Birkenzucker/ Xylit Alternative zu Zucker
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Birkenzucker (Xylit) – Zucker, der den Zähnen gut tut?

Stellen Sie sich vor, Sie essen einige Stückchen Schokolade, und tun Ihren Zähnen dabei etwas Gutes. Und dann sind Sie aufgewacht. Moment – das Szenario gibt es aber wirklich! Mit der winzigen Einschränkung, dass die Schokolade statt raffinierten, weißen Haushaltszucker den Zuckeraustauschstoff Xylit enthält. Der Zuckeralkohol, dessen Name klingt wie ein Klebstoff aus dem Baumarkt, wird hierzulande leider völlig unterschätzt.

Was ist Birkenzucker eigentlich?

Birkenzucker gehört, ebenso wie Lactit und Sorbit, zur Gruppe der Zuckeralkohole. Im Gegensatz zu den chemisch produzierten Süßstoffen Saccharin und Aspartam ist Birkenzucker absolut natürlich und wird in geringer Menge sogar im menschlichen Körper bei der Verstoffwechselung von Kohlenhydraten in der Leber gebildet. In der Natur ist Xylit in manchen Beerensorten, Pflaumen, Mais oder Blumenkohl enthalten und, wie der Name schon verspricht, ein Bestandteil der Holzrinde von Birken.

Herstellung von Xylit

Jetzt kommen wir der Sache näher, warum Xylit auch Birkenzucker genannt wird. Und gleich vorneweg: Keine Birke musste für den Gewinn von Holzzucker sterben, denn Birkenrinde ist ein Nebenprodukt bei der Holzverarbeitung. Die Rinde ist reich an Xylose (=Holzzucker), die sich löst, wenn die zerkleinerte Rinde gekocht wird. Der Holzzucker wird anschließend getrennt und hydriert (Xylit). Anschließend wird es gemahlen, und ist optisch und geschmacklich nicht von normalem Haushaltszucker zu unterscheiden. Mit einer kleinen Besonderheit: Xylit hinterlässt ein kühles Gefühl auf der Zunge, da es beim Kontakt mit Speichel der Umgebung Wärme entzieht.

Da allerdings die Nachfrage an Birkenzucker steigend ist, das Herstellungsverfahren aufwändig und das Xylit deswegen auch teurer, wird auch zunehmend Mais zur Herstellung verwendet. Hier ist das Problem, dass die Verwendung von gentechnisch verändertem Mais, bzw. der Einsatz von Pestiziden, Kunstdünger etc. nicht ausgeschlossen werden kann. Deshalb sollten Sie beim Kauf immer auf Bio-Qualität achten, und Xylit aus Mais meiden.

Xylit und die Zahngesundheit

In Finnland kennt Birkenzucker (=Xylit) jedes Kind. Wenn es darum geht, die antikariogene Wirkung von Xylit zu verifizieren, werden meist die Turku-Studien aus den Jahren 1972 und 1975 zitiert. Es gibt auch aktuellere Studien, nur das Ergebnis ist immer dasselbe: Es gibt verschiedene Kontrollgruppen, die über den Zeitraum von einem Jahr Lebensmittel verzehren müssen, die entweder mit Xylit, Saccharose oder Fructose gesüßt sind. Nach dem Ablauf des Jahres war eine eklatante Kariesminderung bei der Xylitgruppe nachweisbar. Ähnlich verhielt es sich bei der Studie mit Xylit-Kaugummis versus Saccharose-Kaugummi. Die Kariesreduktion bei den Xylit-Probanden betrug 82 %!

Doch wie ist so etwas möglich? Die Erklärung dafür ist eigentlich einfach: Karies wird verursacht von Bakterien. Speisereste an und zwischen unseren Zähnen erhalten sie am Leben. Geraten die Bakterien aber an Xylit, sterben sie ab, weil sie den Zuckeralkohol nicht verstoffwechseln können.

Außerdem reduziert Xylit die schädliche Säurebildung in der Plaque (Biofilm auf den Zähnen). Um diese Wirkung zu erreichen, sollten Sie 6 g Xylit täglich konsumieren (z.B. durch Kaugummis). Bei regelmäßiger Einnahme von 3,4 g Xylit täglich reduziert sich auch die Plaquebildung um ein Drittel, und der Zahnstein lässt sich leichter entfernen. Der Einsatz von Zahncreme und Mundwasser mit Xylit lohnt sich und wird von vielen Zahnärzten befürwortet.

Xylit bietet jedoch nicht nur für die Zähne einen gesundheitlichen Vorteil: Während 1 g Haushaltszucker 4 Kalorien aufweisen kann, enthält dieselbe Menge Xylit 2,4 g. Um Xylit zu verstoffwechseln, braucht unser Körper weniger Insulin, was den Birkenzucker auch geeignet für Diabetiker macht und die Bauchspeicheldrüse entlastet.

Warum ein Zuckeraustauschstoff?

Sie können für sich und Ihre Gesundheit bereits eine Menge tun, indem Sie Haushaltszucker sukzessive durch Xylit ersetzen. Birkenzucker ist geeignet zum Süßen von Getränken, zum Backen, es gibt Schokolade, Bonbons und Kaugummi mit Xylit. Einzig der Hefeteig funktioniert nicht mit Xylit, da auch diese Bakterien nichts mit dem Zuckeraustauschstoff anfangen können. Übrigens ist Xylit ebenfalls absolut schädlich für den Stoffwechsel von Hunden. Bitte achten Sie darauf, dass er nicht an Xylit gelangt!

Selbstverständlich ist auch Stevia eine Möglichkeit, den Haushaltszucker zu ersetzen, wenn man den Eigengeschmack mag. Ein anderer Zuckeralkohol, der in vielen Fertiglebensmitteln enthalten ist, nennt sich Sorbit. Beim Verzehr von Sorbit sollten Sie allerdings darauf achtet, eine gewisse Dosis nicht zu überschreiten, da es sonst zu Blähungen und Durchfall kommt. Dazu finden Sie bei uns einen ausführlichen Artikel: Was tun bei Sorbitunverträglichkeit? An die Zufuhr von Sorbit gewöhnt sich unser Körper nämlich nicht, an Xylit jedoch sehr wohl. Gewöhnen Sie Ihren Körper langsam an den Birkenzucke, so sind keine Nebenwirkungen zu erwarten. Verdauungsstörungen entstehen nur, wenn Sie den Körper erstmals mit einer größeren Menge Xylit (20-30 g) konfrontieren.

Verdauungsprobleme sind auch bei einem weiteren Zucker bekannt, nämlich dem Fruchtzucker (Fructose). Falls Sie zu den Geplagten gehören, bei denen bereits kleine Mengen Fructose Probleme verursachen, finden Sie hier bei uns alle Informationen dazu: Fruktoseintoleranz – Wenn Fruchtzucker Bauchschmerzen verursacht.

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