Jahrestag von Emil Kocher Nobelpreisträder der Medizin für seine Arbeit zur Schilddrüse im eurapon Blog
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Die Schilddrüse: kleines Organ mit großer Wirkung

Die Schilddrüse ist vom Umfang her zwar klein, ihr Einflussbereich ist aber umso größer. Denn sie steuert den gesamten Hormonhaushalt und somit viele wichtige Funktion in unserem Organismus.

Der 25. August ist für die Schilddrüse ein besonderer Tag. Denn an diesem Tag hat Emil Theodor Kocher Geburtstag. Der Schweizer Chirurg wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts bekannt durch seine Erforschung der Schilddrüse und der Schilddrüsenchirurgie. Ihm verdanken wir viele Erkenntnisse zu diesem Thema.

Mehr zum Wirkungskreis von Theodor Kocher und nützliche Informationen rund um die Schilddrüse lesen Sie in unserem Blogartikel.

Emil Theodor Kocher – sein Leben und Wirken

Emil Theodor Kocher wurde am 25. August 1841 in Bern geboren. Schon in jungen Jahren an der Medizin interessiert, begann er ein Studium an der Medizinischen Fakultät der Universität Bern, wo er 1865 mit nur 24 Jahren mit der Auszeichnung „summa cum laude“ doktorierte.

Nach verschiedenen Studienaufenthalten in ganz Europa kehrte er schließlich nach Bern zurück und begann seine Tätigkeit als chirurgischer Assistent am dortigen Inselspital. 1872 wurde er zum ordentlichen Professor für Chirurgie gewählt. Berühmt wurde er als Forscher und praktischer Chirurg. 1909 erhielt er für seine Tätigkeit sogar den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin.

Am 27. Juli 1917 starb Theodor Kocher in Bern. Doch seine operativen Methoden sind bis heute fester Bestandteil der Schilddrüsenchirurgie.

Standard in der Schilddrüsen-OP: der „Kocher’sche Kragenschnitt“

Eine der bekanntesten chirurgischen Leistungen von Theodor Kocher ist die Erfindung des „Kocher-Kragenschnittes“, eine Schnittführung zur operativen Entfernung der Schilddrüse. Dieser 5 – 7 cm lange geschwungene Querschnitt an der Halsvorderseite zur Freilegung der Schilddrüse ist auch heute noch der Standard bei Schilddrüsen-OPs. Wenn möglich, wird er in einer Hautfalte durchgeführt, damit die verheilte Narbe möglichst nicht auffällt.

Außerdem entwickelte Theodor Kocher verschiedene chirurgische Instrumente. Die sogenannte „Kocher-Klemme“ ist bis heute im OP-Saal im Einsatz. Auch verwies er mehrfach auf die Bedeutung von Jod für die Funktionsfähigkeit der Schilddrüse. Etwa 6000 Operationen an der Schilddrüse führte der Chirurg in seinem Leben aus.

Was hat Theodor Kocher an der Schilddrüse so fasziniert? Sicher die Vielfältigkeit des kleinen Organs und sein großer Einflussbereich. Denn die Schilddrüse schüttet jeden Tag wichtige Hormone aus und steuert dadurch unsere Verdauung, das Herz-Kreislauf-System und sogar unsere Psyche. Zeit für ein paar Fakten rund um die Schilddrüse.

Die Schilddrüse – unermüdlich im Einsatz

Die Schilddrüse ist ein Arbeitstier. Das gesamte menschliche Blut durchläuft die Schilddrüse in nur 1,5 Stunden. Sie ist damit besser durchblutet als unsere Niere. Dabei ist das kleine Organ nur zwischen 18 und 25 Gramm schwer und im Normalzustand nicht ertastbar.

Beheimatet ist die Schilddrüse im Hals, unterhalb des Kehlkopfes sitzt sie vor der Luftröhre. Sie besteht aus zwei Seitenlappen und einem Verbindungssteg in der Mitte. Die Tätigkeit der Schilddrüse findet vor allem in den kleinen Drüsenlappen, den Lobuli, statt, die sich in den Seitenlappen befinden. In den winzigen Bläschen entstehen die Hormone, die unseren gesamten Organismus beeinflussen.

Alle Hormone im Gleichgewicht

Die Schilddrüse ist für die Produktion der Hormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) zuständig, der sie jeden Tag nachgeht. Der Befehl dazu kommt aus dem Gehirn, wo eine Kette an Reaktionen in Gang gesetzt wird:

Im Hypothalamus wird das Hormon TRH (Thyreotropin Releasing Hormon) aktiviert und an die Hirnanhangdrüse weitergeleitet. Dort regt es die Freisetzung des Stoffes TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) an. Steigt der TSH-Spiegel, dann produziert die Schilddrüse als Antwort darauf T3 und T4. Das wird von der Hirnanhangdrüse erkannt und sie stellt die Produktion von TSH daraufhin ein. Das Zusammenspiel beider Drüsen reguliert unseren Hormonhaushalt und hält ihn auf einem konstanten Level.

Jod – Schlüssel zu einer gesunden Schilddrüse

T3 und T4 sind ein wichtiger Bestandteil des Zellstoffwechsels. Über das Blut verteilen sie sich im Körper und docken an den Kraftwerken der Zellen, den Mitochondrien, an. Dies führt dazu, dass unsere Zellen vermehrt Kohlenhydrate und Sauerstoff aufnehmen können. Auswirkungen hat das unter anderem auf unsere Verdauung, die Körpertemperatur, den Blutdruck, die Gehirntätigkeit und die Nervenzellen – also auch unmittelbar auf unsere Psyche.

Um die Schilddrüse gesund zu halten, ist es wichtig, ausreichend Jod aufzunehmen. Das Spurenelement ist nämlich einer der Hauptbestandteile der Schilddrüsenhormone T3 und T4. Jodhaltige Mahlzeiten sollten also regelmäßig auf dem Speiseplan stehen.

Mehr aus dem Weltreich der Heilkunst und Pharmazie erfahren Sie in unserem Artikel zur Geschichte der Medizin.

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