Die Haut von innen auf die Sonne vorbereiten
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Die Haut von innen auf die Sonne vorbereiten

Ein Sonnenschutz, den man schlucken kann, klingt sehr verlockend, stimmt’s? Leider ist es nicht ganz so einfach, denn eine Pille gegen Sonnenbrand hat noch niemand erfunden. Tatsache ist jedoch, dass eine optimal mit allen wichtigen Nährstoffen versorgte Haut weniger anfällig für Sonnenschäden ist, und falls doch welche auftreten, diese besser regenerieren kann. Von welchen Nährstoffen wir hier sprechen, und wo diese enthalten sind, erfahren Sie im folgenden Artikel.

Welche Nährstoffe bieten Sonnenschutz von innen?

Carotinoide: Das bekannteste ist wohl das Beta-Carotin, dem auch Paprika und Karotten ihre knallige Farbe verdanken. Aus Beta-Carotin entsteht in unserem Körper Vitamin A, welches unter anderem notwendig für den Aufbau von Hautzellen und den Sehvorgang ist. Unser Körper kann Carotinoide als Vorrat in der Leber, dem Fettgewebe, aber auch der Haut „einlagern“. Durch die Einlagerung von Carotinoiden in der Haut bauen wir einen gewissen Sonnenschutz auf, der sogar für Lichtschutzfaktor zwei bis drei ausreicht! Natürlich reicht das nicht, um die Sonnencreme einfach wegzulassen. Carotinoide werden auch beim Verzehr von Roter Bete, Spinat und Grünkohl aufgenommen, allerdings wird es beim Kochen teilweise zerstört. Eher für den rohen Genuss eignen sich Obstsorten wie Marillen, Wassermelonen und Nektarinen.

Die Kosmetikindustrie bietet hochdosierte Beta-Carotin-Kapseln an, deren antioxidative Wirkung als Zellschutz fungieren soll, und zudem die natürliche Bräune intensiviert. Es wird allerdings von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung geraten, bei isoliertem Beta-Carotin die Aufnahmemenge von 2 mg täglich nicht zu übersteigen. Die Langzeitwirkungen sind bisher noch nicht genügend erforscht.

Natürlich können Sie Carotinoide auch als Bräunungscremes und Co. auftragen, die Bräune ist allerdings nicht dauerhaft, und für zusätzlichen Sonnenschutz müssen Sie trotzdem sorgen.

Lycopin: Ein weiteres, antioxidativ wirksames Carotinoid ist das Lycopin, das vor allem in Tomaten enthalten ist. Besonders effektiv gestaltet sich der Hautschutz, wenn Sie die Tomaten zusammen mit Öl verzehren. Der einzige Haken: Wer in großen Mengen Bruschetta, Spaghetti mit Tomatensoße und Pizza Margherita verzehrt, riskiert die Bikinifigur…

Vitamin C: Auch Vitamin C ist antioxidativ wirksam, außerdem schützt es die Haut vor Umweltgiften und krebserregenden Stoffen. Besonders reich an Vitamin C sind Zitrusfrüchte, Sanddorn- und Erdbeeren, Paprika, Fenchel und alle Kohlarten.

Vitamin E: Eingelagert in unserer Haut wirkt es der Hautalterung entgegen. Dies gelingt wiederum aufgrund des Fangens freier Radikale (antioxidative Wirkung), die unter anderem durch übermäßige Sonneneinstrahlung entstehen. Natürliches Vitamin E finden Sie in Pflanzenölen, Nüssen und Mandeln, Vollkornprodukten und Sojabohnen.

Unterstützt werden die Vitamine C und E bei ihrer Arbeit durch das Spurenelement Selen. Dieses nehmen wir vor allem durch Fleisch, Fisch, Leber, Milch, Nüsse und Eier zu uns.

Unerlässlich für die Zellteilung, und damit auch für unsere Haut, die eine hohe Zellteilungsrate hat, ist ein weiteres Spurenelement, nämlich Zink. Meeres- und Hülsenfrüchte, Eier, Nüsse und Haferflocken versorgen Sie damit.

Nicht nur für unsere Knochen, auch für die Haut ist Kalzium von Bedeutung. Es erhält und stabilisiert die Zellmembran, und ist somit wichtig für den Hautschutz. Käse, Milch, Joghurt und Tomaten sind wichtige Kalziumlieferanten.

Betacarotin gegen Sonnenallergie

Falls Sie zu den Geplagten gehören, bei denen Sonneneinstrahlung zu Juckreiz, Hautrötungen und kleinen Bläschen führt, könnte Betacarotin zu einer Linderung führen. Mindestens 3 Wochen vor Urlaubsbeginn sollten Sie mit der Einnahme von 30 mg Beta-Carotin beginnen. Auch eine prophylaktische Kalziumgabe hat sich bei manchen Personen bewährt. Ob diese Methode für Sie wirksam ist, müssen Sie allerdings individuell herausfinden, denn es gibt keine wissenschaftlichen Studien, die eine Wirksamkeit belegen.

Verantwortungsvoller Umgang mit Sonneneinstrahlung

Unsere Ernährung kann uns zwar nicht vor Sonnenbrand schützen, jedoch liefert sie einige wichtige Beiträge zu Schutz und Regeneration der Haut. Hautschäden durch Sonnenlichtexposition werden schneller wiederhergestellt, oder treten erst gar nicht auf.

Bekommt Ihre Haut jedoch das ganze Jahr über keinen Sonnenstrahl zu spüren und ist ständig bedeckt, muss sie trotz entsprechender ernährungsbedingter „Vorarbeit“ erst langsam an die Sonne gewöhnt werden. Damit sollten Sie am besten bereits einige Zeit vor einem geplanten Urlaub beginnen.

Achten Sie darauf, dass der Sonnenschutz für Ihre Kinder stets ausreichend ist. Setzten Sie Kinder und Babys niemals den Gefahren und der Schmerzen eines Sonnenbrandes aus!

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