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Die Augengrippe – was steckt dahinter?

Die Augengrippe (epidemische Konjunktivitis) ist eine meldepflichtige Erkrankung der Bindehaut. Auslöser sind Adenoviren, die überall anhaften können, auch an Alltagsgegenständen. Durch infizierte Personen gelangt das Virus auf Treppengeländer, Türklinken oder auch Lichtschalter. Die Verbreitung erfolgt über eine Schmierinfektion. Unter der Berücksichtigung, dass der Mensch sich durchschnittlich 14 Mal täglich unbewusst ins Gesicht fasst, ist die Gefahr einer Ansteckung recht hoch. Da es sich bei der Augengrippe um eine Virusinfektion handelt, ist eine direkte Behandlung der Infektion nicht möglich.

 Wissenswertes über den Erreger

 Gründliches Händewaschen reduziert die Ansteckungsgefahr bei einer Augengrippe erheblich, denn die Erreger können über etliche Stunden auf der Haut überleben. Besonders guten Nährboden finden die Viren aber auch in der Umgebung, wie auf Geldscheinen. Wer unterwegs etwas essen möchte, sollte sich nach dem Bezahlen entweder Zeit für das Händewaschen nehmen oder die Speisen aus diesem Grund nicht mit den Händen berühren. Für die Ansteckung mit einer Augengrippe sind Menschen besonders gefährdet, die Kontaktlinsen tragen, denn sie greifen sich häufiger an die Augen. Weiche Kontaktlinsen enthalten zudem relativ viel Wasser, in dem sich die Viren besonders wohlfühlen. Dadurch erhöht sich das Infektionsrisiko noch einmal. Auch bei vorgeschädigter Bindehaut steigt das Risiko einer Infektion.

Symptome der Augengrippe

Wenn die ersten Symptome auftreten, liegt die Ansteckung im Durchschnitt schon etwa 12 Tage zurück.

Zu diesen Anzeichen gehören:

  • Augenjucken
  • Augenbrennen
  • Fremdkörpergefühl
  • Schwellung der Bindehaut
  • Schwellung der Lymphknoten

Die Diagnose kann nur ein Arzt stellen, der dann auch verpflichtet ist, die Erkrankung dem Gesundheitsamt zu melden. Geht der Patient nicht zum Arzt, wird die Augengrippe folglich nicht diagnostiziert. Entsprechend fehlt die Weiterleitung an die Behörden. Aus diesem Grund hat die Erfassung der Daten von tatsächlich erkrankten Menschen nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Statistisch gesehen erkranken im Jahr bis zu 658 Personen an der Augengrippe.

Verlauf der Augengrippe

 Das erste Anzeichen der Augengrippe ist eine Schwellung der Bindehaut. Die Lymphknoten in Ohrnähe können außerdem anschwellen. Die Augen werden lichtempfindlicher und schmerzen. Innerhalb von zwei bis vier Wochen klingen die Symptome wieder ab, ohne dass eine Behandlung erfolgen muss. Als Komplikation können selten Sehstörungen zurückbleiben. Dabei sind auch Veränderungen der Hornhaut oder der Bindehaut möglich, die noch über eine begrenzte Zeit sichtbar sind.

Ansteckung vermeiden

Die Augengrippe ist hochansteckend. Theoretisch ist die Ansteckung überall möglich. Es gibt aber keinen Grund, sich von einem verstärkten Auftreten der Augengrippe beunruhigen zu lassen. Zu den Vorsichtsmaßnahmen gehört die Aufklärung. Kinder und Jugendliche sollten zu sinnvollen Hygienemaßnahmen angehalten werden. Dazu gehört, sich grundsätzlich vor dem Essen die Hände zu waschen und sich nicht mit ungewaschenen Händen ans Auge zu fassen. Im eigenen Haushalt sind Desinfektionsmittel nur dann sinnvoll, wenn ein Familienmitglied schwer erkrankt ist. Auch dann sind die Reiniger keine absolute Sicherheit gegen eine Ansteckung. Bei Kleinkindern und Säuglingen ist der Einsatz von Desinfektionsmitteln sowieso kritisch zu sehen, da sie alle Erreger abtöten, Haushaltskeime aber wichtig für das Immunsystem sind.

Behandlung der Augengrippe

Eine Behandlung für eine schnellere Heilung ist nach derzeitigem Stand der Wissenschaft nicht möglich. Auch eine Impfung gibt es bislang nicht. Die Symptome der Augengrippe lassen sich aber lindern. Bei einer solchen Behandlung geht es vor allem darum, eine Verschlimmerung zu verhindern. Dazu gehört der Aufbau des Immunsystems, denn durch die geschwächte Abwehr sind Sekundärinfektionen möglich. Während der Erkrankung sollten die Betroffenen möglichst zu Hause bleiben. Der Patient braucht Ruhe und leichte und vitaminreiche Kost, um den Körper zu entlasten.

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