Christian Barnard - Der Pionier der Herztransplantation
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Christiaan Barnard – der Pionier der Herztransplantation

Wenn Patienten an einer schweren Herzschwäche (Herzinsuffizienz) leiden, ist dieser Eingriff die einzige lebensverlängernde Möglichkeit: Die Herztransplantation. Auch bei Herzklappenfehlern wird der Eingriff durchgeführt, wenngleich auch wesentlich seltener. Das eigene, kranke Organ wird dabei entnommen, und durch ein Spenderherz ersetzt.

Im Jahr 2015 wurden in Deutschland 283 Herztransplantationen registriert. Mehrere hundert todkranke Patienten befinden sich auf der Warteliste, von denen einige die Wartezeit von 6 bis 12 Monaten nicht überleben werden. Die eigentliche Transplantation ist in den großen Herzzentren inzwischen zum Routineeingriff geworden. 2017 feiert die Herzchirurgie das 50-jährige Jubiläum der ersten gelungenen Herztransplantation, durchgeführt von Dr. Christiaan Barnard und seinem Team in Kapstadt.

Wer war Christiaan Barnard?

Christiaan Neethling Barnard wurde am 8. November 1922 in Beaufort-West, Südafrika, geboren. Seine Studien- und Assistenzarzt-Zeit verbrachte er in Kapstadt. Für eine chirurgische Fachausbildung verschlug es ihn nach Minnesota, USA, wo er seine erste Herzoperation durchführte. 1958 kehrte Barnard nach Kapstadt zurück, um als Direktor der chirurgischen Forschungsabteilung der Universität Kapstadt zu wirken. Als er 1962 zum Professor für Thoraxchirurgie ernannt wurde, hatte er bereits über 1000 Herzoperationen durchgeführt. 1963 begann sich Christiaan Barnard im Tierversuch mit speziellen Gefäßnahttechniken zu befassen, bis ihn die 1967 durchgeführte erste Herztransplantation schließlich weltberühmt machte. Von da an war Barnard eine Person des öffentlichen Lebens: Es folgten Auftritte in Talkshows, bei Galadinners, mehr als 200 Fan-Briefe pro Tag erreichten ihn. Auch die Schauspielerin Gina Lollobrigida gehörte zu seinen Verehrerinnen. Die Mächtigen und Einflussreichen der Welt umgaben sich gern mit Dr. Barnard, vom US-Präsidenten bis zum Papst.

Im Privatleben suchte er sein Glück in 3 Ehen, von denen die letzte mit dem 41 Jahre jüngeren Fotomodell Karin Setzkorn ein Jahr vor seinem Tod geschieden wurde. 6 Kinder gingen aus seinen Ehen hervor.

Christiaan Barnard verstarb am 2. September 2001 in Zypern während eines Urlaubs, ersten Meldungen zufolge an einem Herzinfarkt, die Obduktion ergab als Todesursache jedoch einen Asthmaanfall.

Die erste Herztransplantation

Am 03. Dezember 1967 wurde in einer 5-stündigen Operation dem Patienten Louis Washkansky das Herz der verunglückten 25-jährigen Denise Darvall transplantiert. Prof. Barnard leitete das 31-köpfige Team. Leider verstarb der Patient 18 Tage nach der Operation an einem Infekt, da sein Immunsystem außer Kraft gesetzt wurde, um eine Abstoßung des fremden Organs zu verhindern. Dieses Problem konnte man in den 80er Jahren dann deutlich verbessern, indem Cyclosporin gegen die Abstoßungsreaktion eingesetzt wurde.

Dr. Barnard führte auf dem Gebiet der Herzchirurgie noch weitere spektakuläre Eingriffe durch, 1971 transplantierte er einem Patienten gleichzeitig ein Herz und einen Lungenflügel. 1974 verpflanzte er ein Spenderherz, ohne zuvor das kranke Organ zu entnehmen.

Die Operationen machten Dr. Christiaan Barnard zu einer Legende in der Medizingeschichte, sodass er 2004 sogar auf der Liste der 100 größten Südafrikaner (100 Greatest South Africans of all time) gleich hinter Nelson Mandela platziert war.

Wann spricht man von Herzinsuffizienz?

Ist der Herzmuskel geschwächt, so leidet die Blutversorgung durch den Kreislauf des Körpers. Es kommt zu einem Sauerstoff- und Nährstoffmangel, der sich beim Patienten durch Schwäche und Müdigkeit, insbesondere bei Anstrengung, bemerkbar macht.

1 bis 2 % der Erwachsenen leiden an einer Herzschwäche, mit zunehmendem Alter nimmt die Häufigkeit der Erkrankung zu.

Die häufigsten Ursachen für die Entstehung einer Herzinsuffizienz sind die koronare Herzkrankheit („Arterienverkalkung“) und ein ständig erhöhter Blutdruck (Hypertonie). Weitere Risikofaktoren, welche die Entstehung von Arterienverkalkung und Herzschwäche fördern, sind erhöhte Cholesterinwerte, Rauchen, Diabetes und Übergewicht.

Erkrankungen des Herzmuskels oder der Herzklappen, sowie angeborene Herzfehler können ebenso zu Herzinsuffizienz führen.

Wann sollte ein Kardiologe konsultiert werden?

Folgende Symptome bedeuten nicht automatisch das Vorliegen einer Herzinsuffizienz, dennoch sollte ein Facharzt der Ursache auf den Grund gehen:

  • Starke Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen
  • Brustschmerzen
  • Schwindel
  • Kurzatmigkeit (bei Anstrengung)
  • Geschwollene Beine und Füße
  • Unerklärbare Gewichtszunahme
  • Extrasystolen („Herzstolpern“)

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