Endlich rauchfrei
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Endlich rauchfrei

Viele werden ihn kennen: den inneren Kampf vor und nach dem Anzünden einer neuen Zigarette. Besonders jetzt, am Anfang eines neuen Jahres, wenn sich die viele Leute vornehmen, gesünder zu leben und viele Raucher sich umso mehr unter Druck fühlen, die ungesunde Gewohnheit abzulegen.

Heute wollen wir uns zwei der bekanntesten Methoden anschauen, die aus den qualmenden Krallen des Rauchens führen. Zum einen haben wir die „kurz-und-schmerzlos“ Methode, zum anderen den langsamen Ausstieg. Anschließend stellen wir euch außerdem ein paar wertvolle Tipps vor, die den Leidensweg erleichtern können.

Kurz und schmerzlos – wenn die letzte Zigarette auch wirklich, ernsthaft und tatsächlich die letzte Zigarette ist

  • Das Prinzip: Kurz und schmerzlos. Na ja, zumindest kurz.
  • Die Umsetzung: Die „letzte“ Zigarette nach der letzten Zigarette wird nicht mehr geraucht. (*oh, Schreck!*)
  • Vorteile: Schnellste, günstigste und gesündeste Methode

Die letzte Zigarettenschachtel dem Abfallkorb zu überlassen und am nächsten Morgen als ein frischer, gesunder und sorgenfreier Nichtraucher aufzuwachen – nein, so ganz einfach ist das nicht. In den ersten Tagen findet man sich in Situationen oder Umständen wieder, die zweifellos ohne eine Zigarette nicht zu bewältigen sind.

Eigentlich sollte es ganz einfach sein, mit dem Rauchen aufzuhören. Während die durch Mangel an Nikotin erzeugten Entzugserscheinungen schon in der ersten Woche abklingen, kann man beispielsweise bei Drogen wie Kokain mit Monaten bis zu einem Jahr rechnen.

„Einfach“ ist die Rauchentwöhnung für viele trotzdem nicht. Meistens entwickelt sich auch eine emotionale Bindung zum Rauchen, und nur allzu liebevoll denkt man an die erste Zigarette zum Kaffee am Morgen, nach dem Essen oder in der romantischen Atmosphäre einer untergehenden Sonne auf dem Balkon. Doch auch für die auf Rauchwolke 7 schwebenden Personen gibt es Hoffnung.

Eile mit Weile – der langsame Ausstieg aus der Rauchsucht

  • Das Prinzip: Eile mit Weile für eine Weile.
  • Die Umsetzung: Man redet sich ein, dass man aufhört, bis man es auch wirklich tut.
  • Vorteile: Man muss nicht gleich aufhören

Nicht nur das Verzichten auf den Genuss ist für Raucher abschreckend. In vielen Fällen sehen wir unsere gesellschaftliche Funktionsfähigkeit bei der Arbeit oder im sozialen Umfeld gefährdet, sollten Entzugserscheinungen auftreten. Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit, Angst und Unruhe fördern kaum Produktivität und sind auch nicht die sympathischsten Begleiter beim Ausgehen mit Freunden.

Will man sich schleichend aus der Rauchaffäre ziehen, muss man sich auf einen langen und intensiven Kampf vorbereiten. Experten empfehlen zudem, den Zeitraum von 6 Monaten bis zum Rauchstopp nicht zu überschreiten.

Die aktuellsten Tipps und Tricks für ein rauchfreies Leben

Selten ist man kreativer, als in dem Moment wo man sich selber überzeugen möchte, dass man eine Zigarette verdient. Folgende Tipps und Tricks können einem dabei helfen, den inneren Schweinehund zu bezwingen:

Eigene Ausreden hinterfragen

  • „Dieses Essen war so lecker, es verlangt buchstäblich nach dem krönenden Abschluss einer ‚Zigarette danach‘“. – Nein. Nicht wirklich. Ganz im Gegenteil zerstört Rauchen nach und nach unseren Geschmackssinn.
  • „Rauchen beruhigt mich.“ – Nikotin mag tatsächlich eine beruhigende Wirkung auf unser Nervensystem haben, die aber von extrem kurzer Dauer ist. Beruhigend wirkt eher die Tatsache, dass wir endlich Nikotin „nachtanken“ können.
  • „Es hilft mir, mich zu konzentrieren.“ – Natürlich. Weil man sich in der restlichen Zeit oft damit beschäftigen muss, wann denn nun die nächste Zigarettenpause kommt.

Medikamente zur Raucherentwöhnung

Die Nikotinersatztherapie ist die bekannteste Methode und wird durch folgende rezeptfreie Produkte vertreten:

  • Das Nikotinpflaster – je nach Stärke sollen Nikotinpflaster von 10 bis 30 Zigaretten am Tag ersetzen.
  • Der Nikotinkaugummi – besonders in stressigen oder anderen Situationen, in denen man normalerweise raucht, eine schnelle Hilfe.
  • Die Nikotinlutschtablette – ist besonders für Raucher empfohlen, die eher ungleichmäßig über den Tag verteilt zu rauchen pflegten.
  • Nikotininhalator und Nikotinspray – hier wird das Nikotin über einsaugen oder ein Sprühstoß in den Mund freigesetzt und über die Mundschleimhaut aufgenommen. Besonders geeignet für den spontanen Gebrauch.

Außerdem gibt es verschreibungspflichtige Mittel zur Raucherentwöhnung mit und ohne Nikotin, über die euch euer Arzt sicherlich gerne berät. Von der E-Zigarette raten wir in diesem Zusammenhang eher ab.

Verhaltenstherapie

Im Grunde ist Rauchen ein gelerntes Verhalten, dass man laut Therapeuten auch wieder verlernen kann. Es gilt hier, genussvolle Alternativen zum Rauch-Ritual zu finden und bewusst umzusetzen. Unzählige Programme werden angeboten, die einem zur Rauchfreiheit begleiten wollen. In der Fachliteratur wird oft darauf hingewiesen, dass eine medikamentöse Behandlung mit gleichzeitiger Therapie, die besten Erfolgschancen verspricht.

Soziale Medien und Apps

Es gibt im Internet heute unzählige Foren und Gruppen wo Menschen sich gegenseitig im Kampf gegen der Sucht unterstützen können. Beispiele sind http://www.endlich-nichtraucher-forum.de/ oder http://www.rauchfrei-info.de/community/.

Sogar Apps, wie Rauchfrei Gratis (Apple), Der Nichtraucher Coach oder QuitNow! wollen uns tapfer zur Seite stehen und im täglichen Kampf gegen das Verlangen unterstützen.

Fazit

Egal für welchen Weg man sich entscheidet, man braucht einen starken Willen und die Kraft sein Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Die Welt kann uns täglich spannende und erfüllende Erlebnisse bieten. Warum sollten uns ein paar Glimmstängel davon abhalten können, unser Leben frei und gesund zu genießen?

Weitere Informationen zum Thema Raucherentwöhnung

Allan Carr (2007), The Illustrated Easy Way To Stop Smoking, Arcturus Publishing Limited

Charles Herrick et al. (2010), 100 Questions & Answers About How to Quit Smoking, Jones and Bartlett Publishers

Lion Shahab (2012): Smoking reduction, National Centre for Smoking Cessation and Training (NCSCT)

 

 

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