Zika-Virus im Gesundheitsblog von eurapon
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Der Zika-Virus: Das müssen Sie wissen

Die Infektion mit dem Zika-Virus wird den Tropenkrankheiten zugerechnet und kommt vor allem in Süd- und Mittelamerika sowie in einigen Regionen im pazifischen Raum vor. 2016 hat sich das Virus in Süd- und Mittelamerika explosionsartig ausgebreitet und wurde durch Reisende auch nach Deutschland gebracht. Insgesamt wurde das Virus, das zu den sogenannten Arboriven gehört, in 22 Ländern mit verschiedenen Virenstämmen nachgewiesen.

Für Erwachsene ohne schwere Vorerkrankungen birgt eine Infektion mit dem Virus ein nur geringes Risiko, da die Krankheitszeichen meist nur schwach ausfallen. Allerdings gehören Schwangere und Frauen, die schwanger werden möchten, zur Risikogruppe, da eine Infektion zu einer Hirnfehlbildung beim ungeborenen Kind führen kann. Etwa 4000 Kinder sollten laut WHO mittlerweile von der gestörten Hirnentwicklung betroffen sein.

Um die Ausbreitung des Zika-Virus in den Griff zu bekommen, hat die WHO im Februar 2016 den globalen Gesundheitsnotstand ausgerufen und seit dem 1. Mai 2016 eine Infektion als meldepflichtig erklärt. Aber auch heute besteht dazu keine absolute Sicherheit über die Anzahl der Infektionen, da der Verlauf einer Infektion mit dem Zika-Virus mild ausfallen kann und somit die Infektion weder erkannt noch gemeldet wird.

Übertragung und vorbeugende Maßnahmen

Vor allem die Gelbfiebermücke überträgt den Virus, jedoch es besteht der Verdacht, dass die Ansteckung auch über einige andere stechende Insekten das Virus erfolgt. Außerdem ist eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich. Neben einer Ansteckung über Sexualkontakte, besteht das höchste Risiko bei einer Schwangerschaft, wenn das Virus von der Mutter auf das ungeborene Kind übertragen wird.

Aus diesem Grund sollten Schwangere und Frauen, die eine Schwangerschaft planen, nicht in Risikogebiete reisen. Männer sollten vorsichtshalber in den Wochen nach der Rückkehr aus einem Risikogebiet Kondome verwenden, um das Risiko einer Übertragung zu reduzieren, bis mit Sicherheit davon ausgegangen werden kann, dass keine Ansteckung erfolgt ist bzw. die Infektion abgeklungen ist.

Einen Impfstoff gegen das Zika-Virus gibt es bislang nicht, allerdings finden weitere vorbeugende Maßnahmen zur Eindämmung in den Ursprungsländern des Zika-Virus statt. Dazu gehört neben der Aufklärung über die Infektionswege auch die Bekämpfung der Mücken.

Nachweis der Infektion mit dem Zika-Virus

Eine frühe Diagnose wäre für die Eindämmung der Krankheitserreger hilfreich, ist aber schwierig, denn das Virus ist nach der Ansteckung nur für kurze Zeit im Blut nachweisbar. Das allerdings gilt nicht für Sperma und Urin. Vor allem im Sperma ist das Virus noch über Wochen nachweisbar, selbst wenn die Symptome der Erkrankung längst abgeklungen sind. Das bedeutet jedoch auch, dass Sperma und Urin über längere Zeit infektiös sind. Nach einer durchgemachten Infektion dürfen die Betroffenen aus diesem Grund vier Wochen lang kein Blut spenden, außerdem gibt es vorsichtshalber eine Sperre für Blutspender, die sich in Regionen aufgehalten haben, in denen Tropenkrankheiten vorherrschen.

Der Nachweis einer Infektion erfolgt über zwei Methoden, den Virusdirektnachweis oder den serologischen Nachweis. Die Kosten für eine solche Untersuchung tragen die Krankenkassen, sofern der Verdacht einer solchen Infektion vorliegt. Auch stehen genügend Labors zur Verfügung, die in der Lage sind, den erforderlichen Nachweis zu erbringen.

Ein besonderes Risiko: Zika-Virus in der Schwangerschaft

Die Ansteckung mit dem Zika-Virus löst bei Ungeborenen in der achten bis 15. Schwangerschaftswoche eine Mikrozephalie aus, was zur Folge hat, dass sich das Gehirn nicht vollständig entwickelt. Die erkrankten Kinder weisen bei der Geburt schwere geistige Behinderungen und neurologische Schäden auf. Die Schädigung des Gehirns ist auch auf den ersten Blick erkennbar, da der Kopf des Säuglings deutlich kleiner ist als bei einem gesunden Kind. Nach derzeitigem Stand der Wissenschaft befällt das Virus ausschließlich das Gehirn des Ungeborenen und keine weiteren Organe.

Die Symptome nach einer Ansteckung

Die Symptome der Ansteckung treten zwischen dem dritten und dem 12. Tag nach dem Stich der Mücke als Überträger auf.

Nach der Ansteckung mit dem Zika-Virus kommt es zu Hautausschlag, Schmerzen an Gelenken und Muskeln und Entzündungsreaktionen der Bindehaut, auch Fieber ist möglich. Bei Menschen mit schweren Vorerkrankungen kann die Infektion einen deutlich schwereren bis tödlichen Verlauf nehmen. Für gewöhnlich geht eine Infektion mit dem Zika-Virus jedoch nicht mit schweren Krankheitszeichen einher. Die Symptome müssen auch gar nicht auftreten, daher ist davon auszugehen, dass ein größerer Teil der Infizierten von der Ansteckung nichts merkt.

Weiterführende Informationen zu dem Zika-Virus bietet das Bundesministerium für Gesundheit. Das Robert Koch Institut beantwortet ebenfalls häufig gestellte Fragen.

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