Wenn keine Lebenszeichen auftreten, beginnen Sie sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung.

Die DONT’s bei einem Herzinfarkt – Das ist unbedingt zu vermeiden

  • Verfallen Sie trotz der akuten Gefahrensituation nicht in Panik, das führt zu Fehlern und Unachtsamkeiten.
  • Verschwenden Sie bei einem Herzinfarkt-Verdacht keine Zeit! Es besteht kein Grund bei einem Verdacht nicht die Rettungskräfte zu alarmieren.
  • Fahren Sie auf keinen Fall selber ins Krankenhaus und lassen Sie sich auch nicht durch Freunde fahren, da beim Auftreten von Kammerflimmern sofort ein Defibrillator notwendig wird.

Weiterhin wichtig

Ein erster Verdacht auf einen Herzinfarkt reicht aus, um sofort die Rettungskräfte zu alarmieren. Der ärztliche Notfalldienst ist zudem kein Rettungsdienst, kann nicht ausreichend schnell reagieren und verfügt zudem nicht über die benötigte Ausstattung. Selbst bei einem geringen Verdacht muss daher schnellstmöglich die „112“ gewählt werden – selbst wenn sich der Verdacht nicht bewahrheitet, gibt es deshalb keinen Grund zur Scham.

Wichtiges Know-How: Einen Herzinfarkt erkennen

Personen, die von einem Herzinfarkt betroffen sind, werden über heftige, drückende Schmerzen im Brustbereich klagen. Die Schmerzen können bis zum Hals, der Schulter und sogar in den oberen Bauch, Rücken oder Kiefer ausstrahlen. Es kommt in der Regel plötzlich zu starkem Schwitzen, die Gesichtsfarbe wird blass bis grau, der Betroffene wird ausgesprochen nervös und mitunter panisch sein. Hände und Füße könnten mitunter sehr kalt und feucht sein. Der Blutdruck fällt in der Regel ab, teilweise kann es zu Erbrechen oder zu akuten Panikzuständen kommen.

Die Symptome kommen zustande, weil sich bei einem Herzinfarkt die Herzkranzarterie plötzlich verschließt. Der Verschluss könnte beispielsweise durch Ablagerungen in Gefäßen oder durch Blutgerinnsel zustande kommen. Durch diesen Verschluss wird ein Teil des Herzmuskels von Sauerstoff und wichtigen Nährstoffen abgeschnitten, was zu einem imminenten Absterben von diesem Teilbereich führt. Abhängig von der Lage und Größe des verschlossenen Herzkranzgefäßes variiert auch die Symptomatik. Infarkte können alle oder einige der oben genannten Symptome aufweisen, quasi völlig symptomlos verlaufen oder zum sofortigen Herztod führen.

Handlungsempfehlung: Vorgehen bis zum Eintreffen der Rettungskräfte

Ein Herzinfarkt beziehungsweise ein Verdacht darauf kann und darf nicht ausgesessen werden. Unabhängig der Erstmaßnahmen ist immer sofort der Rettungsdienst zu informieren. Bis dieser eintrifft, können Sie dem Betroffenen helfen, denn die Maßnahmen zur ersten Hilfe machen einen erheblichen Unterschied aus.

Existieren keine Lebenszeichen, muss sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung begonnen werden. Knien Sie sich direkt neben den Betroffenen und positionieren Sie beide Hände übereinander auf den Brustkorb. Strecken Sie die Arme kräftig durch und beginnen Sie mit einer Herzmassage (Frequenz: 100 bis 120 Druckstöße pro voller Minute). Aller 30 Druckstöße muss eine Beatmung erfolgen. Zweimal von Mund zu Mund oder alternativ von Mund zu Nase (seltener). Im absoluten Notfall sollten sich unerfahrene Ersthelfer primär auf die Herzmassage konzentrieren und die Atemspende mitunter weglassen.

Existieren noch Lebenszeichen und ist der Patient bei Bewusstsein, muss dessen Herz sofort entlastet werden. Der Betroffene sollte mit geradem, erhöhtem Oberkörper beziehungsweise sitzend gelagert werden. Jegliche enge Kleidung gilt es zu öffnen, darunter beispielsweise Gürtel, Krawatte oder Hemdknöpfe. Oberste Priorität bis zum Eintreffen der Rettungskräfte hat zudem die Beruhigung. Nicht selten leiden Betroffene unter Panik und Todesängsten, was die Situation bei einem Herzinfarkt noch verschlimmert, da das Herz so weiter gereizt wird. Versuchen Sie daher beruhigend auf Betroffene einzureden und schirmen Sie diese von Hektik ab. Die Atmung sollte während der ganze Zeit überwacht werden.

Ähnliche Artikel auf dem Gesundheitsblog

Schreibe eine Antwort