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Brokkoli als Rohkost – Gefahr oder Genuss?

Brokkoli zählt vor allem in der kalten Jahreszeit zu den beliebtesten Gemüsesorten Deutschlands. So verzehrten die Deutschen 2013 pro Kopf durchschnittlich 490 Gramm des grünen Kohls und das mit gutem Grund: Brokkoli ist außergewöhnlich reich an Vitaminen und Mineralstoffen.

Aber trotz seines anhaltenden Erfolges in deutschen Haushalten, gibt es einige Fragen, die im Zusammenhang mit der grünen Gemüsesorte immer wieder auftauchen: Woher stammt Brokkoli? Welche ist die beste Jahreszeit, um ihn frisch und am besten aus regionalem Anbau zu kaufen? Und darüber hinaus: Kann man Brokkoli eigentlich roh essen?

Brokkoli, Broccoli oder Brassica oleracea

Brokkoli hat viele Namen. Von der englischen Schreibweise Broccoli und dem lateinischen Namen Brassica oleracea einmal abgesehen, ist er regional unter dem Namen Bröckel-, Spargel– oder Sprossenkohl bekannt. Diese, auf den ersten Blick, altertümlich anmutenden Namensgebungen, lassen bereits einige Rückschlüsse über das beliebte Gemüse zu.

Brokkoli - eurapon Rohkostratgeber (c) 2015 Sven Giese-1

Kann man Brokkoli roh essen? – eurapon Rohkostratgeber

Brokkoli gehört nämlich zu den Kohl-Gemüsearten und somit zur Familie der Kreuzblütengewächse. Anders als bei seinen nahen Verwandten, Rosenkohl und Blumenkohl, hat sich hier jedoch der kürzere Name durchgesetzt. Davon einmal abgesehen, hat der Brokkoli seinen Verwandten auch nährwerttechnisch etwas voraus.

Laut der PH Karlsruhe ist er sowohl älter, als auch vitaminreicher als der in Deutschland lange Zeit beliebtere Blumenkohl. Die Liste seiner gesunden Inhaltstoffe ist lang. Brokkoli enthält neben Vitamin A und C:

  • Karotin (Achtung, rosige Wangen garantiert!)
  • Calcium (starke Knochen)
  • Eisen (vor allem wichtig für Frauen, da es ein essentieller Blutbestandteil ist)
  • Magnesium (gut für die Muskeln), uvm.

Neben Vitaminen und Mineralien besitzt Brokkoli aber auch viele sekundäre Pflanzenstoffe, die als besonders gesund gelten und eignet sich zusätzlich hervorragend als Calcium-Lieferant für laktoseintolerante Personen. Man mag es bereits vermuten: Broccoli ist über die rein gesundheitlichen Vorzüge hinaus, mit durchschnittlich 21 Kalorien pro 100 Gramm und kaum Fett oder Kohlenhydraten durch und durch figurfreundlich.

Der Gang zum Supermarkt – Was beim Kauf von Brokkoli zu beachten ist

Auch wenn die Supermärkte uns das ganze Jahr mit unserem Wunschobst- und Gemüse versorgen, Brokkoli aus der Region kaufen Sie am besten von Juni bis Oktober. Außerhalb der Sommermonate wird er aus wärmeren Regionen, wie beispielweise den Mittelmeerländern, importiert. Das tut der Qualität aber meist keinen Abbruch.

Brokkoli - eurapon Rohkostratgeber (c) 2015 Sven Giese-2

Brokkoli im großen eurapon Rohkostratgeber

Generell erkennt man frischen Brokkoli an der dunkelgrünen bis fast schon blaugrünen Färbung der Röschen. Gelblich wirkende Strünke sollten Sie hingegen lieber nicht mehr in den Einkaufswagen legen. Die Farbe ist ein Zeichen dafür, dass der Brokkoli welkt und eine Vielzahl seiner Nährstoffe bereits verloren sind. Zu Hause angekommen, lagern Sie den Kohl idealerweise dunkel und kühl und verzehren ihn innerhalb der nächsten drei Tage. So können Sie sicher sein, alle Vorzüge der grünen Knollen voll auszunutzen.

Broccoli als Rohkost – Geht oder geht nicht?

Ein Gerücht hält sich im Zusammenhang mit Brokkoli besonders hartnäckig in unseren Köpfen: Man darf ihn auf keinen Fall roh verzehren, da Brokkoli im ungekochten Zustand giftig ist! Dabei ist es genau das: Ein Gerücht!

Brokkoli gehört zu den Kohlarten und ist somit völlig unbedenklich roh zu verzehren. Ganz im Gegenteil ist es sogar äußerst ratsam, ihn hin und wieder als Rohkost in den Speiseplan einzubauen.

Zusammen mit vielen weiteren Gemüsesorten, die im eurapon Rohkost-Ratgeber übersichtlich und informativ zusammengefasst sind, hat Brokkoli im ungekochten Zustand einige Vorteile. Einige Wirkstoffe werden durch zu starkes Erhitzen des Gemüses beschädigt und können ihre Wirkung nicht mehr entfalten. Beispielsweise sind die Enzyme, die das Antioxidans Sulforaphan im Brokkoli freisetzen, sehr hitzeempfindlich und werden beim Kochen schnell zerstört.

Man darf jedoch nicht vergessen: Brokkoli ist eine Kohlsorte und Kohl ist allgemein als schwer verdaulich bekannt. Um unangenehmen Blähungen und dem bekannten Drücken und Ziehen in der Magengegend vorzubeugen, kann man Brokkoli beispielsweise ein paar Minuten dünsten. So bleiben die Nährstoffe erhalten und der Bauch ist auch zufrieden.

Weitere Informationen zum Wunderkohl Brokkoli

  • Ein Wiki vieler Pflanzen- und Gemüsesorten finden Sie auf hortipendium.de
  • Proplanta beschäftigt sich hauptsächlich mit agrarwirtschaftlichen Themen. Hier findet man unter anderem interessante Artikel zu den verschiedensten Nutzpflanzen- und tieren
  • Ein kurzer Steckbrief über Brokkoli auf ph-karlsruhe.de als PDF
  • Alle Nährwerte und Inhaltsstoffe des grünen Kohls auf fddb.info auf einen Blick
  • auf livingathome.de finden Sie schonende Zubereitungsideen und leckere Rezepte mit und für Brokkoli
  • Der Saisonkalender auf regional-saisonal.de gibt Ihnen einen Überblick über die Erntezeiten von regionalem Gemüse und dementsprechend Aufschluss darüber, wann Sie am besten einkaufen

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1 Kommentar

  1. Kucera Silvia

    Brokkoli-Stängel kann man – gleich beim koch-zubereiten – gut naschen: nach Entfernen der Haut ist das Innere (, für mich „Gemüse-Fleisch“) zart und äußerst genussvoll zu knabbern. (Geschmacklich erinnernd an zarten, roh gegessenen Kohlrabi, gemischt mit weißem Spargel, blanchiert. Eine Delikatesse also!)

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